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Lkw stürzt auf A94 bei Töging um – Autobahn derzeit voll gesperrt

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Töging – Auf der A94 (München – Passau) hat sich am Montagvormittag (16. Mai) offenbar ein …
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Halton hat Hunger auf mehr

Reit im Winkler Spezialist fertig Hygienedecke für Müsli-Produzenten

Sie probieren gleich die neuesten Müslimischungen: Halton-Geschäftsführer Heinz Ritzer (rechts) und Christian Pletzenauer, Betriebsleiter von „biologon“. Halton
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Sie probieren gleich die neuesten Müslimischungen: Halton-Geschäftsführer Heinz Ritzer (rechts) und Christian Pletzenauer, Betriebsleiter von „biologon“. Halton

Die Firma Halton in Reit im Winkl will sich neue Märkte im Bereich Foodprocessing erschließen. Zum ersten Mal fertigte Halton vor kurzem eine „Hygienedecke“ für die Lebensmittelindustrie.

Reit im Winkl – Mit einem Jahresumsatz von 21 Millionen Euro und 165 Mitarbeitern zählt der Reit im Winkler Lüftungsdecken-Hersteller Halton zu den wichtigsten Arbeitgebern der Gemeinde. Bislang sei man gut durch die Corona-Zeit gekommen, berichtet die Geschäftsleitung auf Anfrage der OVB Heimatzeitungen, verbunden mit der Hoffnung, dass auch die kommenden Monate keine allzu harten wirtschaftlichen Einschnitte bringen. Die Signale sind jedenfalls positiv: Weitere Arbeitsplätze sollen entstehen, das Unternehmen will Märkte vor allem im Bereich Foodprocessing ausbauen.

Neues Marktsegment in anderer Branche

Für Halton ist es eine Premiere: Zum ersten Mal fertigte die Reit im Winkler Firma eine „Hygienedecke“ für die Lebensmittelindustrie an.

Ein Blick in die Fertigungshalle der Bio-Manufaktur „biologon“ in Hochfilzen. Fast schon steril wirkt die neu entwickelte Hygiene-Lüftungsdecke von Halton.

Sie ist 1000 Quadratmeter groß, befindet sich in der Bio-Manufaktur „biologon“ im österreichischen Hochfilzen und sorgt laut Halton für eine ideal gesteuerten Belüftung. Mit diesem Auftrag im Bereich der Lebensmittelindustrie hat sich Halton, bisher Weltmarktführer im Bereich Lüftungsdecken für gewerbliche Küchen, ein neues Marktsegment erschlossen.

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Über 150 Tonnen Müsli, Crunchy und Granola werden bei „biologon“ pro Woche in Hochfilzen produziert. Die weiße glänzende Decke mit integrierten, blendungsarmen Einzelreflektor-Leuchten erhellt mit einem angenehmen Licht die große Halle. Sie kann aber noch mehr: „Wir alle, vor allem unsere Mitarbeiter, schätzen das komfortable Raumklima sehr, das durch die technischen Annehmlichkeiten der neuen Decke entsteht“, sagt biologn-Betriebsleiter Christian Pletzenauer.

Für Halton ist die erste Hygienedecke für einen Kunden aus der Lebensmittelindustrie ein weiterer Meilenstein: „Die Lüftungsdecke ist, wie es der Name schon sagt, jetzt noch hygienischer und reinigungsfreundlicher als die Vorgängermodelle“, beschreibt es Manuel Kirchner, Leiter der Abteilung für Entwicklung und Konstruktion bei Halton. „Es gibt weniger Kanten und Fugen und es wird viel Wert auf eine möglichst geschlossene und flächenbündige Oberfläche gelegt – das erleichtert die Reinigung enorm“, so Kirchner.

Höhe und Luftverteilung eine Herausforderung

Die Einhaltung wichtiger Standards in Sachen Hygiene und Lebensmittelsicherheit werde durch die Zertifizierung nach HACCP (Hazard Analysis Critical Control Point) gewährleistet und bestätigt. „Die Decke bei biologon war eine Herausforderung – schon weil sie in enormer Höhe mit einer Hebebühne montiert werden musste“, erinnert sich Kirchner.

