Metalle bearbeiten oder zur Polizei?

Sägen, was das Zeug hält:Schüler testeten ihr Talent am Stand eines Metallverarbeitungsbetriebs. Weithofer
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Sägen, was das Zeug hält:Schüler testeten ihr Talent am Stand eines Metallverarbeitungsbetriebs. Weithofer

Wasserburg – Wie geht’s weiter nach der Schule?

Mit dieser Frage quälen sich nicht wenige junge Leute herum. Doch es gibt Hilfe: Das Netzwerk Schulewirtschaft Bayern ist eine Institution, die sie dabei unterstützt, die richtige Wahl zu treffen. Es geht darum, Orientierung zu geben. Rund 600 Schüler aus allen Schularten konnten in der Badria-Halle in Wasserburg mit zahlreichen Firmen aus der Region in direkten Kontakt zu kommen, konnten sich über Produkte und Dienstleitungen informieren. Die Neugier war groß: Das Angebot unter dem Titel „Berufliche Bildung – Zukunft für alle“ wurde gern angenommen. Umlagert waren die Stände der Wasserburger Molkerei Bauer, wo die Gäste sich eigenen Joghurt mixen konnten, und auch die des Metallbaubetriebs Hutterer, wo es Metallsägen zum Üben gab. Und auch sonst konnte viel getestet werden: schweißen, löten, schrauben, mauern. Die Polizei und die Arbeitsagentur informierten ebenfalls über ihre Aufgaben. Hildegard Goy, Lehrerin am Luitpoldgymnasium, lobte die Veranstaltung: „Unsere Schüler gehen zwar oft nicht direkt in eine Ausbildung, aber es ist bestimmt nicht schlecht, etwas darüber zu erfahren.“

Der stellvertretende Kreishandwerksmeister Rudi Schiller sagte, es sei wichtig, dass die Schüler an Ort und Stelle ausprobieren, was zu ihnen passt. In Vertretung des bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger brach dessen Amtschefin in Dr. Sabine Jarothe eine Lanze für die berufliche Bildung: „Sie bietet genauso große Chancen und Möglichkeiten wie das Studium.“ Man könne genauso viel Geld wie Akademiker verdienen. Auf welchem Feld sieht sie die besten Zukunftschancen? „IT und Digitalisierung – all das ist in der beruflichen Bildung ein ganz zentrales Thema.“ Die sozialen Berufe würden aber auch sehr wichtig bleiben. Man müsse stets bereit sein, sich für Neues zu öffnen, fügte sie hinzu.

Beim Rundgang durch die Halle zeigte sich das große Interesse an der Veranstaltung, die Schüler konnten viele Anregungen mit nach Hause nehmen. Die 15-jährige Lea verriet, dass sie später mal in einem Krankenhaus arbeiten will. Sophia, 14, strebt ebenfalls ins Gesundheitswesen. Der 17-jährige Niklas weiß noch nicht, was er später mal machen will. „Ich schau mir alles mal an.“ Für handwerkliche Berufe interessiert sich Anna, 14: „Raumausstatterin finde ich cool.“ Ronja (15) will Polizistin werden, aber zunächst macht sie ein Praktikum in einem Kfz-Betrieb. „Der Motivationstag war ein Erfolg. Die Schüler haben sich ausprobieren können und sind mit vielen Akteuren ins Gespräch gekommen“, so Markus Hösl-Liebig, Vorsitzender der Initiative Schulewirtschaft Wasserburg und Leiter der Realschule. Winfried Weithofer

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