„LÖSUNGEN FÜR DIE ZUKUNFT“

Riedering: Die Naturhaus Naturfarben GmbH ist in der Forschung für nachhaltige Produkten aktiv

Geschäftsführer Michael Kastenhuber.
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Geschäftsführer Michael Kastenhuber.

Die hochwertigen ökologischen Produkte der Riederinger Firma Naturhaus Naturfarben GmbH sind europaweit gefragt, beispielsweise als Partner der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen.

Riedering – Aber auch bei Restaurierungen wie der jahrtausendealten Stiftsbibliothek St. Gallen, der Tore des roten Sandsteinportals der Würzburger Marienkirche in der Festung Marienberg oder beim Holzschutz für Schiffe und Luxusliner. Ebenso profitieren Privatkunden, Firmen und Handwerker von den Farben, Lasuren, Wachsen und Öle aus nachwachsenden Naturrohstoffen des familiengeführten Unternehmens.

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Naturrohstoffe für die Holzveredelung

1985 starteten Therese und Harald Kastenhuber mit einem kleinen Betrieb in Rosenheim, der 1997 nach Niedermoosen bei Riedering umzog. Schon damals stand die Entwicklung und Produktion hochwertiger ökologischer Produkte zur Veredelung von Holz im Vordergrund. Bis heute fühle sich das Unternehmen diesem Leitsatz verpflichtet, betont Michael Kastenhuber, der 2018 die Geschäftsführung von seinen Eltern übernahm. Die Produktpalette: lösemittelfreies Hartwachs, volldeklarierte Wandfarben sowie Reinigungs- und Pflegeprogramme. Auch in der industriellen Produktion kommen die Produkte zum Einsatz.

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Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen mit Naturschutzverbänden und Behörden in der Entwicklung, der Produktion und der Rezeptverbesserung zusammen, beispielsweise mit C.A.R.M.E.N. Das „Centrale Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk“ wurde 1992 in Rimpar bei Würzburg durch den Freistaat Bayern gegründet und ist seit 2001 Teil des Kompetenzzentrums für Nachwachsende Rohrstoffe (KoNaRo), mit dem ChemieClusterBayern in Zusammenarbeit mit Industrie und Universitäten oder mit Bayern Innovativ.

Die ökologischen Produkte der Riederinger Firma Naturhaus Naturfarben GmbH sind europaweit gefragt.

Eigene Forschungsabteilung im Haus

„Solche Zusammenarbeit schafft Lösungen für unsere Zukunft,“ formuliert es Kastenhuber und verweist auf den firmeneigenen Fachbereich für Forschung und Entwicklung. Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung hat Naturhaus zudem seit 2012 in einem, gemeinsam mit anderen Industriepartnern und dem Fraunhofer IVV in Freising durchgeführten Projekt an der industriellen Verwertung von Eiweiß-Resten geforscht. Es klingt unglaublich, bestätigt Kastenhuber: Für Ernährungszwecke ungeeignete Eiweiße, in Rückständen der Rapsölgewinnung, könne man als Grund- oder Zusatzstoffe in Farben und Reinigungsmitteln einsetzen. Für seine Firma bedeute das konkret, dass auf Basis bestimmter modifizierter Raps-Eiweiße Filme generiert werden können, die eine gute Barrierewirkung gegenüber einer Vielzahl von Agenzien haben. Was wiederum gut ist für die Grundierung von Holzoberflächen, um ein „Ausbluten“ von Farbstoffen und anderen Inhaltsstoffen aus dem Holz zu unterbinden.

Raps-Eiweiße als bedeutsames Forschungsergebnis

Die neuen Raps-Eiweiße können zudem als wirksame Bestandteile in Reinigungs- und Pflegeprodukte für Holz- und mineralische Oberflächen eingearbeitet werden. Das habe die Arbeit an Verbraucherprodukten, die zu 100 Prozent biologisch sind, einen bedeutenden Schritt nach vorne gebracht. Der Geschäftsführer: „Umwelt und Ressourcen müssen bestmöglich geschont werden, wir müssen dringend nachhaltig wirtschaften.“ Deswegen werde sich Naturhaus in diesem Jahr gleich an zwei weiteren Forschungsprojekten beteiligen. Im Vordergrund diesmal: nachhaltige Verpackungen und der UV-Schutz von Holzoberflächen.

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