START-UP: INN-OVATIV KG

„Lücke zwischen Theorie und Praxis schließen“

Andreas Rinnhoferhat ein Online-Trainingsportal mit interaktiven Inhalten programmiert. nk
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Andreas Rinnhoferhat ein Online-Trainingsportal mit interaktiven Inhalten programmiert. nk

Über eine Fitness-App ist Andreas Rinnhofer auf die Idee für die Schulungsplattform gekommen, deren erste Version er selbst programmiert hat. Der Schwerpunkt liegt auf einem E-Learning für Speditionsmitarbeiter.

Kiefersfelden – Als ehemaliger Speditionsleiter kennt Andreas Rinnhofer die Branche gut, auch wenn er heute eine Unternehmensberatung in Kufstein leitet. Dass ihn ausgerechnet eine Fitness-App auf die Idee für ein Start-up bringen würde, das sich vornehmlich mit der Qualifizierung und Weiterbildung von Speditions- und Logistikmitarbeitern beschäftigt, hätte der gelernte Bürokaufmann nicht gedacht. „Unterschiedliche digitale Kurse, die auch den Lernerfolg wiedergeben, so etwas in der Art wäre etwas für Quereinsteiger“, blickt Rinnhofer auf den Startschuss für das Start-up „Inn-ovativ KG“ zurück, das er als Joint-Venture gemeinsam mit der Spedition Dettendorfer gegründet hat. Den Fokus hat er heute erweitert.

Zum Thema Digitalisierung hatte Rinnhofer schon als Speditionsleiter einen Bezug. „Dort habe ich erste Erfahrungen mit dem Programmieren gesammelt.“ Das kam ihm nun zugute. Ein Jahr lang hat er programmiert und einen Prototypen für eine E-Lerning-Plattform erstellt. Kontakten aus der Speditionsbranche leitete er ihn zum Testen weiter. „Die Rückmeldungen waren durch die Bank positiv. So etwas fehle“, erinnert sich Rinnhofer an die Anfänge.

Eingebunden hat er neben individuellen Kursen unter anderem die Möglichkeit, Unterweisungen über die Plattform durchzuführen, Technik-Module mit interaktiven Inhalten oder 360-Grad-Videos, die Rinnhofer zum Teil selbst dreht, oder auch Zollbestimmungen. Gerade den interaktiven Ansatz sieht der Geschäftsführer auch als Möglichkeit, die Branche für jüngere Leute interessant zu machen. Lerneinheiten werden am Ende einer Einheit geprüft. „Ich sehe die Plattform aber nicht im Wettbewerb zum Analogen. Stattdessen schließen wir die Lücke zwischen Theorie und Praxis.“ Gerade mit Blick auf gesetzlich vorgeschriebene jährliche Unterweisungen für Mitarbeiter, die möglicherweise an unterschiedlichen Standorten beschäftigt oder auf der Straße unterwegs sind, sieht er zusätzlich eine vereinfachte Möglichkeit für Arbeitgeber, die Bestimmungen einzuhalten.

Um die Plattform größer aufzuziehen, ist die Programmierung mittlerweile ausgegliedert. „Auch 100 Zugriffe gleichzeitig sollen ohne Ladehemmungen machbar sein.“ Dennoch entwickelt Rinnhofer weiterhin mit. Unter anderem an der Herausforderung, die Plattform auch auf jeglicher Art von Smartphone und System laufen zu lassen. Was als Ein-Mann-Betrieb begonnen hat, ist heute ein Unternehmen mit zweieinhalb Planstellen. Außerdem arbeiten drei ortsansässige Freelancer für Rinnhofer. „Weltweit werden wir jedoch von mehr als 30 Freelancern unterstützt.“ Denn in der digitalen Branche ist der Arbeitsort nebensächlich. nk

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