AZUBI-SERIE: PHARMAZEUTISCH-TECHNISCHER ASSISTENT

Mehr als Tee und Tabletten

Milena Loferer ist Verena Grafs „Nachfolgerin“ als angehende PTA. Hier ist sie beim Teemischen in der Apotheke, eine ihrer liebsten Aufgaben.
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Milena Loferer ist Verena Grafs „Nachfolgerin“ als angehende PTA. Hier ist sie beim Teemischen in der Apotheke, eine ihrer liebsten Aufgaben.

Die 18-jährige Milena Loferer aus Bernau darf sich „endlich in der Praxis einbringen.“ Seit Herbst 2017 arbeitet sie in der Aschauer Schlossapotheke als Pharmazeutisch- Technische Praktikantin.

Aschau i. Chiemgau – „Praktikantin“ ist sie im Moment deshalb, weil sich nach zwei Jahren Berufsschule in München nun ihre sechsmonatige praktische Ausbildung in der Apotheke anschließt, ehe sie sich – nach staatlicher Anerkennung– offiziell PTA (pharmazeutisch-technische Assistentin) nennen darf. Spaß machen ihr am meisten dabei die Laborarbeit und das Tee-Mischen, wie sie erzählt.

Entscheidung fiel in der 9. Klasse

Und diese Arbeiten zeigen schon Teile der facettenreichen Arbeit, hat sich doch der Beruf der PTA in den letzten Jahren von der ursprünglichen Assistenzkraft des Apothekers in Labor und Rezeptur zu einem vielseitigen und verantwortungsvollen Beruf entwickelt.

Während Milena über ein Berufspraktikum in der 9. Klasse bei einer Apotheke auf den „Geschmack“ gekommen ist, interessierte sich Verena Graf aus Frasdorf schon von Kindesbeinen an für das Sammeln von Kräutern, sodass sie schließlich ihr Hobby zum Beruf machte. Die 19-jährige, ausgebildete PTA ist die Vorgängerin von Milena in der Apotheke, im vergangenen Jahr hat sie ihre Ausbildung mit der Traumnote 1,0 abgeschlossen.

15 Schulfächer und Ferienpraktika

Die Voraussetzung für die Ausbildung als PTA ist ein Realschul- oder gleichwertiger Abschluss, und dann brauche es noch „manuelle Geschicklichkeit, die Fähigkeit zu sorgfältigem und verantwortungsvollem Arbeiten sowie Kontaktfreude und Einfühlungsvermögen im Umgang mit kranken Menschen,“ ergänzt Claudia Zangerl, Inhaberin der Schlossapotheke. Milena Loferer erzählt, dass sie in den zwei Jahren Ausbildung an der PTA-Schule in München insgesamt 15 Schulfächer hatte. Neben den Fächern wie Chemie, Galenik, Botanik, Drogenkunde, Arzneimittel-, Körperpflege- und Ernährungskunde und Diätetik gab es auch praktische Übungen zur Untersuchung von Körperflüssigkeiten, Erkennung von Arzneipflanzen, Herstellung verschiedener Arzneiformen sowie zum EDV-Umgang.

In den Ferien habe sie zudem ein vierwöchiges Praktikum in einer Apotheke absolvieren müssen, ehe sie im Sommer ihre schulische Ausbildung mit einer schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfung abgeschlossen habe.

Nun stehe noch die sechsmonatige, praktische Ausbildung an, die die Bearbeitung ärztlicher Verschreibungen sowie die Beratung und Information der Patienten hinsichtlich der ordnungsgemäßen Anwendung und Aufbewahrung von Arzneimitteln und apothekenüblichen Waren einschließt. Im Rahmen ihrer Ausbildung lernt Loferer auch, Arzneimittel, Arznei- und Hilfsstoffe zu prüfen. Rechtsvorschriften gilt es ebenfalls zu beachten. „Das Schönste aber ist es, im Labor Arzneimittel und Cremes selbst herzustellen“, da sind sich Loferer und Graf einig.

Als künftige, beziehungsweise ausgelernte PTAs müssen sie auch über die Anwendung von Hilfsmitteln und Medizinprodukten wie Kompressionsstrümpfe oder Inkontinenzprodukte Bescheid wissen. Außerdem sollen sie Kunden bei Ernährungs- und Diätfragen sowie zu Produkten der Kosmetik und Körperpflege beraten und informieren können.

Die praktische Ausbildung endet für Loferer mit der mündlichen Prüfung im Fach „Apothekenpraxis“. Die Zukunftsaussichten ihres Berufs, sei Loferer während ihrer Ausbildung erklärt worden, seien „gut bis sehr gut“, denn pharmazeutisch-technische Assistenten können sich in bestimmten Beratungsfeldern spezifisch weiterbilden und eigenständige Verantwortungsbereiche innerhalb der Apotheke übernehmen.

Vielfältige Optionen im Berufsleben

Aufgrund ihrer Ausbildung sind PTAs aber nicht nur in der öffentlichen Apotheke, sondern beispielsweise auch in Kliniken, in der pharmazeutischen Industrie, in der Gesundheitsverwaltung und in öffentlichen Einrichtungen, Laboren, Lehranstalten oder auch als selbstständige Referenten, Autoren und Berater im Gesundheitswesen tätig.

Nach dreijähriger Berufstätigkeit und Bestehen einer Eingangsprüfung an der Universität oder eines Probestudiums können PTAs auch ohne Abitur Pharmazie studieren. Beruf und Familie könnten aufgrund der Möglichkeit von Teilzeitbeschäftigungen insbesondere in Apotheken sehr gut verbundenwerden, weiß Loferer.

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