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INTERVIEW MIT DEM VORSTANDSVORSITZENDEN „meine Volksbank Raiffeisenbank eG“

Rosenheimer VR-Bank-Chef Wolfgang Altmüller - nah am Menschen, stark im Wettbewerb

Blickt optimistisch in die Zukunft: Wolfgang Altmüller, Vorstandsvorsitzender der „meine Volksbank Raiffeisenbank“ mit Sitz in Rosenheim.
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Blickt optimistisch in die Zukunft: Wolfgang Altmüller, Vorstandsvorsitzender der „meine Volksbank Raiffeisenbank“ mit Sitz in Rosenheim.
  • Rosi Gantner
    vonRosi Gantner
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Eine große Banken-Fusion, Herausforderungen in der Corona-Pandemie und eine Menge Zukunftspläne: Der neue Vorstandsvorsitzende der meine Volksbank Raiffeisenbank eG mit Sitz in Rosenheim, Wolfgang Altmüller (54), hat viel vor. Der neue Banken-Chef im Exklusiv-Interview.

Rosenheim/Mühldorf – Es handelte sich um die Banken-Nachricht des Jahres für die Region Südostbayern: die Bekanntgabe der Fusion der Volksbank-Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG mit der „VR meine Raiffeisenbank“ eG, vermeldet im Oktober 2019 Mit dem Zusammenschluss entstand eine der größten und stärksten Genossenschaftsbanken in Deutschland. Die Zusammenführung beider Häuser ist de facto Ende September 2020 erfolgt. Das neue Bankhaus, in dem rund 1300 Mitarbeiter beschäftigt sind, trägt nun den Namen „meine Volksbank Raiffeisenbank eG“ mit Sitz in Rosenheim. Wir haben mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Altmüller (54) über die Banken-Hochzeit, die Schwierigkeiten in Corona-Zeiten und Zukunftspläne gesprochen:

Ende September wurden die beiden Bankhäuser Rosenheim und Altötting technisch zusammengeführt, seit 1. Januar dieses Jahres sind Sie nach dem Ausscheiden von Hubert Kamml alleiniger Vorstandsvorsitzender – was konnten Sie seither bewegen, was waren die Schwerpunkte?

Wolfgang Altmüller: Im Jahre 2020 war es wichtig, die Häuser rechtlich und technisch zusammenzuführen und natürlich arbeitsfähig für unsere Kunden zu bleiben. Das Haus steht auf einem soliden Fundament. Die Aufgabe besteht nun darin, zusammenzuwachsen: Mit unseren 1300 Mitarbeitern betreuen wir für unsere Kunden ein Kreditvolumen von 8,2 Milliarden Euro und ein Anlagevolumen 11,8 Milliarden Euro. Gemeinsam wollen wir ein wertvoller Förderer unserer Heimatregion sein, Arbeitsplätze sichern und unsere Kunden kompetent beraten.

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Die Corona-Pandemie legt seit einem Jahr das Leben mehr oder weniger lahm – inwiefern hat sich dadurch Ihr Neustart erschwert?

Altmüller: Als Bank vor Ort leben wir die persönlichen Kontakte und diese fehlen uns durch Corona natürlich an der einen oder anderen Stelle. Wir bedauern, keine Kundenveranstaltungen oder Betriebsversammlungen durchführen zu können. Die technische Verankerung hilft uns in vielen Bereichen. Aber vor allem hat sich unser Geschäftsmodell einmal mehr bewährt. Für das persönliche Miteinander sind wir dankbar.

Verraten Sie uns, wie es zur Fusion der beiden Bankhäuser kam?

Altmüller: Hubert Kamml kam in der ersten Jahreshälfte 2019 auf mich zu. Das erste Treffen und damit die Geburtsstunde der Verschmelzung fand am 23. Juni im Hotel Malerwinkel am Chiemsee statt. Wir waren uns schnell in der Sache einig und auch auf persönlicher Ebene hat es von Anfang an gepasst. Für beide Häuser war es immer wichtig, durch eine selbstbestimmte und frühzeitige Weichenstellung den Erfolg der Zukunft zu sichern.

Welche Ziele haben Sie sich für die neue, zusammengeschlossene VR-Bank gesetzt – mittel- und langfristig?

Altmüller: Nahe am Menschen. Im Wettbewerb stark. Den Menschen und der Heimat verbunden.

Werden im Zuge der Fusion Stellen und damit Arbeitsplätze wegfallen? Zumindest auf Vorstandsebene wurde bereits ersichtlich ausgedünnt. Setzt sich dies in den Abteilungen fort?

Altmüller: Wir wollen das gemeinsame Haus weiterhin erfolgreich nach vorne treiben. Darum werben wir laufend um motivierte und kompetente Mitarbeiter.

Wird es zu Veränderungen im Filialnetz kommen beziehungsweise werden Schließungen ins Auge gefasst?

Altmüller: Wir wollen keinen Rückzug aus unserem flächendeckenden Filialnetz. Unser Leitbild ist es, nahe am Menschen zu sein. Bei der Fusion gab es keine Doppelpräsenzen. Prozesse zu hinterfragen und Standorte weiterzuentwickeln ist stets an den Bedürfnissen unserer Kunden ausgerichtet.

