Neujahrsempfang in Rott: Unternehmen und Bürger treffen sich

Beim Neujahrsempfang in Rott wurden auch einige Schüler für einen Notenschnitt unter 2,0 ausgezeichnet. Julia Sonnentag (hinten links) schaffte sogar einen Schnitt von 1,0 und bekam als erste Frau seit 17 Jahren ein Stipendium für das Maximilianeum in München. Hinten in der Bildmitte Franz Ametsbichler (links), Vorsitzender des Bundes der Selbstständigen in Rott, und Bürgermeister Marinus Schaber. klemmer
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Beim Neujahrsempfang in Rott wurden auch einige Schüler für einen Notenschnitt unter 2,0 ausgezeichnet. Julia Sonnentag (hinten links) schaffte sogar einen Schnitt von 1,0 und bekam als erste Frau seit 17 Jahren ein Stipendium für das Maximilianeum in München. Hinten in der Bildmitte Franz Ametsbichler (links), Vorsitzender des Bundes der Selbstständigen in Rott, und Bürgermeister Marinus Schaber. klemmer

Beim Neujahrsempfang des BDS-Gewerbeverbandes und der Gemeinde Rott standen im Mittelpunkt das ehrenamtliche Engagement der Bürger, die lokale Karriere der Gemeinde und die internationale Karriere der Alpma Alpenland Maschinenbau GmbH. Erneut wurden auch kommunale Leistungsträger ausgezeichnet.

Von Thomas Kirchgraber

Rott – Franz Ametsbichler, Vorsitzender des Bundes der Selbstständigen (BDS) Rott, hob die zentrale Bedeutung eines ehrenamtlichen Engagements innerhalb der Gemeinde hervor, ohne die eine Gesellschaft, eine Gemeinde nicht bestehen könnte. „Wir Firmen im BDS werden immer das Ehrenamt auf allen Ebenen unterstützen.“

BDS in Rott als „Muster-Ortsverband“

Florian Lemmrich, Vizepräsident des BDS-Gewerbeverbands Bayern, bezeichnete den Ortsverband Rott aufgrund dessen vielfältiger Aktivitäten als „Muster-Ortsverband“. Er verwirkliche vorbildlich das generelle Motto des BDS, Heimat für den Mittelstand zu sein. Der älteste Wirtschaftsverband Bayerns, führte Lemmrich aus, vertrete gegenwärtig rund 15 000 Mitgliedsbetriebe in circa 300 Ortsverbänden und bringe die Interessen des Mittelstands den politischen Mandatsträgern in Bund, Land und Gemeinde näher.

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Der BDS spreche sich insbesondere gegen die „sinnlose Kassenbon-Pflicht“ aus, die eine hohe Umweltbelastung darstelle und einen Generalverdacht gegenüber dem Handel ausspreche, allesamt Steuerhinterzieher zu sein. Lemmrich sagte weiter, der BDS wolle als eigenes Produkt eine Rente für Selbstständige anbieten sowie ein Notfall-Konzept für den Fall erstellen, wenn in einem Betrieb von einem Tag auf den anderen der Chef nicht mehr zur Verfügung steht.

Rotts Bürgermeister Marinus Schaber (BfR) stellte seine letzte Rede als Bürgermeister bei einem Neujahrsempfang unter das Motto „Nur wer an die Zukunft glaubt, glaubt an die Gegenwart“. Es lohne sich, in Rott zu arbeiten und zu leben. Einnahmen aus der Gewerbesteuer von über zwei Millionen Euro seien ein Beleg, dass viele Firmen zum Wohlstand der Gemeinde beitragen, so Schaber, und ein Garant dafür, Großprojekte wie den Neubau der Schule in einer Gesamthöhe von 18 Millionen Euro stemmen zu können.

An interessanten Projekten, die 2020 in der Gemeinde anstehen, nannte Schaber den Spatenstich für den Neubau der Schule, das 150-jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr, die Anschaffung eines neuen Feuerwehrautos, die Erweiterung des Gewerbegebiets Eckfeld und das neue Wohnbaugebiet Meiling Süd.

Ehrenamtliche keine Selbstverständlichkeit

„Stellen Sie sich vor“, so Schaber, „dass wir keine Vereine hätten, weil kein ehrenamtliches Engagement mehr vorhanden wäre: unvorstellbar, aber für viele allzu selbstverständlich. Das müssen wir uns stets bewusst machen!“

Nach Schabers Hinweis „Geht es der Alpma gut, geht es der Gemeinde gut“, übernahm deren Geschäftsführer Gisbert Strohn das Wort und führte den etwa 270 Versammelten beim Neujahrsempfang vor Augen, warum das Unternehmen als Anbieter von Schneide- und Verpackungstechnik sowie Anlagenbau für Käsereien auf dem Weltmarkt erfolgreich ist. Rund 870 Mitarbeiter, davon 72 Auszubildende, generieren laut Strohn gegenwärtig einen Jahresumsatz von etwa 175 Millionen Euro. Der Exportanteil betrage rund 80 Prozent, außerhalb Europas liege er bei etwa 50 Prozent.

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Zum Abschluss der Veranstaltung wurden Leistungsträger aus unterschiedlichen Bereichen gewürdigt, die auf großer Bühne ihre Ehrungen aus den Händen von Ametsbichler und Schaber entgegennahmen: 16 Schüler von Mittelschule, Realschulen und Gymnasium sowie 13 Schüler verschiedener Berufsschulen mit Jahresabschlüssen besser als 2,0.

Fünf Schüler erhielten zu ihren Abschlüssen noch zusätzlich einen Staatspreis der Regierung von Oberbayern. Schreinerin Johanna Daxenberger war Zweitbeste der Innung in der praktischen Prüfung und Siegerin beim Innungs-Wettbewerb für die besten Gesellenstücke.

Sechs Rotter Bürger wurden für besondere Leistungen in ihren Ehrenämtern gewürdigt, zudem bekamen die Deutschen Ü40-Damen-Basketballmeister ihre Auszeichnungen sowie ein üppiges Schokoladen-Präsent überreicht, das die Firma Dengel gestiftet hatte.

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