Mühldorf: Neues Zeitalter bei Burkhard

Der neue Geschäftsführer Peter Hermle (links) und Betriebsleiter Robert Kolbinger vor dem neuen Firmenschild. Der Name Burkhard GmbH bleibt, die Zugehörigkeit zum weltweit agierenden SAM-Konzern wird betont. Burkhard

Mit Peter Hermle hat die Firma Burkhard Maschinenbau in Mühldorf einen neuen Geschäftsführer. Der 51-Jährige ist Nachfolger des ehemaligen Inhabers Uli Burkhard, der das Unternehmen 37 Jahre lang leitete, seit 1944 ist die 100 Jahre alte Firma in Mühldorf ansässig.

von Markus Honervogt

Mühldorf – Hermles Berufung ist wichtiger Bestandteil eines Umgestaltungsprozesses, der vor fünf Jahren begonnen hat. Zentraler Punkt ist die Integration des Unternehmens in den neuen Besitzer Sitec und dessen Mutterkonzerns SAM.

Sitec ist ein Maschinen- und Anlagenbauer vor allem im Bereich Luftfahrt. 2014 kaufte das Bad Tölzer Unternehmen die Firma Burkhard, mit der Sitec schon lange vorher zusammenarbeitete. Geschäftsführer blieb bis in dieses Frühjahr der ehemalige Besitzer Uli Burkhard, Peter Hermle kam als Berater ins Haus.

Das Mühldorfer Unternehmen ist laut Hermle weiter unabhängig. „Wir können unser eigenes Ding machen“, betont er. Durch die Firma Sitec im Hintergrund genieße Burkhard allerdings Vorteile, die das vorherige Familienunternehmen nicht gehabt habe. Vor allen die Finanzierung und das Auftreten gegenüber Banken sei mit der starken Mutter im Rücken leichter geworden.

Auf der anderen Seite erwarte Sitec „eine positive Marge, seit der Übernahme haben wir nicht so geglänzt“, sagt Hermle. Ziel sei zunächst eine schwarze Null. „Wir sind dabei, unsere Margen so anzupassen, dass die Gesellschafter zufrieden sind.“

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Grundsätzlich will Hermle die Ergebnisverbesserung durch höhere Effizienz und eine optimierte Produktion erreichen. Kostensparungen durch Personalkürzungen seien nicht geplant. 65 Mitarbeiter, – davon neun Auszubildende – sind derzeit beschäftigt. Das ist nach Angaben von Betriebsleiter Robert Kolbinger eine leichte Steigerung gegenüber den Vorjahren. Kolbinger würde den Personalstand gerne erhöhen, ein Problem sei der Fachkräftemangel.

Heuer investiert das Unternehmen laut Hermle eine Million Euro, für die Produktion von Flugzeugteilen war der Kauf spezieller Maschinen notwendig, die in einer eigenen Halle auf dem Firmengelände im Industriepark untergebracht sind. Erweiterungsmöglichkeiten gibt es nach seinen Angaben auf einem Nachbargrundstück, dass der Firma bereits gehört. Der Standort sei langfristig gesichert, sagt Hermle.

Auch nach der Übernahme will Burkhard als „verlängerte Werkbank“ für Unternehmen aus der Industrie fungieren und vor allem Prototypen und Kleinstserien von einem bis zu zehn Teilen fertigen. 20 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet Burkhard laut Hermle mit der eigenen Mutter Sitec. Grundsätzlich sei das Engagement im Bereich der Luftfahrt vorteilhaft. Die Branche arbeite in längerfristigen Zyklen als beispielsweise Autozulieferer und sei deshalb weniger konjunkturanfällig.

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Derzeit wickele Burkhard auch wegen der aufwendigen Dokumentationspflicht seine Luftfahrt-Aufträge noch über Sitec ab, längerfristig sei die eigenständige Zertifizierung geplant. Eines der hoch technisierten Produkte, die Burkhard fertigt, sind Hydraulikzylinder für Frachtklappen des Airbusses A 320.

Burkhard und Sitec sind Teil des weltweit agierenden Luftfahrtkonzers SAM aus Singapur. Das Unternehmen beschäftigt weltweit über 2000 Mitarbeiter und hat zahlreiche Tochterfirmen wie Sitec.

Der neue Burkhard-Geschäftsführer Hermle lebt in Dingolfing hat Maschinenbau an der Technischen Universität München studiert und zuletzt als Geschäftsführer für Dornier Seawings in Schanghai gearbeitet. Dort wird die Dornier Seastar entwickelt, ein zweimotoriges Amphibienflugzeug, das im Wasser und an Land landen kann.

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