Robotik aus Stephanskirchen ist weltweit im Einsatz

Robotik ist vielerorts im Einsatz: Vor allem im elektronischen handel kommen die technischen Helfer zuM Einsatz. Pionierarbeit und weltweit im Einsatz ist dabei das Stephanskirchener Wissen der TGW Logistics Group. re
  • Silvia Mischi
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Von A wie Adidas bis Z wie Zalando reicht dabei das internationale Kundenspektrum der Firma TGW Logistics Group aus Stephanskirchen. Die Anforderungen Robotik sind besonders durch die Entwicklung des e-commerce rasant gestiegen. Pionierarbeit leitete hier das heimische Unternehmen.

Stephanskirchen – Heute im Online-Shop bestellt – morgen zugestellt. Damit das klappt, ist – verborgen für den Kunden – Stephanskirchener Wissen im Einsatz.Die TGW Logistic Group wurde 2000 als CHM Automatisierungstechnik GmbH zunächst in Eitzing/Stephanskirchen gegründet. 2009 erfolgte der Umzug in die Hofmühlstraße in Stephanskirchen. Der Betrieb ist mehrfacher Preisträger für seine Robotik-Produkte und -Lösungen.

Von A wie Adidas bis Z wie Zalando

TGW leistet einen wesentlichen Beitrag dazu, dass Produkte aus Logistikzentren noch schneller zum Kunden gelangen. „Die Anforderungen an Robotik und Automatisierung für die Intralogistik wachsen kontinuierlich und wir sorgen mit perfekt aufeinander abgestimmten Komponenten dafür, dass insbesondere automatisierte Greif-Prozesse schneller und flexibler gestaltet werden“, erklärt Robert Wagenstaller, Managing Director bei TGW Robotics. Firmensitz ist in Österreich.

Von der reinen Ingenieurleistung zu Beginn kam es zur ersten Maschineninbetriebnahme 2004. Seit 2006 leistet das Unternehmen Pionierarbeit im Bereich Roboterlösungen in der Intralogistik mit Präsentation des damals weltweit ersten vollautomatischen Online-Shops auf der Fachmesse Automatica, wird Systempartner von KUKA, gewinnt namhafte Kunden und kann 2011 Bernbachers komplettes Palettierzentrum mit elf Palettierstationen bestücken.

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Die Herausforderungen an die Robotik sind vielfältig. Bei der enormen Dynamik der Märkte ist Innovation – technisch, aber hinsichtlich der Mentalität der Mitarbeiter – eines der wichtigsten Kriterien und dafür gab es 2018 den Austrian Robotics Award und heuer den German Innovation Award. „Diese Preise bestätigen zum einen, dass die TGW am Puls der (Logistik-) Zeit liegt, und spornt zum anderen natürlich an weiterzumachen, besser zu werden, die ,Nase vorn zu haben‘, so Albert Fercher, Managing Director. Zusammen mit Stefan Holzner, Managing Director komplettiert er das Geschäftsführertrio.

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Im Fokus stehen bei der TGW Robotics Roboterlösungen im Bereich der Intralogistikkette, die durch ihre Ausstattung „intelligent“ genug sind, Artikel zu „erkennen“, entsprechend zu greifen, zu kommissionieren und damit Menschen physisch und psychisch sehr belastende Aufgaben abzunehmen. Ein weiterer Schwerpunkt ist das „Full Case Handling“, das heißt das Be- oder Entladen von ganzen Paletten mit unterschiedlichsten Waren – von der Frischmilch über Käselaibe, von Getränkeflaschen bis zur ganzen Bandbreite von Baumarktartikeln.

„Dabei handelt die TGW Robotics teils als Generalunternehmer und bei vielen renommierten Projekten im Verbund mit der TGW-Gruppe und ihren Einheiten. TGW ist maßgeblich daran beteiligt, dass „heute bestellt, morgen geliefert“ machbar ist“, so Holzner.

