Mühldorf: Diakonisches Werk verbucht Umsatz von 40 Millionen Euro – Fachkräftemangel ein Problem

Beeindruckende Zahlen präsentierte der Bereichsleiter Finanzwesen Simon Wadislohner zum Jahresabschluss 2019 bei der Mitgliederversammlung des Diakonischen Werks Traunstein .
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Beeindruckende Zahlen präsentierte der Bereichsleiter Finanzwesen Simon Wadislohner zum Jahresabschluss 2019 bei der Mitgliederversammlung des Diakonischen Werks Traunstein .

Eindrucksvolle Zahlen zum Jahresabschluss 2019 des Diakonischen Werks Traunstein hatte der Bereichsleiter Finanzwesen Simon Wadislohner bei der Mitgliederversammlung im Wilhelm-Löhe-Zentrum in Traunreut vorzulegen.

Traunstein/Mühldorf – Den Einnahmen in Höhe von rund 40 Millionen Euro standen allein für die Personalkosten Ausgaben in Höhe von 30 Millionen Euro gegenüber, also 75 Prozent der Gesamtausgaben. Die Diakonie betreibt zahlreiche soziale Einrichtungen in der Region, unteranderem die Fachakademie für Erzieherberufe in Mühldorf-Starkheim.

Insgesamt ergibt sich in der Gewinn- und Verlustrechnung, wie Wadislohner zusammenfasste, ein Jahresfehlbetrag von rund minus 181 000 Euro, etwa 34 000 Euro mehr als 2018 – damals waren es minus 147 000 Euro. Dabei habe sich das reine Betriebsergebnis gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert: von minus 483 000 Euro im Jahr 2018 auf nunmehr minus 246 000 Euro.

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Zufrieden merkte Wadislohner an, dass dem umfangreichen Zahlenwerk einmal mehr der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk der Wirtschaftsprüfer für alle drei Firmenbereiche erteilt worden war. Die Prüfung sei diesmal – wegen Corona – erstmals extern erfolgt, was den Ablauf deutlich schwieriger gestaltet und hohe Herausforderungen für alle Beteiligten mit sich gebracht habe.

Andreas Karau, der Vorsitzende des Diakonischen Werks, ergänzte zu den Finanzberichten, dass das Jahresergebnis von 2019 nicht zuletzt vom Fachkräftemangel beeinflusst sei. Es habe Aufnahmestopps in den Einrichtungen gegeben und Aufträge in der ambulanten Pflege hätten abgelehnt werden müssen, einfach weil nicht genügend Fachkräfte zur Verfügung standen. Außerdem sei 2019 noch die Schneekatastrophe dazugekommen, „richtig Geld“ habe für die neue IT-Infrastruktur — also die Informationstechnik — ausgegeben werden müssen und nicht zuletzt habe es durch Krankheiten sowie Renteneintritte einen hohen Personalwechsel samt der damit zusammenhängenden Neueinarbeitung gegeben.

Auch Verbesserungen bei der Seniorenhilfe

Wie Wadislohner weiter berichtete, konnte auch bei der Diakonie Service- und Pflege gGmbH, in der die Seniorenhilfe abgebildet ist, die Kostensteigerung von rund vier Prozent gegenüber dem Vorjahr mit Ertragssteigerungen von etwa 4,5 Prozent mehr als kompensiert und dadurch auch eine Verbesserung des Ergebnisses gegenüber 2018 erreicht werden. Die Jahresrechnung weist ein Plus von knapp 56 500 Euro aus – bei einem Umsatz von 8,6 Millionen Euro und einer Bilanzsumme von 1,34 Millionen Euro.

Krisendienst Psychiatrie eingerichtet

Als dritte Gesellschaft gibt es noch die D&B Team GmbH, die für den Krisendienst Psychiatrie eingerichtet worden ist – ein Dienst, der über die üblichen Zeiten hinaus auch allabendlich ab 16 Uhr sowie an den Wochenenden und an Feiertagen für Notfälle bereitgehalten wird. 131 000 Euro betrugen die Einnahmen, vor allem aus der Personalkostenerstattung des Bezirks, dem stehen Ausgaben in Höhe von rund 140 000 Euro entgegen. Somit ergibt sich in der Gewinn- und Verlustrechnung ein Minus von rund 9000 Euro.

Klienten-Kontakte auf 35800 angestiegen

Die Anzahl der Kontakte zu Klienten des Diakonischen Werks ist gegenüber dem Vorjahr von etwa 32 600 auf 35 800 gestiegen. Diese Zunahme geht laut Wadislohner hauptsächlich auf Kurzkontakte zurück, die von knapp 22 000 auf gut 25 000 angestiegen sind. Diese hohe Anzahl an Klienten-Kontakten wurden in den drei Firmen von 1015 Mitarbeitern bewältigt, 34 mehr als im Jahr zuvor. In einem Rückblick auf die vergangenen 40 Jahre zeigte Wadislohner auf, dass sich deren Zahl, seit etwa zehn Jahren, um die 1000 Personen herum einpendelt. Wie der frühere Geschäftsführer Georg Kohler ergänzte, habe er 1978 mit 130 Mitarbeitern begonnen. edh

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