So reagieren Banken und Sparkassen auf die Corona-Krise: Tilgungen können ausgesetzt werden

Alle Banken aus der Region raten dazu, bargeldlos zu bezahlen, da so jeglicher Handkontakt vermieden werden kann. dpa
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Alle Banken aus der Region raten dazu, bargeldlos zu bezahlen, da so jeglicher Handkontakt vermieden werden kann. dpa
  • Heidi Geyer
    vonHeidi Geyer
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Während sich die Politik mit Rettungsschirmen und Corona-Bonds beschäftigt, sorgen sich viele Menschen in der gegenwärtigen Situation um ihre eigenen Finanzen. Denn auch jetzt laufen Kredite weiter, für viele Firmen ist Liquidität nach Umsatzeinbrüchen gerade das große Thema. Das bieten die Banken der Region in der Krise an.

Rosenheim/Wasserburg – Kein Grund zur Sorge etwa gebe es beim Abheben am Geldautomaten. Bargeld sei an den Automaten im Moment ausreichend und rund um die Uhr vorhanden, diese würden auch regelmäßig aufgefüllt, versichern sowohl die Sparkassen Rosenheim-Bad Aibling und Wasserburg, als auch die Volksbank-Raiffeisen Bank Rosenheim-Chiemsee. Es gebe keinerlei Engpässe bei der Bargeldversorgung, meldet auch der Bundesverband der Deutschen Banken auf seiner Homepage.

Ausreichend Bargeld an Automaten vorhanden

Wer abheben möchte, kann dies ohne erhöhtes Infektionsrisiko an den Automatentasten tun. Hygienestandards werden laut Thomas Kumschier, Sprecher der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, eingehalten und kontrolliert. Desinfektionsspender wurden schon zu Beginn der Corona-Krise aufgestellt, außerdem gibt es Glasscheiben an den Theken für Kundenverkehr. Die Geldautomaten werden täglich gereinigt und desinfiziert. Und nicht zuletzt gilt es, auch am Automaten Abstand zu halten, entsprechende Klebehinweise sind vorhanden.

Banken empfehlen bargeldlos zu bezahlen

Alle drei Banken aus der Region raten allerdings dazu, bargeldlos zu bezahlen, da so jeglicher Handkontakt vermieden werden könne. Ideal sei in diesem Fall die sogenannte kontaktlose Zahlung. Diese ist sowohl mit der Bankkarte möglich, als auch mit dem Smartphone, sofern der Händler dies anbietet. Der Kunde braucht für die Nutzung des Smartphones eine entsprechende Bezahl-App auf seinem Handy, die installiert und für die Kartenzahlung freigeschaltet ist. Auf den Internetseiten der Sparkassen und der VR Bank informieren die Banken detailliert über die kontaktlosen Angebote und deren Installation.

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Zwar haben Banken offen, allerdings sind derzeit nicht alle Filialen für den Publikumsverkehr geöffnet. 20 Geschäftsstellen mit Schalter sperrt derzeit die Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling auf. 28 Filialen hingegen bieten keinen Schalterbetrieb mehr an. Die Sparkasse Wasserburg hat laut Pressemittelung 12 von 20 Geschäftsstellen zu den üblichen Zeiten geöffnet. Rund die Hälfte der Geschäftsstellen der VR Bank Rosenheim-Chiemsee ist für den Schalterbetrieb offen, die anderen sind für den direkten Kundenverkehr geschlossen.

Berater stehen online oder telefonisch zur Verfügung

Bei allen drei Banken stehen die Berater jedoch auch in den geschlossenen Filialen telefonisch oder online zur Verfügung. Sofern möglich, appellieren die Banken an ihre Kunden, das Infektionsrisiko gering zu halten und Termine nicht persönlich wahrzunehmen. Sollten Kunden Zugang zu ihren Schließfächern brauchen, bitten die Banken darum, telefonisch einen Termin zu vereinbaren.

Der Zugang ist nach wie vor sowohl bei den Sparkassen als auch bei der VR Bank möglich. Um Einkommenseinbußen aufgrund der Corona-Krise abzufedern, hat der Gesetzgeber die Banken angewiesen, dass Kredite drei Monate ausgesetzt werden können. Entsprechend kann dies bei den Banken in der Region beantragt werden, die Laufzeit des Kredits verlängert sich bei Bewilligung um drei Monate. Die gesetzliche Regelung sieht vor, dass spätestens ab Juli die vereinbarte Rate des Kredits wieder von den Kunden abgezahlt werden muss.Lesen Sie auch: Der Corona-Ticker – Aktuelle Entwicklungen zu Covid-19 in der Region, Bayern und der Welt

Seit 16. März bearbeitet die Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling die Anträge: „In den ersten zwei Wochen gingen rund 800 Anträge bei uns ein, welche einem Darlehensvolumen von rund 150 Millionen Euro entsprechen“, sagt Alfons Maierthaler, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling. Nach Auskunft von Robert Minigshofer, Sprecher der Wasserburger Sparkasse, wurden bislang knapp 160 Tilgungsaussetzungen eingeräumt. Rund 1300 Darlehen sind bei der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee von den Ratenzahlungen im Moment befreit.

Kredite können drei Monate ausgesetzt werden

Privatpersonen, die eine Kreditaussetzung beantragen möchten, können dies sowohl online als telefonisch über ihren Berater anstoßen. Voraussetzung sind Einnahmeausfälle aufgrund der Ausbreitung der COVID-19-Pandemie, die es unzumutbar machen, die Verpflichtungen aus dem Darlehensvertrag zu erfüllen, ohne den Lebensunterhalt des Antragstellers zu gefährden.

Dies muss vom Antragsteller nachgewiesen werden. Über die Möglichkeiten für Unternehmer und Selbstständige, die Corona-Krise zu überbrücken, informieren die Banken ausführlich auf ihren Internet-Seiten. Auch für sie ist eine Kredittilgungsaussetzung möglich. Die Sonderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der Landesförderbank (LfA) können direkt online bei den lokalen Banken beantragt werden.

Erster Ansprechpartner ist sowohl für Privat- als auch für Firmenkunden der jeweilige Kundenberater. Insgesamt raten die regionalen Banken zu einer Nutzung von telefonischem oder Online-Banking.

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