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Projekt des Wirtschaftsministeriums

Inzell: So soll Nachhaltigkeit zukünftig auf dem Campingplatz aussehen

Campingplatz-Betreiberin Julia Egger sitzt gemütlich auf dem E-Bike, mit dem Iris Schreiber (im Zelt) 150 Kilomter weit angereist ist. Neben ihr hat e-Camping-Experte Martin Rolletschek Platz genommen.
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Campingplatz-Betreiberin Julia Egger sitzt gemütlich auf dem E-Bike, mit dem Iris Schreiber (im Zelt) 150 Kilomter weit angereist ist. Neben ihr hat e-Camping-Experte Martin Rolletschek Platz genommen.

Bei Camping denkt man erst mal an hohe Tankrechnungen. Dass es auch anders geht, hat die Initiative Ecocamping nun in Inzell gezeigt. So könnte die Zukunft des Campens aussehen.

Inzell – Gerade in Zeiten von Corona hat Camping einen wahren Boom erlebt, sei es mit dem eigenen Caravan, dem Wohnmobil oder dem ganz normalen Zelt. Dafür ist das Land Bayern nahezu prädestiniert und deshalb haben sich die Initiative Ecocamping und der Landesverband der Campingwirtschaft in Bayern (LCB) e.V. zum Ziel gesetzt, 30 Campingplätze in Bayern und deren Besucher bezüglich Elektromobilität zu beraten.

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Diese Kampagne wird vom Bayerischen Wirtschaftsministerium unterstützt.

Am Campingplatz Lindlbauer in Inzell wurden verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, wie nachhaltige Mobilität im Camping gestaltet werden kann. Die Elektromobilität rückt ebenso das Thema Energie in den Fokus, daher beschäftigt sich Ecocamping auch mit einer nachhaltigen und naturverträglichen Energieerzeugung, sowie einer effizienten Energienutzung auf dem Campingplatz.

Großes Potenzial in der Branche

Iris Schreiber, Projektkoordinatorin für E-Mobilität, und Martin Rolletschek, Berater und e-Camping Experte, haben in Inzell Möglichkeiten vorgestellt, wie Elektromobilität für Campingplätze in Bayern umsetzbar ist. Die Campingbranche boome und habe daher auch großes Potenzial zu einer nachhaltigen Entwicklung im Tourismus beizutragen, finden die beiden. „Unser Mobilitätsverhalten befindet sich im Wandel. In Zukunft können Campingplätze eine Schlüsselrolle für die Lade-Infrastruktur im ländlichen Raum darstellen. Sie beeinflussen das Mobilitätsverhalten vieler Menschen, verteilen Energie und produzieren durch Eigenstromerzeugung sichere und grüne Energie“, ist Martin Rolletschek überzeugt.

Komfort gefragt

Es sei unumstritten, dass Camping im Trend liege, wobei auch ein gewisser Komfort nach wie vor gefragt sei. Mit Mietfahrzeugen des Campingplatzes, seien es E-Scooter, E-Bikes oder E-Pkws können die Gäste kurze Strecken auf dem Campingplatz zurücklegen oder Ganztagesausflüge unternehmen.

Um diese Vielfalt den Nutzern auch näher zu bringen, gab es nun eine erste elektromobile Erlebnisreise über Bayerns Campingplätze. Dabei wurden entlang der Deutschen Alpenstraße 500 Kilometer und 3500 Höhenmeter ausschließlich mit Elektromobilen zurückgelegt. Mit E-Campingbus, E-PKW und E-Lastenrad mit Wohnanhänger informierte das Reiseteam rund ums emobile Camping. Besonders intensiv war die Anreise nach Inzell für Iris Schreiber.

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Über Rosenheim und den Chiemsee ist die Projektkoordinatorin mit dem Lastenrad 150 km rein elektrisch und mit Muskelkraft angereist und hat bei ihrer Reise immer auch ein im Fahrradanhänger integriertes Zelt zum Übernachten dabei. Die Elektromobilität ist Schreiber zufolge längst angekommen bei uns in der Gesellschaft. Immer mehr Menschen nutzen und schätzen die E-Fahrzeuge. „Warum soll man nicht auch E-Fahrzeuge im Campingurlaub verwenden?“ meint Schreiber.

Großes Interesse an Zukunftsszenario

Die Urlauber werden mit ihren E-Fahrzeugen auf die Campingplätze kommen und diese dort zuverlässig laden wollen. Und sie fügt gleich noch hinzu, wie viel Freude es mache. „Unsere Reise durch Bayern rückt emobiles Campen in die Öffentlichkeit, es setzt neue Impulse und wir merken, wie interessiert die Leute uns begegnen“, so die Projektkoordinatorin.

Bayern ist das erste Bundesland, das ein landesweites Modellprojekt für Elektromobilität auf Campingplätzen umsetzt und diesen Auftrag an Ecocamping vergeben hat. Das Ziel soll sein, diese Plätze zukunftsfähig zu gestalten und fit für die Elektromobilität zu machen. Julia Egger, Betreiberin des Campingplatzes Lindlbauer, ist ganz begeistert über die Möglichkeiten mit ecamping. „Es ist sehr interessant, was alles möglich ist. Das ist für viele sicher ein Anreiz, sich Gedanken zu machen, wie ein künftiger Campingurlaub aussehen könnte. Vor allem wenn man an unsere Umwelt denkt, hat einiges bestimmt Zukunft“, ist Egger überzeugt.

So umweltfreundlich ist das Reisen mit dem Wohnmobil

Caravanurlaubsreisen sind in der Regel bei Reisen innerhalb Deutschlands mit geringeren Emissionen verbunden als die Kombination von Pkw und Hotelübernachtungen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg. Dabei können die höheren Emissionen des Fahrens durch geringere Übernachtungsemissionen kompensiert werden.

Dementsprechend fällt die Einsparung höher aus, je länger die Reise (mehr Übernachtungen) oder je kürzer die Reisedistanz ist. Die Anreise mit der Bahn oder dem Fernbus ist in den Betrachtungsfällen die Variante mit den geringsten Emissionen, unabhängig von der Übernachtungsform. Bei hohen Reisedistanzen verstärkt sich der Effekt. .Reisen mit dem Flugzeug oder dem Kreuzfahrtschiff haben in allen Betrachtungsfällen deutlich höhere Emissionen als alle anderen betrachteten Reiseformen.

Insbesonders weisen Caravanreisen dann eine gute Umweltbilanz auf, wenn sie mit Reiseformen verglichen werden, die vor der Pandemie geboomt haben: Mit Kreuzfahrten und mit (Flug-)Fernreisen. Nachteile der Caravanreisen gegenüber dem öffentlichen Verkehr können minimiert werden, indem etwa die Auslastung erhöht wird oder das Reisemobil erst am Zielort gemietet wird, während die Anreise dorthin mit dem öffentlichen Verkehr erfolgt.

Neben veränderten Nutzungen sind dabei auch bei Reisemobilen und Caravans technische Potenziale für die Reduktionen der Emissionen vorhanden, etwa über die Elektrifizierung von Caravans, welche insbesondere auch die Nutzung von Elektroautos als Zugfahrzeuge ohne größere Reichweiteneinbußen erlaubt. Eine erste Abschätzung dieser Kombination zeigen Emissionseinsparungen gegenüber dem konventionell angetriebenen Gespann von etwa 25 Prozent im Betrieb (bei heutigem Strommix). Quelle: ifeu

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