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ENERGIE AUS DER REGION FÜR DIE REGION

Rechtsexperte Dr. Loibl präsentiert aktuellen Stand zum EEG 2021 und Perspektiven

Im Rahmen des Regionalmanagements Traunstein fand das Biogasforum mit Akteuren aus Traunstein und Rosenheim erstmals digital statt. Die wesentliche Botschaft lautete: Die Neuregelungen des Erneuerbare-Energie-Gesetzes (EEG) 2021 ermöglichen Zukunftschancen für Biogasanlagen im kleinstrukturierten ländlichen Raum.

Traunstein – Die Flexibilisierung der Biogasanlagen wird im neuen EEG weiter gefördert und bietet somit eine Grundlage für den Aufbau einer nachhaltigen Energieversorgung. Allerdings hat sich der gesetzliche Rahmen verschärft und jede Anlage sollte vor einer neuen Antragstellung deshalb im Einzelfall auf Wirtschaftlichkeit geprüft werden.

Als überregional bekannter Rechtsexperte zum Schwerpunkt EEG und Biomasseanlagen referierte Dr. Helmut Loibl über den aktuellen Stand und zeigte Auswirkungen und Perspektiven für Biogasanlagen. Gute Nachrichten gibt es für alle Neuanlagen beziehungsweise Bestandsanlagen, die in die Folgeausschreibung übergehen: die Vergütung, die über die Ausschreibungen erzielt werden kann, hat sich um durchschnittlich zwei Cent je Kilowattstunde erhöht. Darüber hinaus können die bestehenden Anlagen mit der Anschluss- beziehungsweise Folgeausschreibung für einen Zeitraum von weiteren zehn Jahren vergütet werden. Weiterhin sollen künftig kleine Biomasse-Anlagen mit einer installierten Leistung bis zu 500 Kilowatt, die in den Jahren 2021 bis 2025 per Ausschreibungsverfahren bezuschusst werden, einen Bonus von einem halben Cent pro kWhel erhalten.

Neben den finanziellen Verbesserungen finden sich aber auch neue Anforderungen. So müssen an mindestens 4000 Viertelstunden im Jahr mindestens 85 Prozent der installierten Leistung erzeugt werden. Ebenso erhalten Neuanlagen statt dem bisherigen „doppelten Überbau“ nur noch für 45 Prozent der installierten Leistung eine Vergütung.

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Erfreuliche Neuigkeiten gibt es für Güllekleinanlagen: Neue Biogasanlagen mit einem Gülleanteil von mindestens 80 Masseprozent haben Anspruch auf den Flexibilitätszuschlag in Höhe von 65 Euro pro kWinst. Dies gilt allerdings nur, wenn die installierte elektrische Leistung zwischen 100 und 150 Kilowatt liegt. Ebenso wichtig: die Begrenzung der Bemessungsleistung für Neuanlagen wie im EEG 2017 auf 75 Kilowatt entfällt, jedoch wird um die flexible Fahrweise umzusetzen die Bemessungsleistung auf 50 Prozent ab einer installierten Leistung von 100 Kilowatt angepasst („Doppelter Überbau“). Das bedeutet konkret, dass die Vergütung für eine maximale Bemessungsleistung gezahlt wird, die 50 Prozent der installierten Leistung entspricht. Dr. Loibl verwies, dass aus diesem Grund vor allem 99 Kilowatt Anlagen rentabel sein können.

Auch ein Satellitenstandort mit Biomasse i.S.d. BiomasseV kann wieder interessant werden. Unter bestimmten Voraussetzung lohnt sich auch die Flexibilisierung der Anlagen. Den Flexzuschlag von 65 Euro je Kilowatt erhalten jedoch nur Anlagen, die bislang keine Flexprämie in Anspruch genommen haben. Im Sinne einer nachhaltigen Energienutzung wird aber in Zukunft ein umfassendes Wärmenutzungskonzept bei der Gesamtberechnung und Genehmigungsfähigkeit mit einbezogen werden müssen.

Die Koordinierung und der Ausbau der Wärmeversorgung wird ein zentraler Schwerpunkt des Regionalwerks Chiemgau-Rupertiwinkel sein. Michael Perkmann, designierter Vorsitzender und Verantwortlicher für die nächsten Planungsschritte, gab einen kurzen Überblick über die Zielsetzung der Arbeitsgemeinschaft. Im Fokus des gemeinsamen Kommunalunternehmens (gKU) aus aktuell 16 Mitgliedsgemeinden steht der Beitrag zur Energiewende. Unter anderem geht es um die Wärmekoordinierung und Stromversorgung in der Region über die Initiierung von Projekten und Kooperationen zur Stärkung der regionalen Zusammenarbeit.

Als Resümée ergab sich der Wunsch zur kommunalen Zusammenarbeit und Vernetzung seitens Landwirten, Regionalwerk und Wirtschaftsförderung. Für Fragen rund um Förderungen und Energieeffizienz steht die Energieagentur Südostbayern zur Verfügung. Zudem kann die Präsentation bei der Wirtschaftsförderung angefordert werden.re

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