Premiere geglückt: Erste stricklose Versteigerung am Traunsteiner Großviehmarkt

Familie Remmelberger aus Holzen bei Kay mit dem Stier Vicar. Den Stier führt Andreas Bernhart vor, Schwager des verhinderten Betriebsleiters Andreas Remmelberger.

Nachdem der Zuchtverband Traunstein den Sommer das Glück hatte, regenfreie Markttage zu erwischen und damit die Stallungen ohne Dach genutzt werden konnten, schien es doch ratsam sich für den Winter Alternativen zu schaffen.

Traunstein – Die Kühe und Jungkühe wurden deshalb erstmals ohne Anbindung in dreier Gruppen in den Boxen der Rundbogenhalle gehalten. Die Umstellung ist durchwegs gelungen. Neuerungen fordern sehr oft Kritik hervor. Bei diesem Neustart ist hier eine Fehlanzeige zu vermelden, die Züchter genossen auf den Besucherrängen diese für sie stressarme Versteigerung. Ein Dank gilt hier an das Marktpersonal, die mit großer Motivation und viel Fachwissen agierte. Eine gute Qualität der Jungkühe und Käufer aus be-nachbarten Zuchtgebieten, Niederbayern, Südtirol und die Firma Kühnen aus den Niederlanden brachten einen zügigen Versteigerungsverlauf und steigende Preise beim Großviehmarkt.

69 Jungkühe wechselten Besitzer

Die 69 Jungkühe wechselten zu einem mittleren Versteigerungspreis von 1744 Euro den Besitzer. Die durchschnittliche Milchleistung der verkauften Jungkühe betrug 27,4 Kilogramm. Die neun Kühe zum zweiten Kalb wurden für im Mittel 1628 Euro versteigert. Die fünf Natursprungbullen konnten für Preise zwischen 1600 und 2250 Euro verkauft werden, wobei aber erneut einige Stiere keinen Interessenten fanden. Ein Paukenschlag bedeutete jedoch der Versteigerungspreis von 31 000 Euro für einen Vigor- Sohn.

Bereits im Vorfeld war klar, dass dieser Vigor- Sohn, namens Vicar aus dem Zuchtbetrieb Andreas Remmelberger, Holzen bei Kay das alleinige Interesse der Besamungstationen auf sich zieht. Allein fünf Kaufinteressenten gab es für diesen Stier. In einem Winkerduell erhielt schließlich Susanne Böhm von der Besamungsstation Greifenberg den Zuschlag.

Neben einen hohen Gesamtzuchtwert von 138 besticht der Stier auch durch einen sehr hohen Milchwert von 128. Auch weitere wichtige Zuchtwerte wie Zellzahl, Nutzungsdauer, Melkbarkeit sowie Kalbeverlauf liegen weit über den Mittelwert 100.

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Zur Entscheidung für den Kauf dürfte zusätzlich beigetragen haben, dass die Mutter Brilliant, eine Wohltat- Tochter, einige positiv vorgeschätzte Jungrinder hat und von ihr bereits mit dem Stier Malawi ein Mint- Sohn in Besamungseinsatz verkauft wurde. Auch das Exterieur der Mutter selbst und deren Tochter unterstreichen den positiven Gesamteindruck. Die teuerste Kuh des Marktes mit einem Versteigerungspreis von 2300 Euro konnte der Zuchtbetrieb Schederecker stellen. Vom Preis hob sie sich jedoch nur geringfügig von weiteren neun Jungkühen ab, die über 2000 Euro kosteten. Bei dem Markt war eine sehr breite Preisspanne festzustellen. Es waren auch 5 Jungkühe unter 1400 Euro zu erwerben.

Ein Stier, zwei Kühe und 35 Jungkühe wurden in die Niederlande und nach Südtirol verkauft. Vier Jungkühe gehen an einem Zuchtbetrieb im Rheinland. Vier Stiere, sechs Kühe sowie 13 Jungkühe wechseln an Zuchtbetriebe innerhalb Bayern.

Drei Stiere, eine Kuh und 17 Jungkühe bleiben in der Region. Die nächsten Markttermine sind der 27. November für Kälber, sowie der 19. Dezember für Großvieh.

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