Sensor auf dem Ventil

Raublinger Firma entwickelt Reifendruck-Kontrolle per Smartphone – ADAC reagiert verhalten

Viele Autofahrer kontrollieren nach Einschätzung eines ADAC-Experten viel zu selten den Luftdruck ihrer Reifen.
+
Viele Autofahrer kontrollieren nach Einschätzung eines ADAC-Experten viel zu selten den Luftdruck ihrer Reifen.

Eine Raublinger Technikfirma bietet Autofahrern eine neue Möglichkeit, den Reifendruck jederzeit per Smartphone zu kontrollieren. Doch ein ADAC-Experte reagiert auf die Erfindung verhalten.

Von Korbinian Sautter

Raubling – Die Raublinger Firma Comworks Core GmbH bietet eine neue Möglichkeit, den Reifendruck jederzeit zu kontrollieren. Der Elektro-Entwickler Josef Stuffer hat mit seinem Team, bestehend aus rund 15 Mitarbeitern, einen kleinen Sensor entwickelt, den man anstatt der Schutzkappe auf das Autoreifenventil schrauben kann und der dauerhaft den aktuellen Druck darin misst.

Sensoren messen rund um die Uhr

So muss man nicht mehr bei jedem zweiten Mal tanken den Riefendruck kontrollieren, wie es der Fahrzeugtechniker des ADAC, Thomas Schwarz, empfiehlt. Denn auch diesem ist klar, dass es in der Praxis wegen des zeitlichen Aufwands und weil man sich dabei meist die Hände schmutzig macht, kaum noch jemanden gibt, der sich an diese Vorgabe hält. Dabei sorgt ein zu geringer Reifendruck laut ADAC für zweierlei Unannehmlichkeiten: Zum einen wird es schwerer, den Wagen zu kontrollieren, zum anderen kann ein Reifen aufgrund des höheren Abriebs platzen.

Lesen Sie auch:

Tipps von Experten – Wie kann ich mich vor Reifenschäden schützen?

Das soll mit der neuen Erfindung aus Raubling nicht mehr passieren. „Die ermittelten Daten des „Super-Sense-Tire- Check“ werden an eine App gesendet, die man sich kostenlos auf sein Smartphone installieren kann. So kann man den Druck auf allen vier Reifen jederzeit ablesen und bei einem eventuellen Druckverlust sofort reagieren“, erklärt der Geschäftsführer.

Vom Ventil direkt auf das Handy: Josef Stuffer aus Raubling bringt einen smarten Reifendruckmesser auf den Markt.

Idee laut ADAC-Experte nicht gänzlich neu

Diese kleine Erfindung ist dabei nicht gänzlich neu. Um den Druck auf dem Reifen zu kontrollieren, wurden laut ADAC-Experte Schwarz bereits über die letzten 15 Jahre hinweg diverse Systeme entwickelt, die alle ihre Vor- und Nachteile hätten. Zumeist sei hier jedoch kein Sensor dabei, der die Daten direkt auf das Smartphone übertragen kann.

Lesen Sie auch:

Winterreifen für das Auto kaufen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Die spezielle Mess-Variante aus Raubling entstand nach den Worten von Josef Stuffer aus einer hauseigenen Erfindung, die den Füllstand der Flüssigkeiten in einem Auto ebenfalls auf eine App überträgt. Besonders hilfreich sei die Anzeige vor allem für Fahrzeuge mit Anhängern oder Campingwagen, da diese ein höheres Gewicht aufweisen und meist längere Strecken zurücklegen.

Thomas Schwarz, ADAC-Techniker, merkt indes an, dass die meisten modernen Autos bereits ein automatisches Reifendruckmesssystem integriert hätten, das den Fahrer bei jeglichen Veränderungen warnt.

Mehr Druck auf dem Ventil

Hinzu kommt, dass der neue Aufsatz im Gegensatz zur herkömmlichen Schutzkappe mehr Druck auf das Ventil aufbauen muss, um den Reifendruck überhaupt zu messen. Daher kann der „Tire-Check“ dazu führen, dass der Reifen nicht so gut geschützt ist wie mit einer normalen Schutzkappe, was eine neue Gefahr für den Reifen darstellt, anstatt eine zu beseitigen. Auch bei längeren Ventilen gilt es aufzupassen, da diese teilweise nicht auf einen weiteren Aufsatz ausgerichtet sind. Der „Super-Sense-Tire-Check“ wurde laut Stuffer allerdings bereits ausgiebig getestet und hat bisher bei keinem Wagen für Probleme gesorgt.

Interesse aus der Reisebranche

Das Interesse ist an dem neuen Produkt dennoch groß, wie es aus Raubling heißt. „Wir sind mit den ersten Rückmeldungen sehr zufrieden“, resümiert Stuffer. „Gerade die Reisemobilbranche ist bereits sehr interessiert und wir hoffen, dass wir uns in allen Bereichen mit unserem Produkt etablieren können.“

Kommentare