Keine lahme Leitung mehr

Besser ausgestattet als München: In Rosenheim haben 80 Prozent der Haushalte Glasfaser

Fortschreitende Digitalisierung: Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft will den Ausbau von Glasfaserkabeln im Rosenheimer Landkreis vorantreiben.
+
Fortschreitende Digitalisierung: Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft will den Ausbau von Glasfaserkabeln im Rosenheimer Landkreis vorantreiben.
  • Korbinian Sautter
    vonKorbinian Sautter
    schließen

Gute Nachrichten in Zeiten von Homeoffice und Homeschooling: Wenn es um einen komfortablen Anschluss ans Internet geht, steht die Stadt Rosenheim sehr gut da. Sie ist laut der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) eine von 25 bayerischen Städten, in denen über 80 Prozent der Haushalte über Glasfaser verfügen.

Rosenheim – „Die Corona-Pandemie hat der Digitalisierung einen zusätzlichen Schub verliehen.“ Das sagt Stefan Neumann von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) bei der Präsentation aktueller Zahlen zur digitalen Infrastruktur in Oberbayern. Der Vorsitzende der Bezirksgruppe München-Oberbayern bezieht sich dabei auf die notwendigen Modernisierungsmaßnahmen, die durch das Thema Videokonferenzen und Homeoffice auf zahlreiche Unternehmen in der Region zukamen. Denn nicht zuletzt deshalb belegt die neueste Studie eine mittlerweile fortschrittliche digitale Grundversorgung im Rosenheimer Landkreis.

Rosenheim führend beim Thema Glasfaser

Gerade die Stadt Rosenheim steht laut den aktuellen Zahlen gut da, wenn es um einen komfortablen Anschluss ans Internet geht. Denn sie ist eine unter 25 bayerischen Städten, die über 80 Prozent ihrer Haushalte mit der schnellstmöglichen Verbindung, den Glasfaserkabeln, versorgen können. Nicht einmal die Millionenstadt München käme an diesen Wert heran. Laut Neumann besteht hier für die meisten Landkreise allerdings noch viel Nachholbedarf. Gerade im Berchtesgadener Land gelte es, die flächenmäßige Glasfaserabdeckung von gerade einmal 20 Prozent deutlich zu verbessern. Auch rund um Rosenheim ist gemäß der Studie noch Luft nach oben. So kommt man beispielsweise in Stephanskirchen, Prutting und Bad Endorf auf einen Wert zwischen 50 und 70 Prozent. In Bad Aibling, Wasserburg und Prien haben sogar nur 30 Prozent der Haushalte Zugriff auf die schnelle Internetverbindung.

Ausbau der Technik in der Region: Stefan Neumann von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft gibt sich zufrieden.

Mehr zum Thema: Im Chiemsee liegt jetzt das „zweitwichtigste“ Seekabel der Welt

Grundsätzlich ist man beim vbw allerdings trotzdem zufrieden mit der derzeitigen regionalen Entwicklung. „Im Deutschlandvergleich schneidet Bayerns digitales Netz nach einem langen Auf- und Überholprozess in Stadt und Land deutlich überdurchschnittlich ab“, meint Hauptgeschäftsführer Bertram Bossert bezüglich der aktuellen Jahresbilanz. Denn 95 Prozent der Haushalte können laut vbw-Statistik mittlerweile auf einen Anschluss mit einer Bandbreite von 50 Mbit/s zurückgreifen. Zum Vergleich: Mit diesem Datenvolumen könnte man gemäß den aktuellen Daten der Studie problemlos einen Stream in höchster Auflösung ansehen, gleichzeitig Online-Radio hören und zudem noch drei Videokonferenzen starten.

Das könnte Sie auch interessieren:

Homeoffice am Kabel-Ende: Soyener Familie wartet ein Jahr auf Breitbandanschluss

Neben der Internetversorgung erweist sich auch das Telefonnetz im Rosenheimer Landkreis im Vergleich zu anderen Standorten als stabil. Gemäß den Messungen von den Anbietern Vodafone, O2 und der Telekom gibt es in der gesamten Region nur in wenigen Einzelfällen Verbindungsprobleme.

Digitalisierung für die Wirtschaft essenziell

Diese gute Vernetzung ist allerdings auch unabdinglich, wenn man wirtschaftlich konkurrenzfähig bleiben will, wie Dr. Birgit Seeholzer, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungs GmbH des Landkreises Traunstein, anmerkt. „Eines ist sicher. Für unsere Unternehmen zählt in der heutigen Zeit ein einwandfreier Anschluss ans Netz zu einem der wichtigsten Standortfaktoren.“

Daher ist das Ziel der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, auch in den nächsten fünf Jahren nicht nachzulassen und die digitale Struktur weiter zu fördern. Für Neumann ist der Ausbau der optimalen Telefon- und Internetverbindung jedenfalls noch lange nicht abgeschlossen. „Wir müssen den jetzigen Schwung unbedingt mitnehmen, um spätestens 2025 eine lückenlose Versorgung mit Glasfaser und 5G zu erreichen.“

Kommentare