Auch Rosenheim stimmt Fusion der VR-Banken zu

Auf der Vertreterversammlung in Rosenheim, wo für einen kurzen Moment des Fotos der empfohlene Mindestabstand unterschritten wurde: Prof. Dr. Josef Stadler, Mirko Gruber, Hubert Kamml, Wolfgang Altmüller, Peter Schacherbauer und Siegfried Drexl (von links).

Die Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG und die „VR meine Raiffeisenbank eG“ mit Sitz in Altötting verschmelzen zu einer großen Bank. Die Bank wird damit zur drittgrößten Genossenschaftsbank in Deutschland. Unter dem Namen „meine Volksbank Raiffeisenbank eG“ wird sie künftig in 98 Filialen ein Kundenvolumen von über 18 Milliarden Euro betreuen.

Rosenheim –  Die Vertreterversammlungen beider Unternehmen haben der Fusion mit großer Mehrheit zugestimmt. 95 Prozent der Vertreter in Altötting sprachen sich, für die Pläne aus. In Rosenheim stimmten 97,7 Prozent der Vertreterversammlung für den Zusammenschluss.

Fusion rückwirkend zum 1. Januar 2020

Dieser soll rückwirkend zum 1. Januar 2020 rechtlich umgesetzt werden. Die technische Verschmelzung wird Ende September 2020 erfolgen.

Zugleich stimmten die Vertreter für die notwendigen Satzungsänderungen und Zuwahlen für den künftigen Aufsichtsrat. Außerdem entlasteten sie einstimmig Vorstand und Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2019 und billigten die Verwendung des Jahresüberschusses. Derzeit sind seitens der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und der Europäischen Zentralbank keine Dividendenzahlungen erlaubt. So schüttet auch die VR-Bank derzeit keine Dividende aus, sondern spendet den Betrag in der Region.

Bedingt durch Corona fand die Vertreterversammlung erstmalig online statt, was der Teilnehmerzahl aber keinen Abbruch tat. Der Vorstandsvorsitzende Hubert Kamml verwies auf die drastischen Folgen der Pandemie: „Eine konjunkturelle Eintrübung ist deutlich erkennbar. Die Auswirkung der Corona-Krise auf die Wirtschaft und die Banken kann noch nicht abgeschätzt werden.“

Schwierige Rahmenbedingungen

Der stellvertretende Sprecher des Vorstandes Mirko Gruber erläuterte den Geschäftsbericht und die Bilanz. „Trotz schwieriger Rahmenbedingungen haben wir in allen Bereichen ein solides Wachstum und eine hervorragende Eigenkapitalausstattung. Das Wachstum spiegelt sich in der Steigerung der Bilanzsumme um 139 Millionen Euro auf 5,2 Milliarden Euro wider.“ Mit einem Eigenkapital von 668 Millionen Euro liege die VR Bank Rosenheim-Chiemsee deutlich über dem Durchschnitt der Volks- und Raiffeisenbanken in Bayern. Ein kräftiges Plus von sechs Prozent zeigte sich beim betreuten Kundenvolumen, das Ende 2019 bei 11,3 Milliarden Euro lag. Die Kundenkredite stiegen sogar um 6,5 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro an. „Wir setzen unser kontinuierliches Wachstum fort“, betonte Gruber. „Durch die Verschmelzung werden wir noch stärker.“

Gruber hob auch das starke gesellschaftliche und soziale Engagement der Bank hervor. So habe die VR Bank Rosenheim-Chiemsee eG aktuell über 60 000 Mundschutzmasken für 150 Schulen gespendet. Zudem erhielt die Bergwacht Bayern 100 000 Euro für ihre Arbeit. Das Top-Management wird mit sechs Vorständen und drei Direktoren besetzt sein. 16 Anteilseigner-Vertreter und acht Arbeitnehmer-Vertreter werden im Aufsichtsrat sitzen.

Neue Aufsichtsräte

Der bisherige Aufsichtsrat der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG bleibt bis 2023 im Amt. Otto Lederer. ehemaliger Landtagsabgeordneter und jetziger Landrat, und Johanna Hell schieden als Anteilseigner-Vertreter aus. Seitens der Arbeitnehmer-Vertreter verließ Erwin Heckl das Gremium. Für den künftigen neuen Aufsichtsrat wählten die Vertreter neue Mitglieder: Peter Schacherbauer, Maria Anna Eberl, Franz Oberkobler, Karin Peuckert-Müller, Alois Stitzl und Georg Zehentner werden dem Aufsichtsrat angehören.

Der neue Vorstand der „meine VR Bank“:

Hubert Kamml

(Vorsitzender)

Wolfgang Altmüller

(Vorsitzender)

weitere Vorstände:

Reinhard Frauscher

Mirko Gruber

Dr. Walter Müller

Roland Seidl

Die künftige „meine VR Bank“ in Zahlen:

Bilanzsumme

8,96 Milliarden Euro

Kundenvolumen

18,462 Milliarden Euro

Eigenkapital:

1,123 Milliarden Euro

Filialen: 98

Mitarbeiter: 1309

Mitglieder: 123 822

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