Region schneidet bei Wirtschafts-Ranking sehr gut ab: Das sagen die Landräte zum Ergebnis

Das Magazin Focus schätztauch die Region in Bezug auf wirtschaftliche Größen ein. In einem bundesweiten Ranking haben sich die Landkreise Rosenheim, Mühldorf und Traunstein im Vergleich zum Jahr 2018 verbessert.

In einem großen Wirtschaftsranking hat das Magazin Focus Money alle Landkreise und Städte in Deutschland verglichen. Die Top 10 liegen allesamt in Bayern und Baden-Württemberg. Aus heimischer Sicht sticht in der Untersuchung für 2019 der Landkreis Traunstein hervor, der auf dem zehnten Platz geführt wird.

Von Anton Maier

Rosenheim/Mühldorf/Traunstein

Der Landkreis Rosenheim landet auf Rang 34, der Landkreis Mühldorf knapp dahinter auf Platz 36. Alle drei Landkreise konnten sich im Vergleich zum Vorjahr im Focus-Ranking verbessern. Die Stadt Rosenheim belegt Rang 136 und landet damit im oberen Mittelfeld. Für das Jahr 2018 war sie noch auf Platz 75 geführt worden.

Arbeitslosenquote wird berücksichtigt

Für die Bewertung zieht die Redaktion von Focus Money folgende Kriterien heran: Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt,Wachstum des Bruttoinlandsprodukts zum Vorjahr, Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigem, verfügbares Einkommen privater Haushalte je Einwohner, Veränderung der Erwerbstätigenzahl zum Vorjahr, Investitionen im verarbeitenden Gewerbe und Veränderung der Bevölkerungszahl zum Vorjahr.

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+++Die starke Platzierung des Landkreises Traunstein basiert vor allem auf dem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, den Investitionen im verarbeitenden Gewerbe, dem Anstieg der Erwerbstätigenzahl und der hohen Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigem. „Wir sind eine der attraktivsten Wirtschaftsregionen in Deutschland. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis harter Arbeit von Generationen sowie Ausdruck der Stärke unserer Unternehmen und Arbeitnehmer“, kommentierte Traunsteins Landrat Siegfried Walch (CSU) das Ergebnis.

Rosenheims stellvertretender Landrat Josef Huber (CSU) zeigte sich über das gute Abschneiden des Landkreises ebenfalls erfreut. Dieser sei ein Wirtschaftsraum mit hervorragenden Standortbedingungen für Unternehmen der unterschiedlichsten Branchen.

Das sagen Politiker zum Ranking

„Die Firmen schätzen die gute Anbindung an das Fernstraßennetz, die zuverlässige Energieversorgung, die Loyalität und Motivation der Mitarbeiter vor Ort und das große Freizeit- und Sportangebot. Ein weiterer wichtiger Eckpfeiler ist die Technische Hochschule Rosenheim mit derzeit über 6 000 Studenten“, so Huber.

Auf das Studienangebot der TH Rosenheim am Campus Mühldorf verweist auch Mühldorfs Landrat Georg Huber (CSU): „Seit Beginn im Jahr 2014 hat er einen enormen Zulauf zu verzeichnen. Davon profitieren natürlich die Unternehmen im Landkreis und damit auch die Wirtschaftskraft.“ Das Ergebnis spiegele die Stärke der mittelständischen Wirtschaft in Industrie, Handel und Handwerk in der Region Mühldorf wider, so Huber. „Wir stehen im engen Austausch mit der Wirtschaft und versuchen stetig, die Rahmenbedingungen für die Ansiedlung und den Ausbau von Betrieben zu verbessern.“

Anders als die heimischen Landkreise verlor die Stadt Rosenheim im Focus-Ranking deutlich an Boden. Wirtschaftsdezernent und Pressesprecher Thomas Bugl misst dem Abschneiden allerdings keine allzu große Bedeutung zu und verweist auf den Prognos-Zukunftsatlas, der regelmäßig vom Forschungsinstitut Prognos AG erstellt wird. Dort liegt die Stadt Rosenheim im bundesweiten Vergleich der Kommunen 2019 auf Platz 27, deutlich vor den Landkreisen Traunstein (76), Rosenheim (84) und Mühldorf (133).

Bewertungen unterscheiden sich

„Auffällig sind die methodischen Unterschiede“, so Bugl. „Während der Zukunftsatlas insgesamt 29 makro- und sozioökonomische Indikatoren aus den Bereichen Demografie, Arbeitsmarkt, Wohlstand und Soziale Lage sowie Wettbewerb und Innovation heranzieht, begrenzt die Focus-Studie ihre Analyse auf sechs Indikatoren“, sagt der Wirtschaftsdezernent. Platz 27 sei das bislang beste Ergebnis für die Stadt, der von Prognos „sehr hohe Chancen“ für die Zukunft bescheinigt werden.

Gegenüber den OVB-Heimatzeitungen unterstreicht Prognos-Experte Tobias Koch die hohe Dynamik Rosenheims. Der Standort besitze aber eine vergleichsweise geringere Investitionsquote der Industrie in den letzten Jahren.

„Das dürfte auch mit der stärkeren Fokussierung auf Dienstleistungsbranchen zusammenhängen“, so Koch. Handlungsbedarf sieht er beim angespannten Wohnungsmarkt. Hier sei „definitiv ein Engpass für die zukünftige Entwicklung absehbar“.

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