Von Pliening nach Rechtmehring: Ferrodom baut Abstandshalter für Kamine und investiert 2 Millionen Euro

Domenico Colucci, Chef von Ferrodom in Rechtmehring, präsentiert sein Produkt: den Kaminabstandhalter. Der Jahresumsatz beträgt etwa eine Million Euro.
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Domenico Colucci, Chef von Ferrodom in Rechtmehring, präsentiert sein Produkt: den Kaminabstandhalter. Der Jahresumsatz beträgt etwa eine Million Euro.

Nicht nur zu Corona-Zeiten: Auch ein Schornstein braucht Abstand. Die Firma Ferrodom aus Rechtmehring produziert für die Bau-Branche Abstandshalter für Kamine. Das Familienunternehmen von Domenico Colluci ist von Pliening bei München in den Landkreis Mühldorf umgesiedelt und hat in Rechtmehring 2 Millionen Euro investiert.

Von Franz Manzinger

Rechtmehring – Sie fällt auf den ersten Blick nicht auf, die große Gewerbehalle im Rechtmehringer Gewerbegebiet Am Unterfeld. Doch hier stellt dieFirma Ferrodom für ganz Deutschland und Österreich Abstandhalter für Kamine her. Das bedeutet, zwischen dem von außen sichtbaren Kaminstein und dem rauchführenden Rohr sorgen die Abstandhalter für die entsprechende Stabilität.

Familienbetrieb mit 7 Beschäftigten

Produziert und verkauft wird ausschließlich für und an Schornstein-Hersteller und nicht direkt an private Bauherren. „Über unsere Partner haben wir aber nicht nur 90 Prozent Marktanteil von Deutschland und Österreich, sondern sind in Europa wahrscheinlich führend in dieser Nische“, sagt der 42-jährige Domenico Colucci, der die Firma in zweiter Generation betreibt. Sein Vater Ferdinando hatte damit 1998 begonnen und arbeitet mit seinen 73 Jahren weiter fleißig mit. „Wir sind ein Familienbetrieb mit insgesamt nur sieben Beschäftigten.“

Das Produkt sieht recht unscheinbar aus, ein Drahtgestell aus 3,5 Millimeter dickem Stahldraht mit Zink-Alu-Beschichtung. „Die Eigenschaft, dass der Kamin damit stabil bleibt und trotzdem insgesamt wenig Luftwiderstand entsteht, haben wir uns 2012 patentieren lassen. Darüber hinaus sorgen unsere Abstandshalter, im Gegensatz zu früheren Blech-Lösungen, für deutlich weniger Rohrbrüche beim Transport von Fertigteil-Schornsteinen“, so Colucci im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitzungen.

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Die Abstandshalter sind praktisch, handlich und schnell anzubringen. Für ein normales Einfamilienhaus werden etwa 15 Stück benötigt. Fast der gesamte Umsatz von knapp einer Million Euro wird damit generiert, verrät Colucci. Derzeit arbeitet er an einer Produkt-Diversifizierung, um sich breiter aufzustellen.

Vorher: Vor den Toren Münchens

Ferrodom hat bis vor wenigen Monaten in Pliening vor den Toren Münchens produziert. Aber das dortige Preisniveau und auch der Wunsch nach Eigentum hat den Geschäftsführer mit italienischen Wurzeln dazu veranlasst, in Rechtmehring im Landkreis Mühldorf Fuß zu fassen. Eine kleine Partnerfirma produziert diverse Teile in Italien, weil dort manche Bedingungen günstiger sind.

2 Millionen Euro am Standort Rechtmehring investiert

„In den letzten ‚Corona‘-Monaten aber haben wir alles hier gemacht, da ja die Grenzen dicht waren. Ansonsten haben wir von der Pandemie wenig gespürt, denn wir hängen unmittelbar an der Bau-Konjunktur“. Knapp zwei Millionen Euro wurden bisher am Standort Rechtmehring investiert. Um die Zukunft ist ihm nicht bange, den gebaut und geheizt wird immer, so der optimistische und sympathische Geschäftsführer.

IHK fordert B15-Ausbau

Herbert Prost, Leiter der IHK-Geschäftsstelle in Mühldorf, sagt, die Attraktivität des westlichen Landkreises Mühldorf wächst. Im Gespräch mit der Zeitung hält er fest, München könne sich praktisch nur nach Osten ausdehnen – in Richtung der Region Mühldorf. „Hier haben wir vergleichsweise attraktive Immobilienpreise und mit der A 94 die Autobahnanbindung. Man merkt aber schon, dass die Grundstückspreise anziehen“, so Prost. Er nennt Buchbach als Beispiel, wo sich die Preise in den vergangenen Jahren bereits verdreifacht haben. Für eine vernünftige Verkehrsanbindung sei auch die Nord-Süd-Achse, also der Ausbau der B15 wichtig.

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