Live aus Seeon-Seebruck

Schreinerei Daxenberger präsentiert sich sechs Stunden auf Youtube

Unter Moderation von Karl Kas (links) konnten Zuschauer im Internet live die Seeoner Veranstaltung verfolgen.
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Unter Moderation von Karl Kas (links) konnten Zuschauer im Internet live die Seeoner Veranstaltung verfolgen.

Die Schreinerei Daxenberger hat am „Tag des Schreiners“ digital die Werbetrommel für das Handwerk gerührt. In einer sechsstündigen Liveübertragung wurde auf dem firmeneigenen Youtube-Kanal der Beruf und der Betrieb vorgestellt. Über 1600 Zuschauer haben sich bereits reingeklickt.

Von Robert Seifert

Seeon-Seebruck – Ein jährlicher Höhepunkt im Seeoner Dorfleben sollte nicht ganz der Corona-Pandemie zum Opfer fallen: der „Tag des Schreiners“ bei der Schreinerei Daxenberger. Dass wie in den Vorjahren tausende Besucher in die Produktionshallen strömen, war wegen der aktuellen Kontaktbeschränkungen natürlich ausgeschlossen.

Übertragungaus drei Studios

Und die Inhalte sind weiter verfügbar. Die Geschäftsführer Simon, Sepp und Bernhard Daxenberger hatten mit Unterstützung von „Musik Mayer“ kurzfristig diese digitale Schreinertag-Version auf die Beine gestellt, was nicht zuletzt auch wegen der Hygiene- und Abstandsregeln eine große Herausforderung war. Drei „Studios“ richteten Stefan Mayer und sein Team, die ansonsten unter anderem den Biathlon-Weltcup in Ruhpolding oder die CSU-Klausur im Kloster Seeon beschallen, in den Räumlichkeiten ein und statteten diese mit professioneller Übertragungstechnik aus.

In der Werkstatt erklärten Mitarbeiter zum Beispiel, wie das vollautomatische Plattenlager oder der Fensterbau funktionieren, in der Küche schwang Showkoch Armin Auer den Schneebesen, und in der Bauernstube zapften die Geschäftsführer ein Fass Bier an und blickten auf die fast 60-jährige Unternehmensgeschichte zurück – alles unter der humorvollen Regie von BR-Reporter Karlheinz Kas.

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Im Zentrum standen die 15 Auszubildenden unter den 92 Mitarbeitern. „Die Ausbildung ist sehr vielfältig, und man lernt an jeder Station viel dazu“, sagte Azubi Franz Mitterreiter. Junge Kräfte seien im Schreinerhandwerk immer gerne gesehen, ergänzte Simon Daxenberger. Dabei sei der schulische Abschluss gar nicht so entscheidend – „der Wille muss da sein“. Und wer seine Ausbildung erfolgreich absolviere, habe beste Zukunftschancen.

Trotz Corona gute Auftragslage

Die Auftragslage sei trotz Corona sehr gut, berichtete Bernhard Daxenberger: „Wir sind glücklicherweise sehr gut durch die Krise gekommen. Wir haben viele Privatkunden, die ihre Projekte weiterführen wollten und konnten.“ Nicht nur in Zeiten des Virus stehe das Schreinerhandwerk in der Region eng zusammen, erläuterte er am Projekt „Schreiner für Schreiner“. Die Firma Daxenberger übernimmt dabei regelmäßig Arbeiten vieler anderer Schreinerbetriebe, die bei speziellen Aufträgen nicht über die erforderlichen personellen Kapazitäten oder Maschinen verfügen. Diesen noch relativ neuen Bereich wolle man in Zukunft sogar noch ausbauen.

Nächste Generation steht schon bereit

Apropos Zukunft: Sehr froh zeigten sich die Verantwortlichen, dass die nächste Generation bereits in den Startlöchern steht: Kinder des Geschäftsführer-Trios sind bereits in verschiedensten Bereichen der Firma tätig. Am Ende der Übertragung übergaben die Daxenbergers virtuell zwei Spendenschecks. Je 500 Euro gingen an die Benefizaktion „Sternstunden“ des Bayerischen Rundfunks und an Sandro Halfter (16) aus Schonstett, der nach einem Hechtsprung in den Inn Anfang Juli querschnittsgelähmt ist und sich im Rollstuhl Stück für Stück zurück ins Leben kämpft.

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