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Metzgerhandwerk in großer Sorger: Wenig Gesellen für einen unverzichtbaren Beruf

Sie sind die Prüfungsbesten: Kristina Kaierleber bei den Fachverkäuferinnen und David Stadler bei den Metzgern. Der stellvertretende Kreishandwerksmeister Johannes Haas (links) und der stellvertretende Obermeister der Metzger-Innung, Johann Reiter (rechts) gratulierten.
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Sie sind die Prüfungsbesten: Kristina Kaierleber bei den Fachverkäuferinnen und David Stadler bei den Metzgern. Der stellvertretende Kreishandwerksmeister Johannes Haas (links) und der stellvertretende Obermeister der Metzger-Innung, Johann Reiter (rechts) gratulierten.

Freisprechungsfeier der Metzger-Innung Traunstein-Berchtesgadener Land in Kraimoos bei Traunstein. Vier Metzger und fünf Metzgerei-Fachverkäufer stellten sich erfolgreich zum Abschluss ihrer Lehrzeit der Gesellenprüfung. Bei all der Freude gab es aber auch Bedenken, um die Zukunft des Handwerks.

Traunstein – Frische Fleischwaren, möglichst regional hergestellt und beim Metzger des Vertrauens um die Ecke gekauft – das ist der Wunsch vieler Verbraucher. Ob dieser langfristig erhalten bleibt, hängt auch von der Anzahl des beruflichen Nachwuchses ab.

Über die Jahre gesehen rückläufige Zahlen bei den Metzgern und Fachverkäuferinnen bringen da echte Sorgen im Metzgerhandwerk, ihren Verantwortlichen in den Betrieben und der Innung mit sich.

Bildung wird vernachlässigt

Dennoch überwog die Freude bei der Freisprechungsfeier der Metzgerinnung Traunstein-Berchtesgadener Land in Kraimoos bei Traunstein. Vier Metzger und fünf Metzgerei-Fachverkäufer stellten sich erfolgreich zum Abschluss ihrer Lehrzeit der Gesellenprüfung.

Stellvertretender Obermeister Johann Reiter betonte, dass die Innung stolz auf die jungen Gesellen sei. „Wir brauchen euch, ihr seid unsere Zukunft. Sonst gibt es bald keine handwerklichen Metzgereien mehr!“. Kritik übte er an der Vernachlässigung der beruflichen Bildung. Auch von politischer Seite würde ihr eine zu geringe Wertschätzung zu Teil. Jetzt sei „das Gejammere groß“.

Studiendirektorin Petra Ottensarndt von der Staatlichen Berufsschule 1 in Rosenheim blickte zurück auf die dreijährige Berufsausbildung. Die Auszubildenden hätten zum Teil sehr weite Schulwege zurücklegen müssen.

Das Lernpensum sei dazu eine Herausforderung gewesen. Corona-bedingter Lockdown der Berufsschule sei eine weitere Herausforderung gewesen, die bewältigt werden musste. Sie betonte, dass die Zeugnisnoten sehr ansprechend seien – einige haben den Mittleren Bildungsabschluss erreicht, andere einen Staatspreis erhalten.

Hohe Ansprüche

Organisatorisch finden die Prüfungen seit einigen Jahren in enger Kooperation der Berufsschulen in Traunstein und Traunreut statt, die Auszubildenden besuchen die Berufsschulen in Traunreut und Rosenheim.

Stellvertretender Kreishandwerksmeister Johannes Haas dankte den Mitgliedern des Gesellenprüfungsausschuss für ihr Engagement. Er zählte die hohen Ansprüche auf, die an Metzger und die Fachverkäufer gestellt würden. „Sie sind mitverantwortlich für das Bild, das der Betrieb in der Öffentlichkeit abgibt.“

Die jungen Gesellen hätten im Zeitalter von Massenproduktion und Supermärkten ein traditionelles Handwerk gelernt. So hätten regionale Vermarkter und Nahversorger in Ortskernen noch immer eine Chance. In einer kurzen Zeremonie sprach er sie im Nachgang von den Pflichten der Ausbildung frei und hob sie feierlich in den Gesellenstand.

Prüfungsausschuss ehrenamtlich

Studiendirektor Friedrich Adler von der Staatlichen Berufsschule I Traunstein lobte die engagierte, ehrenamtliche Arbeit des Prüfungsausschusses. Individuell wurde jeder einzelne Geselle vorgestellt: Ishtiaq M. Mushtaq vom Ausbildungsbetrieb Metzgerei Trinkberger in Palling, Alexander Sperl (bfz in Mühldorf), David Stadler (Metzgerei Sichert, Laufen) und Markus Thomaszewski (Metzgerei Braunsperger, Laufen) sind die neuen Metzger-Gesellen. Kristina Kaierleber (Scherer’s tägliche Frische, Schnaitsee), Helena Planitscher (Metzgerei Kastner, Berchtesgaden), Lucas Sobe (Scherer’s tägliche Frische, Schnaitsee), Anna Christin Thaler (Metzgerei Palmberger, Obing) und Rene Zemke (Edeka Lechertshuber & Wimmer, Marktl) sind die neuen Fachverkäufer und -verkäuferinnen. Der Notendurchschnitt aus Theorie und Praxis lag bei den Metzgern bei 2,62, bei den Fachverkäufern bei 2,70.

Attraktive Sachpreise

Besonders ausgezeichnet wurden die Innungssieger David Stadler bei den Metzgern und Kristina Kaierleber bei den Fachverkäuferinnen, mit den jeweils besten Prüfungsergebnissen. Die Leistungen der Beiden wurden zusätzlich mit attraktiven Sachpreisen gewürdigt. Der prüfungsbeste Metzger schloss mit einem Notendurchschnitt von 2,5 ab, die prüfungsbeste Fachverkäuferin mit glatten 2,0.

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