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Was wird sich für die Kunden ändern, wird es Neuerungen geben – oder bleibt alles beim Alten?

Altmüller: Da fällt mir ein Zitat von Giuseppe Tomasi di Lampedusa ein: „Es muss sich alles ändern, damit alles so bleibt, wie es ist.“ Jede Generation hat die Bank weiterentwickelt, damit sie in die Zeit passt. Auf diesem soliden Fundament gehen wir konsequent weiter und passen das Geschäftsmodell an Bedürfnisse und Rahmenbedingungen an. Gleich bleibt: Wir sind ein verlässlicher Partner unserer Heimatregion.

Mit ein Erfolgsgarant war für Ihre Bank in Altötting die Reisebranche. Sie waren selbst lange Geschäftsführer der in Altötting begründeten Raiffeisen-Touristik-Group, die deutschlandweit vertreten ist – wie steht es um diese einst so erfolgsverwöhnte Sparte?

Altmüller: Auch heute bin ich noch Geschäftsführer der Holding. Unsere Tourismusbeteiligung konnte in der Tat über viele Jahre hohe Gewinne für die Bank realisieren. Durch die Maßnahmen der Pandemiebekämpfung ist der Touristikbranche seit einem Jahr nahezu lahmgelegt. Sobald Reisen wieder möglich sind, werden wir auch wieder Buchungen haben. Die Nachfrage an Reisen ist groß. Diesen Zeitraum müssen wir überbrücken. Die Qualität unserer Produkte wird uns helfen, an die Erfolge aus der Vergangenheit anzuknüpfen.

Durch die Fusion ist die drittgrößte deutsche Genossenschaftsbank entstanden mit einer Ausdehnung weit über die Landkreisgrenzen von Rosenheim, Mühldorf und Altötting hinaus – haben Sie weitere Expansionspläne? Etliche kleinere VR-Banken wie Großkarolinenfeld-Tattenhausen oder Taufkirchen-Oberneukirchen sind nun geradezu umzingelt.

Altmüller: Auch Teile der Landkreise Traunstein, Miesbach und München befinden sich in unserem Geschäftsgebiet. Als Genossenschaftsbanken respektieren und wertschätzen wir uns gegenseitig. In verschiedenen Gremien, wie zum Beispiel den Kreisverbänden, arbeiten wir hervorragend mit unseren Kollegen zusammen. Die Fusionen der letzten Jahrzehnte haben sich für uns bewährt und sind ein erfolgreiches Konzept. Aktuell gibt es aber keine Verschmelzungspläne.

Sie haben neben Ihrer Vorstandstätigkeit noch eine ganze Reihe von Mandaten wie Aufsichtsratsposten, sind Präsidiumsmitglied im Deutschen Raiffeisenverband und ehrenamtlicher Verbandspräsident – wie lässt sich all das unter einen Hut bringen?

Altmüller: Wir sind eine starke Mannschaft und die Abläufe sind gut eingespielt. Meine Mandate lassen sich sowohl zeitlich als auch fachlich gut miteinander vereinen. Unser Haus profitiert von der Mandatstätigkeit.

Neugierig macht ein exotischer Titel, den Sie tragen: Honorarkonsul für den Karibik-Inselstaat Antigua und Barbuda – was verbirgt sich dahinter? Und wie füllen Sie das Amt aus – gerade jetzt in Corona-Zeiten, wo Reisen in weite Ferne rückt?

Altmüller: Wir haben in der Touristiksparte immer hervorragend verdient. Dann ist die Zeit gekommen, auch etwas zurückzugeben. Ich setze mich ehrenamtlich mit meinen Kontakten für den kleinen Inselstaat ein. Möglichst viele Kreuzfahrtschiffe sollen im Hafen von Saint John’s einlaufen. Der Staat lebt vom Tourismus.

Hintergrund & Werdegang

Der Vorstandsvorsitzende der „meine Volksbank Raiffeisenbank“, Wolfgang Altmüller (54, verheiratet, ein Sohn), hat nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann (1987) eine Bilderbuchkarriere hinter sich. Von 1999 an hatte er leitende Tätigkeiten bei der „VR meine Raiffeisenbank“ mit Sitz in Altötting inne, wo er 2005 zum Vorstandsvorsitzenden berufen wurde.

Hinzu kommen eine Reihe weiterer Mandate: RT/Raiffeisen-Touristik-Group GmbH, Geschäftsführer; ehrenamtlicher Verbandspräsident und Vorsitzender des Verbandsrats beim Genossenschaftsverband Bayern (GVB); Deutscher Raiffeisenverband, Mitglied des Präsidiums; Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, Mitglied des Verwaltungsrates; Allianz Versicherungs-AG und Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG, jeweils Mitglied des Aufsichtsrates; BayWa AG, Mitglied des Aufsichtsrates; FIDUCIA & GAD IT AG, Mitglied des Aufsichtsrates; FTI Touristik GmbH, Aufsichtsratsvorsitzender; Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG (BRB), Aufsichtsratsvorsitzender .

Privat geht Wolfgang Altmüller gerne in den Bergen Wandern. Von daher ist die neue Region Rosenheim fast ein kleines Geschenk, wie er gegenüber den OVB-Heimatzeitungen verriet.

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