RKW-STANDORT WASSERBURG

Neue Maschine schafft 15 Arbeitsplätze in Wasserburg

Spektakulär war die Anlieferung des Ethanoltanks, der 18 Tonnen Leergewicht hat und 100 000 Liter fassen kann. RKW

Wasserburg – Der Kunststoffhersteller RKW ist gerade dabei, auf seinem Betriebsgelände in der Alkorstraße in Wasserburg eine neue Produktionsanlage für bedruckte und silikonierte Folien zu realisieren.

Eine Summe im „oberen einstelligen Millionenbereich“ nimmt die RKW-Gruppe für den Produk tionsstandort Wasserburg in die Hand, um eine neue, sogenannte 1pc-Anlage zu bauen. Die Unternehmensgruppe gehört zu den weltweit führenden Herstellern hoch spezialisierter Folienlösungen.

EinzigartigerPrototyp

In der neuen Anlage in Wasserburg können ein Mehrfarbendruckwerk und ein Beschichtungswerk auf völlig neue Weise miteinander kombiniert werden“, wie Johannes Heintges von der Firmenleitung erklärt. Es handle sich um einen von der RKW entwickelten Prototypen, der in dieser Form einzigartig ist „und am Markt als Komplettmaschine so nicht erhältlich ist“. Die restlichen Baugruppen sowie das dazugehörige Maschinengestell wurden in Wasserburg konzipiert, im Detail geplant und von lokalen Maschinenbauunternehmen gebaut. Auch die dazugehörige Elektroplanung und die Software wurden vom Wasserburger Team entwickelt und umgesetzt. „Es war ein komplexes, he rausforderndes Projekt, das gezeigt hat, wie viel Expertise und Innovationskraft in unserer Belegschaft stecken“, so Werksleiter Heintges. Er sei stolz auf das Projektteam.

Eine kontinuierliche und reibungslose Versorgung der neuen Anlage machte eine Anpassung der Peripherie unumgänglich. So wurden eine neue Abgasreinigungsanlage sowie Lagergebäude und Handling für Druckfarben installiert. Für die Lösemittelversorgung wurde ein 16 Meter langer und 100 000 Liter fassender Tank in der Erde versenkt, der die Druckprozesse vollautomatisch mit einem Leitungsnetz direkt in die Druckanlage versorgt, so Heintges. Spektakulär sei die Anlieferung der Tanks gewesen sowie die Platzierung der 45 Tonnen schweren Maschine. Das war das größte Bauteil. So mussten eigens Wände am Betriebsgebäude geöffnet werden.

Vom Beginn der Planung bis zum ersten Testlauf verging ein Jahr. Bald kann die Anlage in Betrieb gehen. „Dann werden hier pro Jahr mehr als 250 Millionen Quadratmeter Pouch-Folie vom Band laufen – eine besonders weiche und raschelarme Umverpackungsfolie für Damenbinden, die außen mit bis zu vier Farben bedruckt werden kann.“

Die millionenschwere Investition werde sich in den nächsten Jahren nicht nur in den Umsatzzahlen widerspiegeln. „Da der RKW-Standort in Wasserburg rund um die Uhr im Schichtbetrieb produziert, können mit Inbetriebnahme der neuen Anlage gut 15 neue Arbeitsplätze in der Produktion für die Region geschaffen werden.

Die Corona-Krise hat bisher keine Auswirkungen auf das Unternehmen, wie Heintges erklärt. „Wir haben zum einen intern sehr früh auf die Situation reagiert, einen Krisenstab gebildet, diverse Maßnahmen umgesetzt, die Mitarbeiter laufend mit Informationen versorgt, sodass wir durch die gesamte Zeit ununterbrochen und sehr erfolgreich produzieren konnten“, sagt der Werksleiter. So konnte RKW Wasserburg jederzeit die Lieferkette aufrecht erhalten.

Groß ist die Freude von Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl, „dass gerade in einer Krisenzeit, wo andere Betriebe Kurzarbeit haben, die RKW Wasserburg eine neue Anlage baut und Arbeitsplätze schafft. Das ist ein positives Signal für die Zukunft. Zudem handle es sich um eine „umweltfreundliche Anlage mit einem geschlossenen System, das unsere Kläranlage nicht belastet“.

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