Auch die Luftverteilung war für die große Produktionshalle nicht einfach. Ein ausgeklügeltes Lüftungskonzept, basierend auf dem physikalischen Grundprinzip der Schichtlüftung, ermögliche trotz der vielen heißen Backöfen ideale Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter. Dabei, so erklärt der Fachmann, wird über großflächige „Quellluftdurchlässe“ in Bodennähe kühle Zuluft langsam in den Raum eingeblasen. Diese erwärmt sich an den warmen Öfen und steigt dadurch nach oben, wo sie abgesaugt werden kann. Die Luftströme sind je nach Arbeitsbereich steuerbar.

Reflektoren steuern gezielt das Licht

Ein weiterer wertvoller Bestandteil ist das von Halton entwickelte „HCL-Licht“- Halton Culinary Light, das in der Decke integriert ist und auf so genannten Reflektorleuchten basiert. Das sind hoch reflektierende Reflektoren, die die Lichtstrahlen genau dorthin lenken können, wo Licht gebraucht wird – vor allem auf die Arbeitsoberflächen. Zudem wurde ein spezieller Beleuchtungsmodus für die Reinigungsarbeiten in die Lichtsteuerung integriert.

Halton-Geschäftsführer Heinz Ritzer ist sich sicher, dass dieser Auftrag für die Bio-Manufaktur „biologon“ der Einstieg für Halton in den Lebensmittelbereich bedeutet. „Wir planen bereits mit Kunden weitere Aufträge auf diesem Sektor.“

Gute Nachrichten gibt es auch für junge Menschen: Das Unternehmen will weiterhin Lehrstellen anbieten, wie es betont. Halton bildet Metallbauer, Technische Systemplaner und Büromanagement aus.

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Lebensmittelindustrie steigt in Coronazeiten vermehrt auf Lüftungsdecken um:

Die Firma Halton Reit im Winkl ist Mitglied im Industrieverband für Haus-, Heiz- - und Küchentechnik (HKI) mit Sitz in Frankfurt. Veronique Müller vom HKI teilt auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen mit, dass Lüftungsdecken neben Lüftungshauben als Teilsegment zur Be- / Entlüftung von Gewerbeküchen eingesetzt werden. Die Auftragslage hänge von der Geschäftsentwicklung beziehungsweise Investitionsbereitschaft und -möglichkeiten der Gastroindustrie insgesamt ab. „Nach einem anfänglichen Schub aufgrund des ersten Lockdowns im gastronomischen Bereich ist die Auftragslage coronabedingt aktuell nicht sehr gut“, fährt sie fort. Bei größeren Objektausstattungen wie beispielsweise Krankenhäusern und Betriebskantinen sei eine verschleppte Fertigstellung festzustellen und längerfristig auch fehlende Anschlussplanungen. Insgesamt ist laut Müller im 2020 gegenüber 2019 ein Umsatzrückgang von 2,4 Prozent dokumentiert.

„Gastroprojekte in Kantinen von Firmen dürften wegen zunehmendem Homeofficeanteil im nicht gewerblichen Firmenteil eher insgesamt rückläufig sein“, so die Einschätzung des HKI laut Müller. Aufgrund der Ausrichtung der Mitglieder des Industrieverbands auf Küchenlüftungsdecken gebe es nicht wirklich neue Märkte. Küchenabluft mit Wrasen und Fettbestandteilen in der Abluft seien ein absolutes Spezialsegment und die Produkte könnten nicht ohne Weiteres in anderen Segmenten eingesetzt werden. „Coronabedingt werden aber zunehmend stärker die Lüftungs- und Hygieneregeln von Gewerbeküchen auch für die industrielle Lebensmittelproduktion übernommen und deshalb teilweise auch konstruktive Lösungen zur Zulufteinbringung beziehungsweise Aerosolabscheidung“, erklärt die HKI-Sprecherin.

Teilweise seien Unternehmen auch in anderen Bereichen, etwa der Industrielüftung tätig. „Aber wir als HKI Verband sind in diesen Segmenten nicht aktiv eingebunden.“

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