WIRTSCHAFTSEMPFANG IN MÜHLDORF

„Nicht abwarten – ausprobieren!“

Manuela Binzer-Maier und Ulli Maier, Maier Walzen GmbH.
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Manuela Binzer-Maier und Ulli Maier, Maier Walzen GmbH.

Internet der Dinge, Digitalisierung und Cybersicherheit: Themen beim Wirtschaftsempfang. Die geladenen Unternehmer nahmen neues Wissen und eine „Hausaufgabe“ mit auf den Weg.

Mühldorf– Zum diesjährigen Wirtschaftsempfang hatte die Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern mit der Kreishandwerkerschaft sowie den beiden Landkreisen Mühldorf und Altötting in den Stadtsaal eingeladen. Rund 600 Unternehmer, Politiker und regionale Vertreter kamen. Der Wunsch der Initiatoren: den Dialog zwischen Wirtschaft und Politik stärken. So waren als Diskussionsgäste MdB Stephan Mayer, innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion eingeladen sowie Franz Obermayer, Vorstand der Complimant AG aus Kirchweidach und Magnus Kalkuhl, Experte für Sicherheits- und Zukunftstechnologien. Sie diskutierten in der Dialogrunde die Frage „Cybersicherheit – alles unter Kontrolle?“ Die Runde komplettierte Matthias Schmidt, Experte für Cybercrime vom Bayerischen Landeskriminalamt. Die Gäste im Saal hatte Vortragsredner Magnus Kalkuhl auf die Diskussion eingestimmt. Im kurzweiligen Vortrag ging es darum, „wie das Internet der Dinge unser Leben verändert“, um neue Smart Home Technologien, Künstliche Intelligenz und welchen praktischen Nutzen Unternehmen daraus ziehen können – sofern sie diese Technologien überhaupt beachten und sich mit ihnen befassen. Geht es nach Kalkuhl, dem ehemaligen Leiter des europäischen Forschungs- und Analyseteams beim Anti-Virus-SoftwareSpezialisten Kaspersky Lab, würden Betriebe schon mehr mit den neuen, digitalen und smarten Möglichkeiten experimentieren.

Gefahr aus dem Internet ist an der Tagesordnung

Er gab den anwesenden Unternehmern mit auf den Weg, lieber „klein“ in Teilbereichen anzufangen und nach interessierten Mitarbeitern Ausschau zu halten, die wiederum andere für digitale Themen begeistern können: „Erst einmal das machen, was möglich ist und Erfahrungen sammeln, bevor andere schneller sind, weil man sich nicht an die neuen Techniken herangetraut hat.“

In der anschließenden Dialogrunde ging es unter anderem darum, wie Unternehmen mit dem Risiko Cybercrime umgehen können. Matthias Schmidt vom LKA warnte: „Betriebe sollten auf Angriffe aus dem Internet genauso gut vorbereitet sein wie auf einen Brandfall. Internetkriminalität hat schon so manche Existenz gekostet.“ Er selbst erlebe im Berufsalltag oft Fälle, in denen für Daten Lösegeld verlangt werde („Wanna cry“-Schadprogramme) oder in denen E-Mails von vertrauten Absendern ganze IT-Systeme lahmlegten. Das Credo der Runde war jedoch: Die Technologien der „vierten industriellen Revolution“ bedeuteten einen gesellschaftlichen Umbruch, der Chancen für die nachfolgenden Generationen berge. Ausprobieren, Spaß haben, sollte im Vordergrund stehen. Oder wie es Magnus Kalkuhl ausdrückte: „Einfach mal den Zeh ins kalte Wasser halten.“

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