Lecko mio! Zwei Ampfinger Studenten machen Shirts mit bayerischen Sprüchen ihrer Oma

,Moda di Bavaria‘: Tobias Kallus und Korbinian Anzenberger machen Mode, die bayerisches Heimatgefühl auf moderne Art transportiert.Petzi
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Eine neue Ampfinger Modelinie verbindet unter dem Motto #edeltraut ein großes Stück Heimatgefühl mit modernen Stilelementen. Eine große Rolle spielt dabei ein Sprüchebücherl der Großmutter.

Ampfing/Zangberg – Tobias Kallus und Korbinian Anzenberger machen Mode, die bayerisches Heimatgefühl auf moderne Art transportiert. ‚Moda di Bavaria‘ heißt ihr Label, das erst seit Herbst am Start ist und das die beiden jeweils 25 Jahre alten Jungs sozusagen aus ihren Studentenwohnheimen heraus auf die Beine gestellt haben.

T-Shirts mit bayerischen Sprüchen

Eigentlich sollten sich Korbinian und Tobias nach ihrem Bachelor in Betriebswirtschaftslehre auf ihr Masterstudium konzentrieren. Ein Start-up-Unternehmen zu gründen, das planten die beiden seit Schulzeiten befreundeten Studenten aber schon lange. Eine ehrgeizige Idee, die in Form von T-Shirts, Sweatshirts und Hoodys in allen Farben mit genuin ‚boarischen‘ Sprüchen und Motiven über ihren Online-Versand bestellt werden können.

Es sind auch Bayerische Sprüche, die Korbinian Anzenberger von seiner Oma aufgeschnappt hat, die auf den Textilien von ,Moda di Vabria‘ landen.

Zündende Idee kam in klausurarmer Zeit

Die zündende Idee kam Korbinian Anzenberger im März 2019 in einer ‚Verschnaufpause‘ während der Klausuren. Das Rad neu erfunden hat der in Passau studierende Ampfinger zwar nicht, er wollte es verbessern. „Es gab schon bayerische Modelinien, die mit Sprüchen auf Kleidungsstücken arbeiten. Die sind meiner Meinung nicht sehr kreativ und kosten gutes Geld.“

Hochwertige Mode für alle

Mode in hochwertiger Qualität, die sich alle leisten können, das war seine Vision, von der er Tobias, dessen Eltern selbst seit Jahren im Nebenerwerb Shirts bedrucken oder besticken, schnell überzeugte. „Wir haben einen Drucker zuhause im Keller. Damit bin ich groß geworden“, erklärt der junge Zangberger, der in Nürnberg studiert.

So ist die Arbeitsteilung bei "Moda di Bavaria"

Tobias brachte die Maschinen, das Handwerkliche mit und kümmert sich um die steuerlichen Fragen. Korbinian bespielt das Social-Media-Marketing und sorgt für kreative Ideen. Begonnen hat es mit einer Herbstkollektion, die Tobias zuhause im Keller sowie in seinem Studentenwohnheim gedruckt und versandt hatte.

Corona kann "Moda di Bavaria" nicht stoppen

Die aktuelle Frühjahrskollektion hat eine Druckerei übernommen. Zuviel Nachfrage. Es läuft gut, der Umsatz liegt bislang im fünfstelligen Bereich. Selbst der Corona-Shutdown konnte das Start-up-Unternehmen nicht stoppen. Dennoch: „Ohne eine richtige Aufgabenteilung wäre das Projekt während des Studiums freilich kaum zu stemmen“, beteuert Korbinian. ‚Basst scho!‘ – Auch so ein Spruch, der auf ihren ‚In-Klamotten‘, die unter dem Motto #edeltraut laufen zu lesen ist.

Apropos Motto: Das soll die junge Unternehmensphilosophie von ‚Moda di Bavaria‘ ausdrücken: hochwertige Textilien mit 100 Prozent Baumwolle, die ein Unternehmen aus Belgien liefert, verbunden mit vertrauten Sprüchen und Motiven. Aber auch mit solchen, die Oma und Opa noch vertraut waren und die man heute vielleicht nicht mehr kennt.

Traditionalität als neue Pop-Kultur

„Das wäre dann der sprachwissenschaftliche Aspekt unserer Arbeit“, sagt Korbinian, der so manch alte Redewendung von seiner Oma bei Familienfeiern aufschnappt und in eine moderne Form bringt: ‚Lecko mio – Dios mio!‘ So etwas kommt an. Die Schwierigkeit sei nur, dass die bayerisch und österreichische Sprache so viele Facetten hat und eigentlich von Dorf zu Dorf etwas anders gesprochen wird. Wie soll man den Text schreiben, dass sich jeder wiederfindet?

Bairisch ist bunt

Keine Frage: Die ‚bairische‘ Sprache ist bunt. Und sie wird von den Jungen wieder gern in den Mund genommen. Woran das liegt? Generell habe sich in Sachen Tradition und Heimatverbundenheit bei der jungen Generation etwas getan – seien es Trachtenmode, Volksfeste oder Musik. Die neue ‚Pop-Kultur‘ lebe eine moderne ‚Traditionalität‘, erklärt Tobias. „Wir bringen mit unserer Mode nur noch mehr Schwung in diese Tendenz rein!“

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Noch mehr Schwung bringt seit einigen Wochen ein neuer Partner mit ein: Korbinian und Tobias gewannen mit Schönramer eine Szene-Brauerei mit langer Tradition aus dem Landkreis Traunstein. „Das passt zu unserer Mode, die man sowohl im Alltag als auch zur Lederhose kombinieren kann“, finden Korbinian und Tobias, die weitere Brauerei-Kooperationen und eine Modelinie für Kinder planen.

Was macht „Moda di Bavaria“ so besonders? „Wir bieten hochqualitative faire Mode zu fairen Preisen an. Unsere Motive sind keine 0815-Sachen, sondern jedes Motiv hat eine Geschichte zu erzählen. Das gibt es sonst nirgends.“

Wichtiger Baustein für die Wirtschaft

„Für die positive wirtschaftliche Entwicklung der Region sind erfolgreiche Existenzgründungen wie das junge Ampfinger Modelabel ein ganz wichtiger Baustein“, sagt osef Geisberger, Kreis- und Regionalentwicklung am Landratsamt Mühldorf. Vom Einfallsreichtum und Engagement heimischer Gründer zeuge beispielsweise auch das Ampfinger Startup feed!it, das auf den dritten Platz beim Businessplan Wettbewerb Ideenreich 2020 landete. „Um Start-ups im Landkreis zu fördern, kooperieren wir derzeit eng mit dem Stellwerk 18, dem Gründerzentrum für den südostoberbayerischen Raum.“ Hier würden Start-ups und Jungunternehmer gebündelt und kompakt die Hilfestellungen erhalten, die sie für das Gelingen ihrer Gründung benötigen. Es gebe auch Initiativen im Landkreis, die innovative Gründerszene zu unterstützen und eine moderne Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. pet

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