AKTUELLE WIRTSCHAFTSDATEN

Landkreise: Wertschöpfung im Plus

Gute Aussichten: Der Region Rosenheim geht es wirtschaftlich gut, wie die neuen Strukturdaten der IHK-Regionalausschüsse bestätigen. Im Bild die Gemeinde Raubling und das Inntal aus der Luft. Schellmoser
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Gute Aussichten: Der Region Rosenheim geht es wirtschaftlich gut, wie die neuen Strukturdaten der IHK-Regionalausschüsse bestätigen. Im Bild die Gemeinde Raubling und das Inntal aus der Luft. Schellmoser

Die Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern hat in ihrer neu aufgelegten Übersicht zu den jeweiligen Strukturdaten der IHK-Regionalausschüssen Rosenheim und Mühldorf-Altötting aktuelle Wirtschaftsdaten zusammen gefasst.

Rosenheim/Mühldorf/Altötting  – In Stadt und Landkreis Rosenheim zählt die IHK über 26 000 Mitgliedsunternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen. In der Stadt sind aktuell 503 Unternehmen angesiedelt, die hier auch produzieren. Der Großteil des produzierenden Gewerbes hat seinen Sitz auf dem Land, das waren 2016 (neueste Zahlen) 2864 Betriebe gewesen. Davon gehören 2046 Betriebe zum Kleingewerbe, wie der IHK-Statistik zu entnehmen ist; in der Stadt sind von den 503 produzierenden Unternehmen über die Hälfte – 302 Betriebe – ebenfalls Kleingewerbe. Im Landkreis listet die IHK 3514 Einzelhändler auf; davon 3024 Kleingewerbetreibende, sowie 832 Einzelhändler in der Stadt; davon 638 im Kleingewerbe.

Weniger Gewerbe angemeldet

Mit insgesamt 9378 Dienstleistern im Landkreis und 2408 in der Stadt ist die Servicebranche im Einzugsgebiet des IHK-Regionalausschusses Rosenheim die größte; gefolgt vom Hotel- und Gaststättengewerbe mit 1 100 Unternehmen im Landkreis und 229 im Stadtgebiet. 2016 gab es in Rosenheim-Stadt 812 Gewerbeanmeldungen; im Fünf-Jahres-Vergleich sind diese damit um 7,7 Prozent zurückgegangen.Im Landkreis gingen die Gewerbeanmeldungen zwischen 2011 und 2016 um 15,6 Prozent zurück und lagen zuletzt bei 2915 Anmeldungen. Damit liegt Rosenheim im „Trend“: In Oberbayern wurden 22,6 Prozent weniger Gewerbetätigkeiten zwischen 2011 und 2016 gemeldet. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist in Stadt und Landkreis Rosenheim dagegen kontinuierlich in den letzten fünf Jahren gestiegen. Von 30 355 Beschäftigten (2011) auf 34 647 bei 61 232 Einwohnern (2016), was einem Plus von über 14 Prozent entspricht. Im Landkreis stieg die Zahl von 68 348 (2011) auf 78 362 (2016) bei heute 253 126 Einwohnern.

Stabile Zahl der Ausbildungsverträge

In der Stadt sind die meisten Beschäftigten – 12 031 – bei öffentlichen und privaten Dienstleistern tätig: Die größten Arbeitgeber auf dem Land sind mit 26 248 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten die produzierenden Unternehmen. An zweiter Stelle stehen auch auf dem Land öffentliche und private Dienstleister mit knapp 22 500 Beschäftigten; gefolgt von Handel, Verkehr und Gastgewerbe mit 20 088 Beschäftigten.

