AUF EINEN BLICK

Kfz-Versicherung: Wechsel lohnt sich

Die Tarife der teuersten Versicherer sind doppelt so hoch wie die günstigsten über Vergleichsportale, zeigt dieses Balkendiagramm aus der TH-Studie.

Der 30. November ist der Stichtag für alle, die ihre Kfz-Versicherung wechseln wollen. Eine Studie der TH Rosenheim zeigt: Den günstigsten Tarif finden Kunden mit der höchsten Wahrscheinlichkeit auf Vergleichsportalen und sparen durchschnittlich über 200 Euro pro Jahr.

Rosenheim – Die meisten Kfz-Versicherungspolicen können zum Stichtag 30. November gekündigt werden. Doch lohnt sich ein Versicherungswechsel und welche Versicherung ist die günstigste? Wie viel können Versicherungsnehmer sparen? Und welche Versicherungsanbieter sind im Durchschnitt die günstigsten und teuersten?

Ersparnis zwischen 219 und 236 Euro

Diesen Fragen geht eine repräsentative Studie der Technischen Hochschule Rosenheim unter Leitung von Professor Dr. Brigitte Kölzer nach, die die Tarife von 79 Versicherungsanbietern bei mehr als 1000 Kundenprofilen ermittelt hat. Dabei waren 500 Testprofile auf Neuabschließer durch Fahrzeugwechsel und 500 Testprofile auf einen Versicherungswechsel bei gleichem Fahrzeug zugeschnitten. Das Ergebnis: Online-Vergleichsportale lohnen sich beim Abschluss einer Kfz-Versicherung, denn dort findet der Kunde zu 80 Prozent die günstigsten Tarife. Im Vergleich dazu beträgt laut der Studie die Wahrscheinlichkeit, über einen Anbieter wie Allianz oder HDI direkt den günstigsten Tarif zu finden, lediglich ein Prozent beziehungsweise drei Prozent.

In der Studie wurden mit einer repräsentativen Stichprobe von 1000 Personenprofilen zu Kfz-Versicherungsnehmern 367 419 Tariferhebungen über die Online-Tarifrechner von 77 Versicherungsunternehmen und den zwei größten Vergleichsportalen Check24 und Verivox durchgeführt.

Ziel der Studie war die Beantwortung von zwei Fragen: Bei welchen Versicherungsanbietern findet man die günstigsten Tarife? Und: Wie hoch ist das Sparpotenzial für Verbraucher bei Nutzung von Vergleichsportalen im Vergleich zum direkten Abschluss beim Versicherer?

Als Bewertungskriterien für den Tarifvergleich dienten folgende Berechnungen:

• Der durchschnittliche günstigste jährliche Tarif über die 1000 Kundenprofile hinweg für jeden einzelnen der untersuchten 79 Versicherungsanbieter.

• Das durchschnittliche Sparpotenzial in Euro – zum einen im Vergleich zum durchschnittlichen Marktpreis bei einem Neuabschluss bei Fahrzeugkauf und zum anderen zur aktuellen Versicherung bei einem Versicherungswechsel.

• Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Versicherungsnehmer über seinen gewählten Anbieter auch den günstigsten Tarif findet.

Beim errechneten Sparpotenzial konnten die Vergleichsportale Check24 und Verivox überzeugen, da sie die größte Anzahl an Versicherungstarifen bieten. So beträgt die Ersparnis zum Marktpreis bei Neuabschluss einer Kfz-Versicherung 243 Euro bei Check24 und 236 Euro bei Verivox pro Jahr. HUK24 folgt den Vergleichsportalen dicht auf den Fersen und ist von allen Versicherungen mit einem durchschnittlichen Sparpotenzial von 219 Euro am günstigsten.

Wie das studentische Team um Professorin Brigitte Kölzer ermittelte, haben Vergleichsportale wie Check24 und Verivox Verbrauchern im vergangenen Jahr geholfen, rund 316 Millionen Euro einzusparen. Schätzungsweise wurden 2017 über Check24 1,2 Millionen Kfz-Versicherungen vermittelt, bei Verivox rund 200 000.

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