Milder Februar beflügelt den regionalen Arbeitsmarkt

Überaus robust und stabil präsentiert sich die Arbeitsmarkt in der Region im Vergleich zu den Zahlen im Vorjahr und im Vormonat. Klinger/OVB-Heimatzeitungen

Üblicherweise steigt im Februar witterungsbedingt die Arbeitslosigkeit. Doch der milde Winter sorgt heuer – trotz der gesamtwirtschaftlichen Eintrübungen – auf dem Arbeitsmarkt in der Region für eine bemerkenswerte Stabilität: Gegenüber dem Vormonat bleibt die Arbeitslosenquote unverändert.

Rosenheim/Traunstein/Mühldorf – Milde Temperaturen, kaum Schnee, wenig Niederschläge: Der ausgefallene Winter wirkt sich auch auf dem Arbeitsmarkt in der Region aus. Denn die Regel, dass im Februar die Arbeitslosenzahlen steigen, ist heuer außer Kraft gesetzt. Im Vergleich zum Vormonat blieb die Zahl der Arbeitssuchenden unverändert – obwohl auf dem Arbeitsmarkt eine bemerkenswerte Dynamik herrscht.

Michael Vontra, der kommissarische Leiter der Agentur für Arbeit Rosenheim, verweist stellvertretend auf die Baubranche: „Wo es wit-terungsbedingt oder baustellentechnisch ging, haben die Beschäftigten vereinzelt die Arbeit wiederaufgenommen.“

Kein Stillstand auf dem Arbeitsmarkt

Vontra betont, dass die nach wie vor vergleichsweise positive Lage auf dem Arbeitsmarkt keineswegs Stillstand bedeutet: So haben sich im Bereich der Arbeitsagentur Rosenheim, der die Stadt und den Landkreis Rosenheim sowie die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen umfasst, von Mitte Januar bis Mitte Februar 2580 Personen neu gemeldet, 1300 davon aus Arbeit. Demgegenüber standen 2810 Abmeldungen, 1080 davon wegen Beschäftigungsaufnahme. „Die Abmeldungen gehen quer durch alle Branchen und alle Berufe“, so Vontra. Die meisten Abgänge gab demnach in den Berufsgruppen Unternehmensführung und -organisation (50) sowie (Innen-)Ausbau-, Verkaufs- und Medizinische Gesundheitsberufe (jeweils 30). Und auch in den Hoch- und Tiefbauberufen haben sich schon vereinzelt Arbeitslose abgemeldet.

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Zur Stellensituation erklärt Vontra: „Unternehmen haben dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Rosenheim im Februar 1190 neue Stellen gemeldet. Das waren 470 mehr als im Vormonat, aber 170 weniger als vor einem Jahr. Insgesamt waren im Betrachtungszeitraum 4400 vakante Arbeitsplätze bei der Agentur für Arbeit gemeldet, 60 mehr als im Vormonat und 530 weniger als vor einem Jahr.“ Zahlreiche neue Jobangebote wurden beispielsweise in den Bereichen Gesundheits-und Sozialwesen (150), Verarbeitendes Gewerbe (110) und Gastgewerbe (100) gemeldet.

Diese Entwicklung unterstreicht nach Vontras Einschätzung die Stabilität des regionalen Arbeitsmarktes – trotz der globalen wirtschaftlichen Eintrübun-gen. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren lag die Arbeitslosenquote im Februar bei fünf Prozent und vor 20 Jahren sogar bei 5,5 Prozent.

Stadt Rosenheim

Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent (Vormonat: 4,4; Februar 2019: 4,4 Prozent). Derzeit sind 1562 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB-III-Kunden, die durch die Arbeitsagentur Rosenheim betreut werden, erhöhte sich die Arbeitslosenzahl um zwei auf 853. Für 709 arbeitslose SGB-II-Kunden, 18 weniger als im Januar, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt Rosenheim zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2050 erwerbsfähige Leistungsberechtigte.

Landkreis Rosenheim

Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 2,6 Prozent (Vormonat: 2,6; Februar 2019: 2,6 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen für den Landkreis beträgt 3682. Hier sind 2544 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 95 weniger als im Vormonat. Das Jobcenter Landkreis Rosenheim kümmert sich um 1138 arbeitslose SGB-II-Kunden, 20 weniger als im Januar. Insgesamt betreut das Jobcenter 3044 erwerbsfähige Leistungsberechtigte.

Landkreis Traunstein

Im Landkreis Traunstein betrug die Arbeitslosenquote im Februar 3,2 Prozent, das ist ein Gleichstand zum Januar. Im Februar 2019 lag sie bei 3,3 Prozent. 3100 Menschen sind arbeitslos gemeldet, 103 Menschen weniger als vor einem Jahr. Im Vormonatsvergleich sind es 51 Menschen oder 1,6 Prozent weniger. 843 Neumeldungen wurden in Traunstein registriert, das sind 560 weniger als im Januar. „Wenn die schneefreie Witterung anhält, gehen wir davon aus, dass der Saisonhöchststand überschritten ist“, erläutert Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein. Von den 3100 arbeitslos Gemeldeten zählen 2175 Menschen zu den Kunden der Agentur für Arbeit (SGB III) und 925 zu den Kunden des Jobcenters (SGB II). Im Arbeitgeberservice waren im Februar 1215 Stellenangebote registriert, gegenüber Januar sind das 122 mehr.

Landkreis Mühldorf

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Mühldorf lag im Februar bei 3,6 Prozent, ein Gleichstand zum Januar. 2343 Menschen waren gemeldet, 38 weniger als im Vormonat und 100 mehr im Vorjahresvergleich, als die Quote bei 3,5 Prozent lag. 684 Menschen beendeten im Februar ihre Arbeitslosigkeit – 155 mehr als im Januar, eine Steigerung um 29,3 Prozent. 646 Menschen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos. 743 Stellenangebote sind im aktuellen Bestand, hiervon 209 neu aufgenommene. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 124 Stellen weniger, im Vergleich zu Januar waren es 38 mehr. ku/re

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