Aus Maibock wird Desinfektionsmittel: Kolbermoorer Brennerei verwertet Flötzinger-Starkbier

Sie machen Desinfektionsmittelaus Starkbier in der Edelobstbrennerei Stettner (von links ): Destillateur Florian Riedl, Brennmeister Robin Schanz, Apotheker Dominik Simon, Lorenz Stiglauer, Geschäftsführer von der Privatbrauerei Flötzinger, sowie Franz Stettner Junior von der Edelobstbrennerei. re

Wegen der Corona-Krise wurde nicht nur die Rosenheimer Wiesn abgesagt, sondern auch Starkbier- und Frühlingsfeste. Viele Brauereien bleiben auf ihrem gebrauten Bier sitzen. Jetzt verwendet die Edelobstbrennerei Stettner das Starkbier der Brauerei Flötzinger zur Herstellung von Desinfektionsmittel.

Rosenheim – Noch immer ist die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln sehr groß. Seit Ende März stellt die Edelobstbrennerei Franz Stettner in Kolbermoor, wie berichtet, in Zusammenarbeit mit der Heilig-Geist-Apotheke Rosenheim Desinfektionsmittel her. Jedoch werden laut Franz Stettner junior nun die „brennbaren Rohstoffe“ knapp, welche die Brennerei zum Destillieren benötigt, um mit dem daraus gewonnenen Alkohol desinfizierende Mittel herzustellen.

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Festbiere der Brauereien, die einst angedacht waren in der Starkbierzeit oder nun als Maibock, finden aufgrund der Corona-Krise derzeit keine Absätze. Festbier mit einem durchschnittlichen Alkoholgehalt von fünf Prozent eignet sich Stettner zufolge jedoch bestens zur Herstellung von Bierbrand beziehungsweise Alkohol. So verwendet nun die Brennerei das von der Brauerei Flötzinger hergestellte Festbier zur Produktion von Alkohol.

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„Eigentlich war unser Josefi-Bock ja gedacht, um auf dem Raublinger Starkbierfest für beschwingte Bierzeltstimmung zu sorgen. Jetzt kommt ihm sogar eine noch wichtigere Aufgabe zu und das Bier hilft tatsächlich im Kampf gegen die Corona-Krise“, sagt Lorenz Stiglauer, Geschäftsführer der Flötzinger Brauerei, mit einem weinenden und einem lachenden Auge.

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„Als unser langjähriger Partner Franz Stettner mich mit der Idee, aus dem Bockbier Desinfektionsmittel zu machen, angerufen hat, haben wir keine Sekunde gezögert. In weniger als vier Stunden war das Bier aus den Tanks gepumpt und in der Brennblase zum Destillieren.“

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