ODU STECKVERBINDUNGEN

Noch mehr Investitionen in diesem Jahr

Die Produktion von Steckverbindungen ist das Kerngeschäft von ODU. Fotos: re / sen
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Die Produktion von Steckverbindungen ist das Kerngeschäft von ODU. Fotos: re / sen

Einer der größten Arbeitgeber im Landkreis Mühldorf ist ODU, der Name kommt von Unternehmensgründer Otto Dunkel. In 75 Jahren hat es der Mittelständler zu weltweiter Tätigkeit gebracht.

Mühldorf – Das vergangene Jahr war für das Mühldorfer Technologieunternehmen ODU ein recht erfolgreiches, auch wenn man Ende 2017 den Weggang des zweiten Geschäftsführers Dr. Joachim Belz verschmerzen musste. Das 75-jährige Bestehen der Firma feierte man am Hauptsitz dennoch gebührend.

Im Moment leitet Dr. Kurt Woelfl den Betrieb alleine und gab gestern im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen einen Ausblick auf die Entwicklungen 2018. Bereits im Jahr davor hatte ODU kräftig in seine Standorte investiert: In Mühldorf wurde eine neue Montagehalle in Betrieb genommen und im Werk Mexiko eine komplette Montagelinie installiert, um den steigenden Bedarf an Hochleistungskonnektoren für die Elektromobilität bedienen zu können. Die nächste Baumaßnahme in Mühldorf ist bereits in Arbeit: Die Dreherei wird erweitert. Ebenfalls im Ausbau sei die Erweiterung der Büroflächen. Momentan beschäftigt ODU weltweit 1850 Mitarbeiter; Mühldorf ist mit rund 1000 Beschäftigten der größte Standort von ODU; zugleich gehört der Betrieb damit zu den größten Arbeitgebern des Landkreises. „Wir rechnen auch 2018 mit steigenden Mitarbeiterzahlen“, so Woelfl. Die Mitarbeiter seien die Basis des Erfolgs.

Das ist vielleicht auch einer der Gründe, warum man vor Ort an den ausländischen Standorten überwiegend mit Einheimischen arbeitet. In Mexiko habe man zuletzt wieder eine ODU-Mannschaft zusammengestellt; darunter erfahrene Mitarbeiter aus Mühldorf sowie qualifiziertes Personal, das aus der Gegend rund um San Diego in den USA und der mexikanischen Grenzstadt Tijuana kommt. „Unsere Leute aus Mexiko waren auch 2017 hier bei uns in Mühldorf, sind unter anderem geschult worden“, erzählt Woelfl. An seinem Standort Tijuana, Mexiko, produziert ODU Steckverbindungen für den nordamerikanischen Markt. Die Distribution übernimmt das eigene Logistikzentrum in San Diego. Neben Europa und Nordamerika ist Asien für ODU ein wichtiger Absatzmarkt. Die Tochtergesellschaften ODU Shanghai Connectors Manufacturing Co. Ltd. und ODU Shanghai International Trading Co. Ltd. sind für die Versorgung des asiatischen Marktes zuständig. „Wir haben es mit unseren Tochtergesellschaften geschafft, uns auch in Asien einen Namen zu machen“, so Woelfl. Er sieht mehr Wachstum in allen Regionen. Für die nahe Zukunft planen die Mühldorfer auch in Asien eine Weiterentwicklung der Produktion. Am Produktionsstandort Sibiu in Rumänien starteten im vierten Quartal 2017 die Bauarbeiten für eine neue Produktion, welche noch in diesem Jahr die bisherigen Gebäude unter einem Dach vereinen soll. Rund 440 Mitarbeiter arbeiten für ODU Romania Manufacturing. Seit zehn Jahren ist ODU in Rumänien aktiv; Kabelkonfektion und Steckverbindermontage sind dort die Schwerpunkte.

Europa ist der wichtigste Markt

Weltweit hat ODU im vergangenen Jahr etwa 170 Millionen Euro Umsatz erzielt, so Woelfl; gut 60 Prozent davon wurde im Europäischen Ausland erwirtschaftet, etwa 25 Prozent in Nordamerika, gefolgt von China und Russland. „Wir wollen in Zukunft auch auf den japanischen Markt“, beschreibt der Geschäftsführer und dass man sich vorstelle, irgendwann an jedem ausländischen Standort eine eigene Produktion zu haben. Dies sei eine der Herausforderungen, die ODU in den nächsten Jahren zu meistern habe.

Momentan liegen die Schwerpunkte des Steckverbinder-Spezialisten auf den Bereichen Medizin-, Sicherheits- sowie Prüf- und Messtechnik; außerdem auf der Industrieelektronik. Wachsen wird nach Woelfls Einschätzung auch das Segment E-Mobilität und Automotive, das aktuell etwa 15 Prozent des Geschäfts ausmacht. Ob Hybridfahrzeuge, Ladestecker oder Elektroautos: ODU sieht sich gerüstet für diesen wachsenden Markt, denn man sei in der Lage, große Bestellmengen an Steckverbindern zu liefern.

Als einen Vorteil sieht man in Mühldorf, dass dort praktisch die komplette Produktion „aus einer Hand“ stattfindet; auch eine eigene Galvanik hat der Mittelständler, in der die Rohstoffe direkt verarbeitet werden. Damit ist unter dem Dach in Mühldorf auch geballtes Wissen gebündelt: Das Management dieses Wissens ist eine weitere He rausforderung, die man laut Geschäftsführung auf unterschiedliche Weise löse, und das bereits seit mehreren Jahren.

Ein großes Thema ist auch die Ausbildung am Standort Mühldorf: 110 Azubis gibt es hier derzeit, ausgebildet wird aktuell in neun Berufen. „2019 werden es zwölf sein.“ Auch ein Duales Studium bietet das Unternehmen an, das unter anderem die eigenen, ausgelernten Auszubildenden nutzen, um sich weiter zu qualifizieren. Mit einem Durchschnittsalter von 36 Jahren und einer hohen Ausbildungsquote von 30 Azubis pro Jahr ist ODU ein relativ junges Unternehmen.

Millionenbetrag fließt in Ausbau

Das erfordere allerdings auch stetiges Dranbleiben an der jungen Generation, etwa durch spezielle Angebote an die Lehrlinge und neue Wege der Stellenausschreibung.

Neben dem Nachwuchs investiert ODU nach eigener Aussage in diesem Jahr viel in das eigene Wachstum: Über 20 Millionen Euro fließen 2018 nach Mühldorf selbst, in neue Maschinenanlagen, nach Mexiko und China. Daheim in Oberbayern werde das Hochwasserschutzkonzept des Standorts, von langer Hand geplant, abgeschlossen sein. Damit blicke man positiv in die Zukunft: Die Wachstums-Pläne lägen im wahrsten Sinne des Wortes in trockenen Tüchern.

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