Dienstleistungen vorherrschend

Die meisten IHK-Auszubildenden wählen offenbar einen kaufmännischen Beruf, schaut man sich die Zahlen genauer an: 2016 entschieden sich in der Stadt Rosenheim 773 Schulabgänger für eine kaufmännische Ausbildung und auf dem Land 1224, waren es bei den Ausbildungen im gewerblichen Bereich 297 beziehungsweise 716. Ähnliche Zahlenverhältnisse lagen in den Jahren 2015 und 2011 vor. Insgesamt wurden 2016 in Rosenheim 409 IHK-Ausbildungsverträge abgeschlossen; auf dem Land 750. Diese Zahlen sind im Fünf-Jahres-Verlauf leicht zurückgegangen; 2011 wurden insgesamt rund 100 Verträge mehr abgeschlossen. Im Landkreis Mühldorf zählt die IHK 7500 Mitgliedsunternehmen; im angrenzenden Altötting sind es 6300. Dienstleistungen bilden in beiden Landkreisen jeweils das größte Wirtschaftssegment: In Mühldorf gehören dazu 2772 Unternehmen; in Altötting sind es 2373. Ein Großteil davon wird von Kleingewerbetreibenden gestemmt. 1377 Unternehmen gehören im Landkreis Mühldorf zum produzierenden Gewerbe; in Altötting sind dies 122.

Kaum neues Gewerbe in Altötting

Ähnlich die Zahlen im Einzelhandel: 1329 Einzelhändler zählt Mühldorf; der Nachbarlandkreis 1229. Auch hier überwiegt mit 1128 beziehungsweise 1020 Unternehmen das Kleingewerbe. IHK-Unternehmen aus dem Wirtschaftssegment Land- und Forstwirtschaft bilden in beiden Landkreisen zahlmäßig das Schlusslicht: In Mühldorf sind es 114 Betriebe; in Altötting 79. Während mit einem Plus von 3,4 Prozent die Gewerbeanmeldungen in Mühldorf in den Jahren zwischen 2011 (1113 Anmeldungen) und 2016 (1151) leicht gestiegen ist, vermeldet die IHK für Altötting ein Minus von 13,8 Prozent: Waren es 2011 noch 1 030 Gewerbeanmeldungen, sank die Zahl 2016 auf 888.

Produzierende Betriebe tonangebend

Im Fünf-Jahres-Vergleich hat die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Mühldorf um 18,4 Prozent zugenommen: von 32 545 (2011) auf 38 546 bei aktuell über 113 000 Einwohnern (2016). In Altötting gab es einen Anstieg um 7,6 Prozent im gleichen Zeitraum; von 41 587 (2011) auf 44 756 bei aktuell rund 109 400 Einwohnern (2016).

Größter Arbeitgeber ist in Mühldorf mit 16 800 Beschäftigten das produzierende Gewerbe; in Altötting ist dieses mit 22 235 Beschäftigten ebenso der Taktgeber. In Mühldorf gab es 2016 insgesamt 1187 IHK-Auszubildende; in Altötting waren es 1446. Die Zahlen sind über die vergangenen fünf Jahre relativ stabil. In Altötting überwiegen die Auszubildenden im gewerblichen Bereich, in Mühldorf im kaufmännischen. Zuletzt wurden in Mühldorf 434 Ausbildungsverträge abgeschlossen; in Altötting 480 – hier waren die Zahlen im Vergleich zu 2015 und 2011 leicht rückläufig.

Viele Stellen bleiben lange unbesetzt

Viele Unternehmen können laut IHK in Mühldorf freie Stellen immer öfter nicht besetzen, sei es bei Ausbildungsplätzen oder bei Fachkräften. In der jüngsten IHK-Konjunkturumfrage hätten über 40 Prozent der Unternehmen berichtet, das freie Stellen längerfristig offen blieben. Damit steht Mühldorf nicht allein da: Ende 2017 fehlten im gesamten südostoberbayerischen Raum über alle Berufsgruppen hinweg etwa 12 000 Fachkräfte, heißt es in dem Bericht.

Wertschöpfung legte insgesamt zu

„Wie leistungsfähig der Landkreis Mühldorf ist, verdeutlicht unter anderem die Bruttowertschöpfung“, heißt es im Wirtschaftsdatenbericht der IHK: Diese sei in Mühldorf zwischen 2010 und 2015 um 16,2 Prozent gestiegen und habe sich 2015 auf rund drei Milliarden Euro belaufen. Die Bruttowertschöpfung in der Region Rosenheim ist zwischen 2010 und 2015 um 26,5 Prozent gestiegen und lag 2015 bei 9,4 Milliarden Euro. Davon entfallen 2,6 Milliarden Euro auf die Stadt Rosenheim; 6,8 Milliarden Euro auf den Landkreis.

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