Inklusive Erfolgsgeschichte

Stephanskirchen: Andreas Stadler (25) wächst an den Aufgaben

Christine Seidl ist Andreas erste Ansprechpartnerin und hat ihn in das Sortieren der Ablage und eingearbeitet und auch bei den Arbeiten im Lager angelernt.
+
Christine Seidl ist Andreas erste Ansprechpartnerin und hat ihn in das Sortieren der Ablage und eingearbeitet und auch bei den Arbeiten im Lager angelernt.

Büro, Laden, Lager und Versand – Andreas Stadler aus Vogatreuth ist bei „EM-Chiemgau“ in fast allen Bereichen im Einsatz und wächst immer weiter in seine Aufgaben hinein. Dem 25-Jährigen ist trotz gesundheitlicher Einschränkungen der berufliche Einstieg gelungen.

Stephanskirchen/Rosenheim – Annerose Fischer, die das Unternehmen für Produkte aus den Bereichen Landwirtschaft, Garten, Gesundheit und Reinigung in Stephanskirchen 1984 mit ihrem Mann gegründet hat, berichtet, wie der Kontakt zustande gekommen ist: „Andreas hat sich im September bei uns für ein Praktikum beworben. Nach einem Bewerbungsgespräch und einem Probetag, bei dem sich Andreas sehr gut eingebracht hat, haben wir ihm in Absprache mit seiner ersten Ansprechpartnerin Christine Seidl ein Praktikum zugesagt. Weil alles sehr gut läuft, freuen wir uns, dass daraus jetzt eine unbefristete Festanstellung entsteht“, sagt sie.

Kontakt über den Bildungsträger

Der Kontakt zu dem Unternehmen ist durch die Agentur für Arbeit Rosenheim beziehungsweise den Bildungsträger PQG (Johann PetersgemeinnützigeStiftungsgesellschaft mbH), mit dem diese bei der Betreuung von Andreas zusammenarbeitet, zustande gekommen. Tanja Bueberger war bei der Agentur für Arbeit Rosenheim über mehrere Jahre die Ansprechpartnerin des jungen Mannes.

Lesen Sie auch: Neues Angebot in der Diakonie Rosenheim – Die Alternative zur Behindertenwerkstatt

Sie spricht darüber, wie er bei seinem beruflichen Weg unterstützt worden ist: „Andreas hat eine Reha-Ausbildung zum Fachpraktike für Bürokommunikation erfolgreich abgeschlossen und ist von Bildungsträgern und uns bei der Stellensuche intensiv beraten und unterstützt worden. Ich habe ihn immer als sehr bemüht und motiviert erlebt“, sagt Bueberger über den jungen Mann, dessen Aussprache recht undeutlich ist, so dass sein Gegenüber „lernen“ muss, ihn zu verstehen.

Auffüllen der Waren

Die Unterstützung beim Auffüllen der Waren im Laden ist eine der Aufgaben des 25-Jährigen. „Aktuell unterstützt er Michael, der auch Andreas Tischnachbar und bei Problemstellungen ein wichtiger Ansprechpartner ist, noch bei der Arbeit. Wir freuen uns, dass Andreas in diesem – wie in allen Arbeitsbereichen – zunehmend routinierter und offener wird“, sagt Seidl. Bei der Befüllung der Regale im Laden sehe er mittlerweile von selbst, welche Waren benötigt würden und wie viel er aus dem Lager holen müsse. „Langfristig soll er das Auffüllen im Laden eigenständig übernehmen.“

Lesen Sie auch:Inklusion am Arbeitsplatz – In Traunstein läuft‘s, in Bernau nicht

Als weitere Aufgabengebiete nennt Andreas das Schreddern von Kartons mit einer speziellen Maschine zu Verpackungsmaterial. Außerdem räumt er Produkte am Palettenplatz nach vorne in Griffnähe und unterstützt so seine Kollegen im Versand. Im Büro sortiert er Rechnungen in alphabetischer Reihenfolge in die Ablage.

Andreas Stadler mit Michael Drechsler, der ihn im Laden unterstützt und der ihm als Tischnachbar auch bei Problemstellungen eine große Hilfe ist.

Annerose Fischer von EM-Chiemgau freut sich, dass der 25-Jährige sich im Team sichtlich wohlfühlt und sagt: „Andreas ist sehr still, antwortet aber auf jede Frage. Wer mit ihm mehr zu tun hat und Interesse zeigt, dem erzählt er auch von sich. Er kommt mit jedem gut zurecht, ist sehr hilfsbereit und wird von allen unterstützt. Es ist spürbar, dass es ihm in der Firma gut gefällt, was sich dadurch äußert, dass er gerne über Ausflüge erzählt, die er mit seinem Vater macht oder über Fußball spricht. Wir freuen uns über die gute Zusammenarbeit.“

Andere Menschen ermutigen

Astrid Schneider, die bei der Agentur für Arbeit Rosenheim das Team „Rehabilitation/berufliche Teilhabe“ leitet, freut sich ebenfalls über den Erfolgsfall von Andreas, der ähnlich betroffene Menschen ermutigen soll, dass auch sie Arbeitsmöglichkeiten finden können und sagt: „Wir unterstützen Menschen, die sich aufgrund ihrer Einschränkungen bei der Stellensuche schwerer tun, intensiv und bieten zahlreiche Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten an.

Infos und Kontakt

Interessierte Bewerber – Jugendliche und Erwachsene – und Unternehmen, die ebenfalls eine derartige Erfolgsgeschichte rund ums Thema Inklusion schreiben wollen, können sich unter Telefon 0 80 31 / 2 02 - 2 73 an die Agentur für Arbeit wenden.

Kommentare