Manfred Gebert von Blaulicht.de aus Rott am Inn ist Ausrüster für Lebensretter

Manfred Gebert ist nicht nur Inhaber von Blaulicht.de in Rott, sondern auch mit Leib und Seele Feuerwehrmann und Sanitäter. Viele Stammkunden schätzen seine kompetente Beratung.
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Manfred Gebert ist nicht nur Inhaber von Blaulicht.de in Rott, sondern auch mit Leib und Seele Feuerwehrmann und Sanitäter. Viele Stammkunden schätzen seine kompetente Beratung.

Blaulicht mitten in Rott – aber keine Angst, es handelt sich um keinen Notfall, sondern um das Fachgeschäft Blaulicht.de, das Manfred Gebert in der Münchener Straße 15 in Rott am Inn betreibt. Er ist Experte für Arbeits- und Brandschutztechnik und stattet Feuerwehr und Rettungsdienst aus.

Von Petra Maier

Rott– Von Rott aus handelt der Experte für Arbeits- und Brandschutztechnik mit allem, was Feuerwehr und Rettungsdienst aber auch Haushalte, Firmen und Vereine rund um das Thema Sicherheit benötigen. In Corona-Zeiten ist sein fachlicher Rat besonders gefragt. Er kennt sich mit Desinfektionsmitteln und Schutzmasken aus – und zwar schon seit vielen Jahren.

Geschäftliches Interesse war geweckt

Seit seinem 16. Lebensjahr ist Gebert in Rott bei der Feuerwehr, und bei den Maltesern war er bis 2015 ehrenamtlich als Sanitäter tätig. Bei einem Kurs der Malteser in Rosenheim wurde 1994 die Idee zur Geschäftsgründung geboren. Damals gab es als Abschlussgeschenk eine Taschenmaske, die man zur Beatmung von Patienten braucht. Gebert erkundigt sich, wo man diese Masken beschaffen kann; er macht die Erfahrung, dass sie beim Hersteller günstiger sind als beim Apotheker, und er lernt schnell, dass es bei einer großen Sammelbestellung einen Preisnachlass gibt. Sein kaufmännisches Interesse war geweckt: Das Geschäft wurde gegründet, damals wie heute unter dem Namen „Gebert – Feuerwehr- und Rettungstechnik“.

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Im Nebenerwerb organisierte der Jungunternehmer von daheim aus alles, was die Kollegen benötigten. Noch konnte Gebert von seinen Einnahmen nicht leben. So verdiente er sein Geld durch die Mitarbeit im elterlichen Betrieb und in den Jahren 2001 bis 2009 bei der Ambulanz Rosenheim, wo er fest angestellt war. „Dadurch wurde natürlich auch meine Erfahrung im Bereich Rettungsdienst immer größer“, beschreibt Gebert. „Ich hab‘ einfach gesehen, was man braucht und was gut funktioniert.“

Nebenbei bastelte er weiter an seinem Onlineshop, den er 1999 eröffnete – unter dem passenden Namen Blaulicht.de (siehe Infokasten). Bis zur Geschäftseröffnung in Rott arbeitete Gebert bis 2018 als freier Mitarbeiter für die Firma Lohr. Dort lernte er alles über Sonderfahrzeuge und den Einbau von Signalen und Funk.

2018 weiter gewachsen

Von 2012 bis 2014 sprang er kurz für die Firma Ziegler in Giengen ein. „Das Traditionsunternehmen für Feuerwehrtechnik und -fahrzeuge war zu der Zeit etwas in Schieflage geraten und wollte durch eine Handelsvertretung ihren Außendienst wieder auf Vordermann bringen.“ Gebert sagte zu und baute mit auf.

Im Mai 2018 wurde es Gebert zuhause mit Lager und Büro für Blaulicht.de zu eng, und er eröffnete in der Münchener Straße in Rott sein Geschäft. Sein Portfolio umfasst nach eigenen Angaben heute Pflaster für den Hausgebrauch, Arbeitsschuhe und -schutztechnik, Feuerwehrbekleidung und Rettungsgeräte, Fahrzeugbeladung mit Schläuchen, Rettungsspreizer und andere technische Geräten.

Feuerwehrausgaben: Rückgang erwartet

Firmen wie Puma Workwear, EWS und Leopard sowie Holmatro aus Holland und Whelen aus Amerika setzen beim Verkauf ihrer Markenprodukte auf sein Know-how. Für Pacific Helmets aus Neuseeland verkauft er die Sicherheitshelme exklusiv für ganz Deutschland.

Nachbargemeinde Ramerberg ist Kunde

Seine Expertise zähle in Fachkreisen. „Ich kenne die riesige Produktpalette im Feuerwehrbereich, da bin ich zuhause“, erklärt er. „Ich verkaufe dem Kunden, was er wirklich braucht und nicht das, was ich am Lager habe.“

Das will er auch in Zukunft fortführen, auch wenn die Aussichten nicht gerade rosig sind. „Die Corona-Krise bringt für die meisten Gemeinden einen Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen“, vermutet Gebert. Er befürchtet, dass sich in naher Zukunft die Ausgaben der Gemeinden für ihre Feuerwehren in Grenzen halten werden. „So wird der Kuchen, den sich große und kleine Händler teilen, eher kleiner als größer“, erwartet er.

Ein Kunde ist beispielsweise die Gemeinde Ramerberg, die die Ersthelfer der Ortsfeuerwehr etwa seit drei Jahren mit Materialien aus Geberts Sortiment ausstattet. Manfred Reithmeier, der neue Bürgermeister von Ramerberg, ist selbst mit Leib und Seele Feuerwehrmann und ehemaliger Kommandant und sagt: „Wir kaufen bei ihm Kompressen, Verbände, die Elektroden für die Defis, die regelmäßig erneuert werden müssen, oder Zubehör für Zuckermessgeräte sowie Übungsmaterial für Ersthelfer.“

Info:

Den passenden Namen „Blaulicht.de“ sicherte sich Manfred Gebert schon im Jahr 1999 – damals hatte er nur den Online-Shop, aber schon den richtigen Riecher für den passenden Namen. Ursprünglich hatte ein Grafikbüro die Rechte an der Domain. Doch Gebert verhandelte geschickt und bekam die Rechte. „Das war ein Glücksfall. Heute ist der Name 5000 bis 10000 Euro wert“, freut sich Gebert.

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