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Bericht der Agentur für Arbeit

Ist der Krieg schuld? Warum die Zahl der Arbeitslosen in der Region plötzlich deutlich ansteigt

Arbeitsagentur gibt Zahlen bekannt
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Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juni 2022 angestiegen.
  • VonJulian Baumeister
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Erstmals seit Monaten ist die Zahl der Arbeitslosen in der Region wieder deutlich angestiegen. Und das obwohl die Zahlen in den Sommermonaten normalerweise im Sinkflug sein sollten. Das sind die Gründe.

Rosenheim/Traunstein/Mühldorf – Der Krieg in der Ukraine hat immer mehr Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage in der Region. Neben den steigenden Preisen für Gas, Strom und Lebensmittel nimmt nun auch die Zahl der Arbeitslosen seit Monaten erstmals wieder zu. Und das saisonuntypisch in den Sommermonaten, in denen die Quote normalerweise im Sinkflug ist.

So betrug die Arbeitslosenquote im Geschäftsbezirk Rosenheim in Juni 2,5 Prozent, wie die zuständige Agentur für Arbeit in Rosenheim berichtet. Das sind 0,3 Prozentpunkte und über 1000 arbeitslose Menschen mehr als noch im Mai.

Viele Ukrainer auf Jobsuche

„Die Situation auf dem Arbeitsmarkt in der Region ist aber weiterhin stabil“, sagt Michael Schankweiler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Rosenheim: „Allerdings hat sich die Gesamtzahl der arbeitslosen Menschen erhöht.“ Dies sei überwiegend darauf zurückzuführen, dass seit dem 1. Juni geflüchteten Ukrainern mit Erteilung der Aufenthaltserlaubnis der Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt gewährt wird. „Die Zahl der Ukrainer, die bei unserer Agentur gemeldet sind, ist um 1180 gestiegen“, unterstreicht Schankweiler.

Die Zahl der Arbeitslosen in der Region ist im Juni 2022 im Vergleich zum Vormonat wieder gestiegen. Grund dafür ist hauptsächlich der Krieg in der Ukraine.

Beunruhigend sei dies aber nicht. „Die Zahlen ändern sich derzeit schnell. Denn das Ziel ist, dass diese Menschen schnellstmöglich eine Beschäftigung finden, die ihren Qualifikationen und Kenntnissen entspricht“, führt Schankweiler fort. Hilfreich sei dabei, dass das Stellenangebot mit 6050 offenen Stellen so hoch ist, wie noch nie in einem Monat Juni seit Beginn der Aufzeichnungen. Vor allem in der Kunststoff- und Holzherstellung sowie im Transportgewerbe seien noch viele Stellen unbesetzt.

In Zahlen bedeutet das für die Stadt Rosenheim eine Arbeitlosenquote von 4,1 Prozent. Dadurch wird ein Anstieg um 0,4 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat errechnet. Im Vorjahresmonat lag die Quote allerdings noch bei 4,6 Prozent. Daraus ergibt sich, dass derzeit 1508 Bürger ohne Arbeit sind. Das sind 158 Menschen mehr als noch im Mai.

Im Landkreis Rosenheim stieg die Zahl der Arbeitslosen um 0,5 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent. Damit bewegt sich die Quote auf Vorjahresniveau. Die Zahl der Arbeitslosen beträgt 3632. Das sind 694 mehr als im Mai 2022.

Der Anstieg der Arbeitslosenquote durch die gemeldeten Ukrainer ist auch im Geschäftsbezirk Traunstein bemerkbar. Von Mai zu Juni sei normalerweise in fast allen Altersgruppen ein Rückgang der Arbeitslosenzahlen zu verzeichnen.

Ausnahmesituation in allen Landkreisen

„Allerdings haben wir in diesem Jahr eine Ausnahmesituation, wie wir sie noch nie hatten“, sagt Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein. „Uns ist klar, dass hinter jeder Zahl ein Mensch steht und wir werden unser Bestmögliches geben, um die ukrainischen Staatsangehörigen in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt zu integrieren“, führt Müller fort. Dabei würden vor allem Kinderbetreuung, Kindertageseinrichtungen oder Schule, Sprachkurse und die Anerkennung beruflicher Abschlüsse wichtige Rahmenbedingen darstellen.

Für den Landkreis Traunstein bedeutet dies eine Arbeitslosenquote von 2,0 Prozent. Das ist ein Gleichstand im Vergleich zum Mai und 0,6 Prozentpunkte weniger als noch im Jahr davor. Daraus ergibt sich, dass im Juni 2022 2043 Menschen arbeitslos gemeldet waren, 31 mehr als im Vormonat.

Im Landkreis Mühldorf sind derzeit 2031 Menschen ohne Arbeit. Daraus errechnet die Agentur für Arbeit eine Arbeitslosenquote von 3,1 Prozent, ein Anstieg um 0,2 Prozentpunkte. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein leichter Rückgang um 0.2 Prozent.

Vielzahl von Ausbildungsstellen

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Altötting ist dagegen um 0,6 Prozentpunkte auf 3,0 Prozent gestiegen. Dort sind 1949 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 429 mehr als noch im Mai.

Eine entscheidende Rolle für die Arbeitlosenzahlen spielt laut Müller auch die Besetzung der Ausbildungsstellen. Derzeit seien sowohl im Rosenheimer als auch Traunsteiner Geschäftsbezirk noch rund 1800 Lehrstellen offen. „Die Vielzahl an Ausbildungsstellen ist keine Garantie, seine Wunsch-Ausbildung beginnen zu können“, sagt Müller: „Es sind noch knapp vier Wochen Schulzeit, ohne Ausbildungsplatz sollte kein junger Mensch in die Ferien gehen“, führt die Vorsitzende fort.

Das bestätigt auch Michael Vontra, stellvertretender Agenturleiter der Agentur für Arbeit in Rosenheim. „Eine betriebliche Ausbildung bildet die ideale Grundlage für die spätere berufliche Karriere“, sagt Vontra.

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