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„Manchmal fehlt Selbstbewusstsein“

Sie ist Unternehmerin mit Leib und Seele: Petra Janeczka ist eine von bundesweit 180 Vorbildunternehmerinnen. Ziel ist es, Frauen für die Selbstständigkeit zu begeistern.   re
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Sie ist Unternehmerin mit Leib und Seele: Petra Janeczka ist eine von bundesweit 180 Vorbildunternehmerinnen. Ziel ist es, Frauen für die Selbstständigkeit zu begeistern. re

Mit der Debatte über eine Quote für Frauen in Führungspositionen und unterschiedlichen Förderprogrammen für Mädchen und Frauen könnte man meinen, dass sie bereits über eine gute Lobby verfügen, wenn es um ihre berufliche Karriere geht. In vielen Fällen sei das auch der Fall, sagt Petra Janeczka. Sie ist selbstständig und eine von 180 vom Bundeswirtschaftsministerium ausgesuchten Vorbildunternehmerinnen bundesweit, die Frauen Lust an der unternehmerischen Selbstständigkeit vermitteln sollen.

Rosenheim – Sie strahlt Selbstbewusstsein aus: Wenn Petra Janeczka sich mit jungen und älteren Frauen unterhält, hat sie immer ein Lächeln im Gesicht. Sie geht auf die Menschen zu, egal, ob sie ihren Beruf und das Unternehmertum Schülern vorstellt oder Frauen, die mitten im Leben stehen. Sie ist eine sogenannte „Vorbildunternehmerin“ der Innitiative „Frauen unternehmen“, ausgesucht vom Bundeswirtschaftsministerium. „Ziel ist es, mehr Frauen für die Selbstständigkeit zu begeistern“, sagt die Wasserburgerin.

Dabei war Petra Janeczka nicht immer Unternehmerin mit Leib und Seele. „Nach meinem BWL-Studium habe ich fünf Jahre im Bereich Controlling und Ablauforganisation in einem großen Konzern gearbeitet, anschließend fünf Jahre in einem mittelständischen produzierenden Betrieb. Dort habe sie die ganze Bandbreite dessen kennengelernt, was zu einem Unternehmen dazu gehört“, erzählt die sie. In dem Betrieb habe sie auch gelernt, was es heißt, Unternehmer zu sein. „Relativ schnell ist mir klar geworden, dass ich mein eigener Chef werden möchte.“ Vor acht Jahren hat sie den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt und leitet seither eine Unternehmensberatung. „Die Kundenakquise war zu Beginn die größte Herausforderung“, erinnert sich Petra Janeczka an ihren eigenen Anfang.

Die Initiative „Frauen unternehmen“ hat das Bundeswirtschaftsministerium im Oktober 2014 ins Leben gerufen. 180 Unternehmerinnen bundesweit wurden ausgewählt, anderen Frauen das Unternehmertum schmackhaft zu machen. „Wir alle stehen mit Leidenschaft in unserem Beruf. Das ist ein erster Schritt, um erfolgreich zu sein.“ Konkret heißt Vorbildunternehmerin zu sein, eine Vernetzung aufzubauen – unter den Ehrenamtlichen, aber vor allem mit Schulen und Hochschulen, den Unternehmerinnen von morgen sowie der Politik. „Das Potenzial ist so groß.“

Sich seiner Stärken bewusst werden

Ziel der Initiative ist es jedoch nicht nur, die Zahl der Unternehmensgründungen von Frauen zu erhöhen, sondern auch das unternehmerische Denken zu fördern – und die eigenen Stärken zu erkennen. „Als ich mich für das Ehrenamt beworben habe dachte ich: Eigentlich sind wir Frauen emanzipiert und stark vertreten.“ Auch in der nächsten Generation lebt ihre Tochter es ihr vor: engagiert, selbstständig, stark. „In den ersten Gesprächen habe ich jedoch gemerkt, dass das nicht die Regel ist.“ Eher zurückhaltend hat sie viele junge Mädchen erlebt – unsicher, welches ihre eigenen Stärken sind. „Sie stellen ihr Licht gerne unter den Scheffel – anders als Männer, die häufig viel selbstbewusster auftreten“, sagt Petra Janeczka und schmunzelt. Und Männer hätten oftmals eine klarere Vorstellung davon, was sie wollen – und wie sie es erreichen. Dabei hätten Frauen unter anderem eine große Stärke: „charmant selbstbewusst zu sein“, sagt die Wasserburgerin und lacht.

Sie sei keine Verfechterin davon, Frauen um der Frauen Willen in Führungspositionen zu setzen, betont die Unternehmerin schnell. „Gemischte Teams sind der Schlüssel. Aber Frauen müssen erst einmal in entsprechende Positionen hinein kommen.“ Das bedeutet für sie in allen Altersstufen: mehr Selbstbewusstsein mach außen tragen und netzwerken. Auch in Letzterem seien Männer den Frauen noch voraus. „Frauen netzwerken anders als Männer, die wiederum das Netzwerken perfektioniert haben“, ist Petra Janeczka überzeugt. Frauen würden eher im Zusammenhang mit ihrem eigenen Business denken. Ein Resultat der Bereiche, in denen sie ihre Existenzen auszubauen versuchen – Branchen, in denen es sowieso eng ist.

Dabei bleibe unternehmerisches Engagement und Familie auch in der heutigen Zeit für viele eine Herausforderung. Die Unterstützung durch ihren Mann war und ist für Petra Janeczka wichtig. „Ich habe immer Vollzeit gearbeitet. Somit hat auch mein Mann zurückgesteckt, als die Kinder klein waren. Für mich persönlich war es daher keine große Herausforderung, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.“ Sie wisse jedoch aus Erfahrung, dass dies in anderen Fällen anders sein kann.

Unterstützung suchen

18 Jahre alt war ihr Sohn, zehn Jahre ihre Tochter, als sie den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. Jemanden an seiner Seite zu haben, der motiviert – auch und vor allem, wenn es einmal nicht so gut läuft – sei für den Start in die Selbstständigkeit sehr wichtig. „Wenn diese Rolle nicht der Partner übernimmt, rate ich den Frauen, sich jemand anderen zu suchen“, so die Unternehmerin. Alleine sei man auf verlorenem Posten.

Dieses Jahr ist das letzte Jahr des Projekts. „Frauen unternehmen“. „Wie es danach weitergeht, steht noch nicht fest.“ Mit Projektabschluss müsse auch ausgewertet werden, ob die Aktionen, an denen sich die Vorbildunternehmerinnen beteiligt haben, einen messbaren Erfolg hatten. „Natürlich wäre es schön, wenn es weitergehen würde. Aber auch unter den Vorbildunternehmerinnen sind einige engagierter als andere.“ Rund 40 Prozent von ihnen hätten noch keinen einzigen Termin wahrgenommen – ebenso viele gelten jedoch als tragende Säulen des Projekts. „Wie in der Selbstständigkeit auch braucht es Beharrlichkeit und einen langen Atem.“

Frauen in der Wirtschaft

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