Ökologisch und profitabel: Unternehmen aus Rosenheim und Mühldorf bei Projekt am Start

Eine Urkunde zur Ökoprofit-Auszeichnung erhielt unter anderem die Firma SMR: (von links) Jessica Kapser, Stefan Leipholz, Michael Müller und Joachim Hasler. Landratsamt Mühldorf
+
Eine Urkunde zur Ökoprofit-Auszeichnung erhielt unter anderem die Firma SMR: (von links) Jessica Kapser, Stefan Leipholz, Michael Müller und Joachim Hasler. Landratsamt Mühldorf

Dass sich die Themen Umweltschutz und profitable Betriebsführung nicht gegenseitig ausschließen, wollen Unternehmen aus den Landkreisen Mühldorf und Rosenheim unter Beweis stellen, die beim Projekt „Ökoprofit“ mitmachen. Die Betriebe sind dabei mit vielen innovativen Ideen am Start.

Von Josef Bauer

Mühldorf/Rosenheim – Es ist vielen Unternehmen ein großes Anliegen, sich beim Thema Umweltschutz mehr zu engagieren und dabei sowohl nachhaltig als auch profitabel zu wirtschaften. Im Rahmen des Ökprofit-Projektes, einer landkreisübergreifenden Kooperation zwischen Kommunen und Betrieben, haben auch jetzt wieder Unternehmen verschiedener Größe und aus verschiedenen Branchen teilgenommen, um ihren betrieblichen Umweltschutz zu verbessern.

360 TonnenCO2 eingespart

Das Ökoprofit-Programm gibt es im Landkreis Mühldorf seit dem Jahr 2006. Bisher haben sich 13 Unternehmen aus dem Landkreis beteiligt. Somit kann, allein durch die berechneten Maßnahmen, eine Energieeinsparung von rund 900 000 Kilowattstunden und eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes um rund 360 Tonnen erzielt werden. „Die Einsparungen fallen jährlich an. Somit wird ein langfristiger Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes gesichert“, sagt Christoph Mayerhofer, Klimaschutzmanager des Landkreises Mühldorf.

Lesen Sie auch: Warum die Nachfrage nach regionalen Produkten in Corona-Hochzeiten explodiert ist

Die Mitglieder der Einsteiger- und der Klub-Runde haben über ein Jahr hinweg an unterschiedlichsten Verbesserungsmaßnahmen gearbeitet. Die Landkreise Mühldorf und Rosenheim zeichneten nun die Betriebe für ihre erfolgreiche Teilnahme an der Ökoprofit-Runde aus.

Die Bereiche Regionalentwicklung und Wirtschaftsförderung der Landratsämter Mühldorf und Rosenheim unterstützen Unternehmen mit dem Projekt bei der Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes. Dabei sparen Betriebe gleichzeitig Kosten durch effiziente Ressourcennutzung sowie durch Reduzierung des Energie- und Wasserverbrauchs.

Ein weiterer positiver Aspekt

Die frei werdenden Gelder stehen den Unternehmen dann wieder zur Verfügung. Dies ist vor allem in wirtschaftlich angespannten Zeiten, wie in der aktuellen Corona-Situation, ein weiterer positiver Effekt.

Das Bayerische Umweltministerium förderte das Projekt, die Projektträgerschaft übernahm die Stadtwerke Rosenheim Versorgungs GmbH. Die Berater der Arqum GmbH betreuten und entwickelten praxisnahe Maßnahmen, mit denen die beteiligten Unternehmen Geld sparen und die Umwelt entlasten können.

Die teilnehmenden Unternehmen verzeichneten deutliche Einsparungen durch verschiedenste Maßnahmen in den umweltrelevanten Bereichen Energie, Abfall und Wasser . Ein weiterer Fokus bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen, insbesondere bei den Klub-Teilnehmern, lag auf dem Thema Biodiversität.

Lesen Sie auch:Kein Käse – Nachhaltig produzieren in Tuntenhausen

Im Bereich Strom führt zum Beispiel der geplante oder zum Teil bereits umgesetzte Umstieg auf LED- Leuchtmittel zu einer Reduzierung des Energieverbrauchs. Zudem wurden Prozesse optimiert, um Energie einzusparen, beispielsweise bei der Wärme- und Kälteerzeugung und der Abwasserbehandlung.

Die Teilnehmer des Projektes.

Hinzu kommen weitere Maßnahmen, durch deren Umsetzung jährlich 50 000 Liter Frischwasser sowie rund 10 000 Einwegbecher gespart werden können. Durch die Umwandlung von Freiflächen zu temporären Blühwiesen mit einer Größe von 8500 Quadratmetern möchte beispielsweise die Waldkraiburger Firma Netzsch Pumpen und Systeme GmbH zudem zur Erhöhung der Biodiversität beitragen und in diesem Bereich mit gutem Beispiel vorangehen.

Mittlere Amortisationszeit liegt bei 3,5 Jahren

Die mittlere Amortisationszeit der berechneten Maßnahmen – ausgenommen der Blühwiese – liegt bei 3,5 Jahren. Das bedeutet, dass die Investitionskosten der Maßnahmen nach dieser Zeit durch die jährlichen Einsparungen wieder erwirtschaftet sind.

Durch die umgesetzten Maßnahmen wird also nicht nur die Umwelt geschont, es werden auch die Kosten bei den beteiligten Unternehmen gesenkt. Und die Größenordnung kann sich durchaus sehen lassen, denn aus den Umweltprogrammen der Einsteigerrunde ergeben sich jährliche Einsparungen von insgesamt etwa 112 000 Euro.

Hohe Motivation bei den Mitarbeitern

Aufgrund der hohen Motivation der teilnehmenden Betriebe, sowie der deutlichen Erfolge hat der Landkreis Mühldorf beschlossen, das Projekt in der Region fortzusetzen. Mit der erreichten Energie- und Kosteneinsparung werde die Zielsetzung von Ökoprofit hervorragend wieder gespiegelt: zum einen die Umwelt zu entlasten und zum anderen Geld zu sparen. Das sei eine Win-Win-Situation, die für viele Unternehmen den Nerv der Zeit treffe, so Mayerhofer.

Lesen Sie auch:Das Projekt „Ökoprofit“ im Überblick

Die Erfolge des Projekts bestätigt unter anderem Michael Müller, Betriebsleiter bei dem Mühldorfer Entsorgungsspezialisten SMR: „Auch wir haben gedacht, wir kennen unseren Betrieb und mussten im Rahmen von Ökoprofit doch erkennen, dass viel Betriebsblindheit eingezogen ist. Für uns war aber auch der Austausch mit den anderen Betrieben aus völlig anderen Branchen sehr erfolgreich. Und wir haben festgestellt, wie viele Einwegbecher wir beim Kaffee brauchen.“

Die teilnehmenden Unternehmen aus der Region

Die teilnehmenden Firmen in den Landkreisen Rosenheim und Mühldorf: Inn-Klinikum Altötting und Mühldorf (Standort Mühldorf), Kloster SeeonKultur- und Bildungszentrum des Bezirks Oberbayern, Nitrochemie Aschau GmbH, Romed-Klinikum Rosenheim, SMR Schrott-Metall Recycling GmbH, Wackerbauer Maschinenbau GmbH, BTK Befrachtungs- und Transportkontor GmbH, Kraiburg TPE GmbH & Co. KG, Netzsch Pumpen und Systeme GmbH, Stadtwerke Rosenheim GmbH & Co. KG.

Kommentare