„Kuchen ist groß genug für alle“: Zimmerer-Innung Rosenheim blickt optimistisch in die Zukunft

Glaubt an rosige Zeiten für die Branche: Obermeister Thomas Pichler.
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Glaubt an rosige Zeiten für die Branche: Obermeister Thomas Pichler.

Die Zimmerer-Innung Rosenheim hielt jetzt – noch kurz vor dem Lockdwon – in Rohrdorf ihre Herbstversammlung ab. Trotz der viele Einschnitte durch das grassierende Coronavirus sieht Obermeister Thomas Pichler die Entwicklung der Branche aber positiv.

Rosenheim – Pichler begann den Abend mit einem Jahresrückblick auf das scheidende Jahr. Ein Jahr, „gespickt mit Lebens- und Freiheitseinschränkungen, Veränderungen und Ungewissheit“, so Pichler, die diesem „bläden Virus“ zu verdanken sei. Mancherlei Ängste seien aufgekommen unter den Leuten, sogar die Angst um genügend Klopapier, meinte er augenzwinkernd.

Umsatzplus von 6,2 Prozent

„Das Bauhauptgewerbe meldet einen Umsatzrückgang im Juli, so heißt es in einer Pressemitteilung auf der Internetseite Baustoff Markt“, führte der Obermeister aus. Aber entgegen aller Trends und anderer Sparten im Baubereich verzeichne das Gewerk „Zimmerei und Ingenieurholzbau“ ein Umsatzplus von 6,2 Prozent. Während also andere Gewerbezweige stagnieren oder sogar rückläufige Zahlen vorweisen, können die Zimmerer Zuwächse verbuchen. Aber woher kommt das?

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Pichler führt dies zurück auf eine zunehmende Beliebtheit der Holzbauweise bei Gebäuden und das anhaltende Umdenken zum Thema Nachhaltigkeit, Klimaschutz und ressourcenschonende, energieeffiziente Bauweisen. Darum betonte er auch, dass das Zimmererhandwerk auch und gerade jetzt in der Krisenzeit stabil stehe und positiv in die Zukunft blicke, wo viele Arbeits- und Wirtschaftszweige mit Kurzarbeit, Stellenabbau und Arbeitslosigkeit kämpfen. Spätestens jetzt zeige sich, dass der Handwerksberuf und speziell das Zimmererhandwerk krisenfest und systemrelevant sei.

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Sorgen um einen Auftragsmangel gebe es auch in Zukunft nicht, so der Obermeister zu seinen Kollegen. Denn laut Prognosen werde in den kommenden zehn Jahren eine jährlich steigende Zahl an „Zuzüglern“ erwartet. „Der Kuchen ist groß genug für alle“, versicherte Pichler am Schluss seiner Rede und ermutigte alle Zimmererkollegen nochmal, sich solidarisch zu zeigen, zusammenzuhalten und jedem etwas zu gönnen.

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Einstimmig wurde der Haushaltsplan der Zimmerer-Innung für 2019 und die Planung für 2020 abgesegnet. Auch für Fragen und Anmerkungen der Innungsbetriebe war im Tagesordnungspunkt „Der schiefe Nagel“ Raum. Neben weiteren Vorträgen und Tagesordnungspunkten wurde der Abend abgerundet mit einem Ausblick auf den Holzbaugewerbetag 2022 in Rosenheim, an dem sich das Zimmererhandwerk aus ganz Bayern beteiligen wird.

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