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WEG FREI FÜR BANKENHOCHZEIT

Raiffeisenbank St. Wolfgang-Schwindkirchen fusioniert mit großer Schwester in Erding

Bei der Durchführung der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat: Vorstandsmitglied Reinhold Lindner.
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Bei der Durchführung der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat: Vorstandsmitglied Reinhold Lindner.

Kleine Banken haben es schwer. Darum fusioniert nun die Raiffeisenbank St. Wolfgang-Schwindkirchen mit der großen Schwester in Erding. „Wir stehen auf dünnem Eis. Auf Dauer ist eine Bank unserer Größe in diesem Umfeld sicher nicht überlebensfähig“, sagte Vorstand Felix Lechner bei der Mitgliederversammlung.

St. Wolfgang – Die Mitgliederversammlung der Raiffeisenbank St. Wolfgang-Schwindkirchen hat der Fusion mit der VR-Bank Erding zugestimmt. 86 Prozent der Teilnehmer votierten in geheimer, schriftlicher Abstimmung dafür. Vorstand Felix Lechner hatte in seiner Rede für den Schritt geworben, dessen Planung seit Anfang 2020 bekannt ist. „Wir stehen auf dünnem Eis. Auf Dauer ist eine Bank unserer Größe in diesem Umfeld sicher nicht überlebensfähig“, sagte Lechner zu den Mitgliedern.

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In beiden Banken stehe eine Nachfolgeregelung an. Durch den Zusammenschluss könnten also zwei Vorstände eingespart werden. Künftig sollen Josef Kern, Johann Luber und Lechner den Vorstand der neuen Bank bilden. Der weitere St. Wolfganger Vorstand Reinhold Lindner wechsle 2022 in die passive Phase der Altersteilzeit.

Regulatorik erdrückt die Finanzhäuser

„Fakt ist, dass es in den nächsten Jahren für Banken immer schwerer wird“, sagte Lechner. Die Regulatorik erdrücke die Finanzhäuser immer mehr. Fast drei Vollzeitmitarbeiter seien in seinem Haus allein mit den Meldungen an die Aufsicht beschäftigt. „Das ganze interne Berichtswesen ist da noch nicht enthalten.“

Im Kreditgeschäft stößt kleine Bank an Grenzen

Im Kreditgeschäft stoße die Raiffeisenbank St. Wolfgang-Schwindkirchen bei Firmenkunden immer öfter an ihre Grenzen. „Immer wenn wir die Finanzierung eines Firmenkunden nicht machen können, verlieren wir nicht nur wertvolles Geschäft, sondern können den eigentlichen Zweck unserer Existenz, nämlich unsere Kunden und Mitglieder mit Krediten zu versorgen, nicht mehr erfüllen.“

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Die Mitgliederversammlung entlastete Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig und beschloss eine Dividende in Höhe von vier Prozent. Alle drei Aufsichtsräte wurden einstimmig für den Aufsichtsrat der vereinigten Bank nominiert.

Ihre Wahl folgt erst bei der Versammlung der VR-Bank Erding. Zudem wurden Franz Finger und Günther Drobilitsch für den Wahlausschuss der vereinigten Bank nominiert.

Lindner stellte den Jahresabschluss 2020 vor. Demnach wuchs die Bilanzsumme um 7,8 Prozent auf 249 Millionen Euro. Der Bilanzgewinn schrumpfte im Coronakrisenjahr aber auf knapp 210 000 Euro, nach 245 000 Euro im Vorjahr. Die Gesamtsumme verwalteter Kundengelder betrug zum Jahresende 324 Millionen Euro. Die ausgereichten Kredite summierten sich auf 179 Millionen Euro.

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Die Raiffeisenbank St. Wolfgang-Schwindkirchen hat in ihren Geschäftsstellen 39 Mitarbeiter, davon drei Auszubildende.

Für viele Aufgaben immer nur eine Person

Die Mitarbeiter und damit zusammenhängend die Betriebssicherheit seien wichtige Gründe für die Fusion, erklärte Lechner. „Wegen unserer Größe haben wir für viele Aufgaben immer nur eine Person, die das nötige Fachwissen dafür hat. Wenn eine dieser Personen ausfällt, zum Beispiel durch Krankheit, haben wir sofort ein Riesenproblem.“ Noch dazu würden viele langjährige Mitarbeiter in den nächsten Jahren in Ruhestand gehen. „Der Fachkräftemangel hat auch die Bankbranche fest im Griff.“

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Der Schwerpunkt des gemeinsamen Geschäftsgebiets werde dann der südliche Landkreis Erding sein. „Sankt Wolfgang kann in dieser Konstellation ein wichtiger Bankenstandort bleiben“, erklärte Lechner.

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Die Geschäftsstelle Schwindkirchen bekomme hohe strategische Bedeutung, da sie im Gebiet der Stadt Dorfen liege. Damit habe die fusionierte Bank in beiden Städten des Landkreises einen Standort.

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