Mittelschule kooperiert mit Molkerei Bauer: Mehr Schüler für Ausbildung gewinnen

Freuen sich über den Abschluss der ersten Bildungspartnerschaft der Mittelschule Wasserburg (von links): Michael Müller, Personalleiter der Privatmolkerei Bauer, Manuela Wimmer, Ausbildungsleitung, Maria Albert, Leiterin der Mittelschule, Thomas Gebert, Bildungsberater der IHK Rosenheim, und Wolfgang Janshen, Geschäftsstellenleiter der IHK Rosenheim.

Premiere: Die Mittelschule Wasserburg und die Molkerei Bauer haben ihre erste IHK-Bildungspartnerschaft abgeschlossen. Ziel der Kooperation ist es, Wirtschaft und Schule besser zu vernetzen und Schülern berufliche Möglichkeiten aufzuzeigen.

Wasserburg – Die Mittelschule Wasserburg hat am vergangenen Freitag ihre erste Bildungspartnerschaft der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rosenheim mit der Privatmolkerei Bauer geschlossen. Ziel einer solchen Partnerschaft ist es laut IHK, Wirtschaft und Schule zu vernetzen.

Vom Betriebspraktikum bis zum Gemeinschaftsprojekt Laut Vereinbarung sollen den Schülern die „Vielfalt beruflicher Möglichkeiten näher gebracht“ und bei der „Berufsorientierung und -wahl unterstützt“ werden. Mit einer Bildungspartnerschaft wolle man aber auch dem Bedarf in der Region an Auszubildenden, insbesondere im handwerklich-technischen Bereich, sowie dem demographischen Wandel begegnen, so IHK-Leiter Wolfgang Janshen.

Zehn Partnerschaften wird es geben

Hauptsächlich gehe es darum, mehr Schüler für eine berufliche Ausbildung zu gewinnen. Insgesamt zehn dieser Partnerschaften zwischen Unternehmen und Schulen gibt es laut Janshen bereits in der Region Rosenheim.

Siebe Module

Vom Betriebspraktikum bis zum Gemeinschaftsprojekt Offenbar sind Bildungspartnerschaften eine Maßnahme, um die Attraktivität von Ausbildungsberufen wieder ins rechte Licht rücken. Die Vereinbarung in Wasserburg ist in sieben Modulen gegliedert. Diese können in verschiedene Jahrgangsstufen und Schulfächer integriert sowie in Unterrichtspläne eingegliedert werden – in Begleitung einer verantwortlichen Lehrkraft.

Einblicke in Arbeitsalltag

Die Module beinhalten, dass Schüler der Wasserburger Mittelschule die Möglichkeit zu einem Betriebspraktikum bei der Privatmolkerei Bauer bekommen, ein umfangreiches Bewerbungstraining erhalten, mit Besuchen von Ausbildern und Auszubildenden „live“-Einblicke in den Arbeitsalltag erhalten und am „Girls/Boys Day“ bevorzugt ins Unternehmen eingeladen werden.

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Außerdem ist ein Gemeinschaftsprojekt von Schülern und Auszubildenden zum Punkt „Nachhaltigkeit“ vorgesehen und der Besuch von „Berufsbotschaftern“ in einer Schulklasse, um die jeweils spezifische Berufsausbildung und das dazu gehörende Berufsbild vorzustellen. Beim Berufsinformationsabend Anfang des kommenden Jahres will sich die Firma Bauer als Arbeitgeber präsentieren und seine Ausbildungsberufe und neue Ausbildungsrichtungen vorstellen.

Digitalisierung im Handwerk

Digitalisierung gilt auch für Ausbildungsberufe Die Digitalisierung finde auch in Handwerksberufen statt, so Ausbildungsleiterin Manuela Wimmer. Diese Veränderung in manchen Berufsbildern von den Betrieben zu den Schülern zu transportieren, sei wichtig. Auch hierfür sei die Bildungspartnerschaft gut, da sie Schüler und Azubis in Kontakt bringt.

Mittelschule als wichtiger Partner

Mit Blick auf die schwierige Situation, qualifizierte Fachkräfte im handwerklich-technischen Bereich zu finden sieht Michael Müller, Personalleiter bei der Firma Bauer, in der Mittelschule einen wichtigen Partner: „Wer zufrieden ist mit der Ausbildung, bleibt.“ Gerade in den nun vereinbarten Bewerbernachmittagen sieht er eine große Chance für beide Seiten, da man sich hier wirklich kennen lernen und besser entscheiden könne, ob man zueinander passe.

„Einstieg in berufliche Laufbahn“

Thomas Gebert, Bildungsberater der IHK, wies darauf hin, dass eine Ausbildung der „Einstieg in eine lange, berufliche Laufbahn“ sein kann. Besonders erfreute zeigte sich die Leiterin der Mittelschule, Maria Albert, dass ihre Schützlinge nun professionelle Unterstützung bei dem wichtigen Punkt Bewerbung erhalten. Die Schule könne dies fachlich nicht abdecken. Die Bildungspartnerschaft soll schon zum laufenden Schuljahr starten. Am Ende des Schuljahres will man wieder zusammen kommen, um die Vereinbarungen zu überprüfen und, wenn notwendig, anzupassen.

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