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DIGITALES GRÜNDERZENTRUM

„Kein Profit in Zins und Rendite“

Zu den Erwartungshaltungen an ein digitales Gründerzentrum, der Zusammenarbeit der Partner und Herausforderungen tauschten sich Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik aus.  Trux
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Zu den Erwartungshaltungen an ein digitales Gründerzentrum, der Zusammenarbeit der Partner und Herausforderungen tauschten sich Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik aus. Trux

Sowohl das Gebäude des digitalen Gründerzentrums in Rosenheim als auch die Struktur des Vereins, der die Netzwerkaktivitäten übernehmen soll, nehmen weiter Gestalt an. In einem ersten Netzwerktreffen haben Vertreter aus Wissenschaft Politik und Wirtschaft zudem über die Erwartungen für das Gründerzentrum diskutiert. Zum 1. April 2017 stehen im VR-Gebäude an der Bahnhofstraße – als Interimslösung – Büroflächen zur Verfügung.

Rosenheim – Neue Denkansätze am Puls der Zeit sind es, die sich Hochschulpräsident Prof. Dr. Heinrich Köster vom digitalen Gründerzentrum für die Hochschule erwartet. Prof. Dr. Mario Döller von der Fachhochschule Kufstein betonte auch den internationalen Charakter der Kooperation über die Landesgrenzen hinaus, statt sich auf lokale Hubs zu fokussieren. „Wir können unsere Netzwerke für Gründer öffnen und gleichzeitig von den Aktivitäten im Gründerzentrum profitieren“, beschrieb er die Rolle der Hochschule Kufstein.

Auch wenn Köster ganz praktisch die möglichen Arbeitsplätze für Studierende ansprach, die sich durch ein Gründerzentrum ergeben können, betonte Franz Winterer vom Seeoner Kreis: „Die Wirtschaft erwartet sich nichts, was in Zins und Rendite gemessen werden kann.“ Vielmehr sei die Realisierung ein gesellschaftspolitischer Auftrag und ein Schulterschluss zwischen vorhandener Expertise und Gründergeist. Den Schulterschluss weitete Klaus Stöttner auch auf die verschiedenen Landkreise und deren ideelle Unterstützung aus. Mit der Hochschule in die Fläche zu den Partner zu gehen, sei hier ein erster Schritt. Ausgründungen ins Gründerzentrum von großen Unternehmen wie Kathrein oder Krones erwarte er sich unter anderem auch von Wacker, betonte Stöttner.

Dass es für ein Start-up nicht immer einfach ist, steuerte Sascha Skorupa von der incca GmbH zur Diskussion bei. „Wir hatten auch harte Zeiten. Aus einem in zehn Unternehmen wird etwas.“ Diejenigen Gründer, die nicht weitermachen, seien jedoch das beste Personal, das man in der Region finden könne. Prof. em. Dr. Roland Feindor betonte in dem Zusammenhang auch die Selbstständigkeit, die junge Menschen lernen – allein wenn sie sich mit dem Gedanken einer Gründung beschäftigen. Er warnte jedoch davor, die Erwartungen an das digitale Gründerzentrum zu hoch zu hängen. „Wir haben jedes Jahr an der Hochschule fünf bis sieben Gründungen, keine 30. Dafür sind diese jedoch sehr erfolgreich.“ Landrat Wolfgang Berthaler betonte dennoch die Bedeutung des Gründerzentrums, um diese Unternehmen in der Region zu halten. Feindor befürchtet, dass es künftig weniger Gründungen werden könnten, denn die Zahl der Studenten im Bereich Wirtschaftsinformatik steige nicht. „Zum ersten Mal führen wir einen NC ein – weil wir vom Freistaat weniger Geld bekommen.“

Nicht nur junge, auch ältere Unternehmer könnten vom Gründerzentrum profitieren, sagte OVB-Verlagsleiter Stefan Reining. Das Medienhaus wolle als Pate oder Mentor seine Erfahrungen einbringen. Diese Art der Unterstützung betonte auch Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer.

Zum 1. April könnten die ersten Gründer als Interimslösung in das VR-Gebäude an der Bahnhofstraße einziehen. „In einem ersten Schritt werden wir Büros im vierten Stockwerk anbieten“, stellte Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl vor. Flexibel könne dann auf Anfragen reagiert und auch das fünfte und sechste Stockwerk angeboten werden. Ein früherer Einzug sei aufgrund des Vorlaufs für die Förderung sowie Sanierungen nicht möglich.

Auch an einer Struktur für den Trägerverein des Netzwerks, den Stellwerk 18 e.V., wird derzeit gearbeitet. Der Vorstand könnte sich demnach aus jeweils einem Vertreter der Hochschule Rosenheim und Kufstein, einem Vertreter der IHK-Geschäftsstelle Rosenheim, zwei Vertretern der regionalen Banken, einem Vertreter der Rosik sowie drei Vertretern der Unterstützer aus der Wirtschaft zusammensetzen. Nach Ablauf der Förderfrist und der damit verbundenen Erfüllung des Vereinszwecks, so die Überlegungen, könnte der Verein in der Rosik aufgehen.

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