Metzger mit Nachwuchssorgen: Innung und Verband Altötting-Mühldorf suchen dringend Azubis

Die Currywurst wird 70
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Deutschlands Handwerk leidet unter Nachwuchsmangel, besonders gebeutelt sind einige traditionelle Berufe: So hat sich die Zahl der Metzgerlehrlinge in den vergangenen zehn Jahren in etwa halbiert. Diese Tatsache stand im Mittelpunkt der Herbstversammlung der Metzgerinnung Altötting-Mühldorf.

Tüßling – Trotz größter Anstrengung konnten nur wenige Azubis für den Metzgerberuf begeistert werden, sodass man sich um den Erhalt des Schulstandortes in Altötting „Gedanken“ machen muss. Dies war der Leitgedanke im Gasthof Steiner in Tüßling bei der Herbstversammlung der Metzgerinnung Altötting-Mühldorf. In einem kurzen Rückblick ging Obermeister Sepp Berghammer auf die wichtigsten Veranstaltungen ein – unter anderem auf die Bildungsmesse in Mühldorf. Hier zeigten junge Nachwuchskräfte die Vielfalt des Metzgerberufes den Schulabgängern auf. Oberstudienrätin Christina Einsle informierte vor Ort neben Berghammer über die berufliche Aus- und Weiterbildung für Metzger und Fachverkäuferinnen. Nebenher sorgten die Vorstandskollegen für den Brotzeitverkauf.

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Der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Markus Saller bot den Innungsmitgliedern ein Seminar zum Thema „Arbeitsrecht/Tarifrecht“ an. Angedachter Termin für diese Veranstaltung wäre Anfang 2020 und ist speziell für das Metzgerhandwerk ausgelegt. Hierzu würden die Seminartage zeitlich so abgesprochen, dass die Arbeitsabläufe im Betrieb nicht gestört würden. Ein wesentlicher Punkt der Herbstversammlung war das Referat von Diplom-Ingenieur Svenja Fries, stellvertretende Geschäftsführerin vom Fleischerverband Bayern zum Thema: „Listerien in Lebensmitteln“. Hierzu lobte sie die Metzgereien, die mit vorbeugenden Produktionsmaßnahmen, gezielter Reinigung und mikrobiologischen Eigenkontrollen den Wachstumsbedingungen dieser Keime „keine Chance geben“.

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Die Referentin wies auch auf die turnusgemäßen Qualitätsprüfungen des Fleischerverbandes Bayern hin. Neben dem guten Geschmack der Grundvoraussetzung sei, führe der Fleischerverband Bayern als einzige deutschlandweite Qualitätsprüfung eine mikrobiologische Untersuchung aller eingesandten Produkte durch. „Somit garantieren Sie Ihren Kunden die geprüfte Keimfreiheit Ihrer Erzeugnisse nachweislich“, fügte die Referentin an.

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Zu guter Letzt versorgte Svenja Fries die Innungsmitglieder mit Informationsmaterial für Weiterbildungsmöglichkeiten und Seminare im Bildungszentrum des Fleischerhandwerks in Augsburg und sagte von Seiten des Fleischerverbandes den Innungen Unterstützung (mit speziellem Werbematerial) bei der Lehrlingsfindung zu.

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