Niedrigzinsen prägen auch das Jahr 2019

Vorstandsvorsitzender Roger Pawellek(rechts) und Vorstand Stefan Nieß bei der Vorstellung der Geschäftszahlen 2019 der Kreissparkasse Traunstein-Trostberg. Kretzmer

Traunstein – Das anhaltende Niedrigzinsniveau prägte die Geschäftsentwicklung der Kreissparkasse Traunstein-Trostberg auch im Jahr 2019.

Die Bilanzsumme erhöhte sich um 5,8 Prozent oder 139 Millionen Euro auf 2,534 Milliarden Euro. Die Gesamteinlagen steigerten sich um 127 Millionen Euro oder 6,6 Prozent auf 2,064 Milliarden Euro. Dazu Vorstandsvorsitzender Roger Pawellek bei der Bilanz-Pressekonferenz mit Vorstand Stefan Nieß: „Das zeigt, es wird weiterhin gespart. Uns fließt mehr Geld zu, als wir an Neukrediten vergeben können.“ Insgesamt sei die Entwicklung „stabil“.

Kreditgeschäftwächst weiter

Die Sichteinlagen wiesen mit 1,451 Milliarden Euro einen Zuwachs um 152 Millionen Euro oder 11,7 Prozent auf. Pawellek sprach von einem „Trend weiterhin zu kurzfristigen Liquiditätsanlagen“, während langfristige Spareinlagen 2019 erneut rückläufig waren. Die Gesamtausleihungen bezifferte der Vorstandsvorsitzende mit 1,277 Milliarden Euro, 70 Millionen oder 5,8 Prozent mehr als 2018. Deutlich gestiegen um 13,8 Prozent oder 38 Millionen Euro auf 316 Millionen Euro seien die Neuzusagen für Kredite. Die Zahl der Sparkonten senkte sich gegenüber 2018 von 68 593 auf 65 158, während sich die Giro-/Geldmarktkonten um gut 1100 auf 88 547 erhöhten.

Zinsüberschuss von33,1 Millionen Euro

Die Kreissparkasse erwirtschaftete gegenüber 2018 einen um 1,6 Prozent verringerten Zinsertrag von 38,2 Millionen Euro, dem ein um 18,4 Prozent höherer Zinsaufwand von 5,1 Millionen Euro entgegenstand. Das bedeutete einen Zinsüberschuss von 33,1 Millionen Euro, der unter dem Strich um eine Million Euro oder 2,9 Prozent niedriger als 2018 ausfiel. Der Provisionsüberschuss bewegte sich nach Pawellek mit 13 Millionen Euro etwa auf Vorjahresniveau. Der „ordentliche Aufwand“, also Sach- und Personalkosten, summierte sich zu 35,2 Millionen Euro. Die Personalkosten allein machten 22,2 Millionen Euro aus, 1,8 Prozent mehr als 2018 – obwohl sich die Zahl der Mitarbeiter von 401 auf 385 durch natürliche Fluktuation reduzierte. Die Kreissparkasse hatte letztes Jahr 24 Auszubildende, zwei mehr als 2018.

„Sehr erfreulich“, so der Bankchef, stellte sich das Immobiliengeschäft dar: „Wir konnten 94 Objekte im Wert von 26,5 Millionen Euro vermitteln. Das entspricht einem Plus von acht Prozent. Wir hätten mehr verkaufen können. Jedoch übersteigt die Nachfrage das Angebot an Objekten deutlich.“

Die Kreissparkasse Traunstein-Trostberg bleibt im Landkreis Traunstein ein wichtiger Steuerzahler. Gemäß Prognose werde man für 2019 rund 3,5 Millionen Euro an Körperschafts- und Gewerbesteuer leisten, hob Pawellek heraus. Hinzu komme ein Fremdenverkehrsbeitrag von 90 000 Euro. 460 000 Euro seien als Spenden und Sponsoring an rund 430 Vereine, Organisationen und Projekte geflossen.

Im März seien die Vorbereitungen angelaufen für das neue Kunden-Service-Center am Sparkassenplatz in Traunstein. Die neue Filialstruktur sei ab Juni 2019 eingeleitet worden. Die Geschäftsstellen werden dafür anders ausgestattet und der Beratungsservice intensiviert. Die Zahl der Geschäftsstellen wurde von 30 um 13 auf 17 gemindert. Von den 13 seien nur zwei geschlossen, elf jedoch zur SB-Versorgung in der Fläche umgerüstet worden, informierte Pawellek. Das neue Beratungscenter in Traunstein wird am 24. April eröffnet, später folgen Trostberg, Traunreut und Grass au.

Auch beim Vorstand wird gespart

Mitte 2019 wurde der langjährige Vorstand Josef Schallinger in den Ruhestand verabschiedet. Die Position sei nicht neu besetzt worden, berichtete Pawellek: „Der Vorstand spart auch, wurde von drei auf zwei Personen verkleinert.“

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