IHK-REGIONALAUSSCHUSS ALTÖTTING-MÜHLDORF: STANDORT MIT GUTEN NOTEN

Infrastruktur sorgt für Unzufriedenheit

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Die Unternehmen in den Landkreisen Mühldorf und Altötting sind mit ihrem Standort zufriedener als noch vor zwei Jahren. Während Faktoren im Bereich Arbeitsmarkt und Attraktivität positiv bewertet werden, ist es insbesondere die Infrastruktur, die die geringste Zufriedenheit erfahren und wo Handlungsbedarf gesehen wird.

Mühldorf/Altötting – „Insgesamt sind wir in den Landkreisen Mühldorf und Altötting gut aufgestellt“, sagt IHK-Regionalausschussvorsitzende Ingrid Obermeier-Osl mit Blick auf die Auswertung der Standortanalyse. Fast 80 Prozent der Firmen würden sich jeweils wieder für ihren Standort entscheiden. Insgesamt geben die teilnehmenden Unternehmen dem Landkreis Mühldorf die Note 2,3, der Landkreis Altötting erzielt einen Durchschnitt von 2,2. Beide Landkreise haben sich damit im Vergleich zur Umfrage vor zwei Jahren um 0,1 verbessert.

Während die Loyalität und Motivation der Mitarbeiter ebenso wie die Energieversorgung landkreisübergreifend eine hohe Zufriedenheit erfahren und als Stärke angesehen werden, ist es vor allem die Infrastruktur, mit der die Firmen unzufrieden sind. Dazu zählt unter anderem die Breitbandversorgung, bei der die Teilnehmer jeweils den größten Handlungsbedarf sehen. „Das ist ein Dauerbrenner. Wir bekommen hier Hinweise von Unternehmen mit ganz unterschiedlichen Standorten“, so Ingrid Obermeier-Osl. Einen Schwerpunkt, wo in den beiden Landkreisen die Versorgung einen besonders hohen Nachholbedarf hat, könne man somit nicht ausmachen. Für Innovation und die Digitalisierung sei eine gute Versorgung – auch im Upload – jedoch essenziell. Im Landkreis Mühldorf wird die Breitbandversorgung zudem am häufigsten als Verzögerungsgrund für Unternehmenswachstum genannt.

Auch in der Anbindung an das Fernstraßennetz wird in beiden Landkreisen neben der Verfügbarkeit von beruflich qualifizierten Fachkräften Handlungsbedarf gesehen. Mit dem Fortschritt der Arbeiten an der A 94 ist für Obermeier-Osl jedoch eine Besserung in Sicht. Einen größeren Schwerpunkt setzt die Vorsitzende daher beim Ausbau der Schiene. „Dafür werden wir uns im Ausschuss weiter einsetzen.

Ein für die Vorsitzende überraschendes Ergebnis der Auswertung: Im Landkreis Mühldorf üben die teilnehmenden Unternehmen Kritik am Angebot an Fachhochschulen und Universitäten, hinzu kommen sowohl im Landkreis Altötting als auch im Kreis Mühldorf die Nähe zu Forschungseinrichtungen und der Innovationstransfer, die die geringste Zufriedenheit erfahren. Trotz regionalen Ablegern der Hochschule Rosenheim in Mühldorf und Burghausen, dem Seminarzentrum der TU München in Raitenhaslach und vielen forschenden Unternehmen in den Landkreisen. „Dieses Ergebnis wird man sich anschauen müssen. Vielleicht ist das Angebot noch zu wenig bekannt“, versucht IHK-Geschäftsstellenleiter Herbert Prost die Einschätzung der Betriebe zu erklären.

Eine mangelnde Verfügbarkeit von Gewerbegrund wird nur im Landkreis Altötting als ein Verzögerungsgrund für Unternehmenswachstum genannt. „Mit dem Bau der A 94 haben die Gemeinden entlang der Autobahn in den vergangenen Jahren viel ausgewiesen. Daher ist der Faktor vielleicht nicht ganz so entscheidend wie in anderen Städten oder Landkreisen“, so Obermeier-Osl.

Insgesamt haben sich aus den beiden Landkreisen rund 240 Unternehmen an der Umfrage zur Standortanalyse beteiligt. Die meisten von ihnen haben zwischen einem und 49 Mitarbeitern. Den größten Anteil an den Befragten machen Industrieunternehmen aus, ebenso wie gerade im Landkreis Altötting der Großhandel sowie Firmen, die Dienstleistungen für andere Unternehmen anbieten. Die schlechteste Note, eine Fünf, hat jeweils keiner der Befragten vergeben.

Verstärkte Zusammenarbeit

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