Aktuell sind am Standort in Stephanskirchen 90 Mitarbeiter beschäftigt, davon circa ein Drittel in der Fertigung, Montage, elektrischen Installation, zwei Drittel in Realisierung und Vertrieb, Projektsteuerung, Entwicklung und Verwaltung. Weltweit sind bei der TGW-Gruppe 3300 Mitarbeiter beschäftigt. Der Standort Stephanskirchen werde dabei als wichtiges Potenzial gesehen. Motto: „Mensch im Mittelpunkt – Lernen und Wachsen“. „Dies ist bei uns kein Lippenbekenntnis, sondern gelebt wird, in der Förderung und Entwicklung der Mitarbeiter, aber besonders im wertschätzenden Umgang miteinander über kulturelle Grenzen hinweg“, betonen die Geschäftsführer unisono.

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Ein beispielhaftes Produkt ist die sogenannte Single-Pick-Lösung. „Darunter versteht man die vollautomatische Kommissionierung von Einzelstücken mittels eines von der TGW Robotics entwickelten intelligenten, selbstlernenden, autonomen Robotersystems, das rund um die Uhr arbeitet“, schildert Wagenstaller. Die TGW Stephanskirchen ersteckt sich über circa 10 000 Quadratmeter. „Das Bestandsgebäude wurde am 2017 als Verwaltungsgebäude bezogen, die alten Büroräume wurden im Frühjahr 2018 abgerissen und machten Platz für die Errichtung einer neuen, gut 13 Meter hohen Fertigungshalle, die den Kapazitäten der positiven Auftragslage angepasst ist und weiteres Wachstum erlaubt“, sagt Fercher.

Blick hinter die Kulissen

Am kommenden Samstag, 28. September, öffnet die TGW Robotics GmbH von 10 bis 15 Uhr ihre Türen. Besucher können die Welt der Robotik hautnah kennenlernen. TGW Robotics ist spezialisiert auf die Entwicklung und Realisierung von Robotik-Lösungen und Sonderfördertechnik – ein wichtiger Baustein im Portfolio der TGW-Unternehmensgruppe. Besucher können live mitverfolgen, wie TGW-Produkte funktionieren, Mitarbeiter erklären die komplexe Technik.

Mit der Fertigstellung einer neuen Produktionshalle im vergangenen Jahr konnte die Kapazität weiter erhöht und Platz für weiteres Wachstum geschaffen werden.

Robotik-Labore und Großprojekte an der TH Rosenheim:

Das Thema Robotik ist auch an der TH Rosenheim ein zukunftsweisender Bereich. Dort gibt es zwei Labore, die sich dieser Thematik widmen: das Labor für Robotik und Automatisierung sowie das Labor für Montageautomatisierung und Robotik. „Sowohl in der Lehre als auch in der Forschung spielt die Robotik – gerade vor dem Hintergrund der zunehmende Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz – schon seit einigen Jahren eine wichtige Rolle“, erklärt Sprecher Marco Fieber gegenüber unserer Zeitung. Als große, derzeit laufende Projekte, gelten aktuell: Zum einen das proto_lab (Production Tomorrow Laboratory), ein fakultätsübergreifendes, interdisziplinäres und innovatives Forschungsprojekt. Das proto_lab-Team hinterfragt bestehende Prozesse und findet dabei kreative Lösungen, wie das „Internet of Things“ in kleinen und mittelständischen Unternehmen zur Steigerung der Produktivität integriert werden kann. Mit Hilfe von 3D-Darstellungen in Bedienoberflächen, künstlicher Intelligenz und Roboter sollen Fertigungs- und Montagemitarbeiter komplexe Abläufe einfacher bewältigen können. So wurde für die automatisierte Bestückung ein Roboter entwickelt, der Teile aus einer waagrechten Position vertikal in einen Container einordnen kann. „Zum anderen entwickelt die Pflegewissenschaft an der TH Rosenheim in Kooperation mit der TU München eine autoadaptive Roboter-Plattform zur Frühmobilisation von Patienten auf Intensivstationen. Dabei sollen unter anderem Fragen geklärt werden, die unter anderem zu Interaktionsstrategien eines humanoiden Assistenzroboters zur Prävention von Pflegebedürftigkeit führen“, so Fieber.

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