Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Gegen den Fachkräftemangel

Informationskreis der Wirtschaft diskutiert in Rosenheim Möglichkeiten

Notwendige Änderungen waren das Thema von (von links) Romy Reichel und Jutta Müller, beide von der Agentur für Arbeit, Moderatorin Gisela Kayser, Franz Obermayer, Geschäftsführer der FOXGroup, Tabea Hoffmann, Koordinatorin der Taskforce FKS+, Obermeister Josef Pflügl, Wolfgang Werner, Ansprechpartner für den Landkreis Traunstein der Taskforce FKS+, und Moderator Stefan Neumann.
+
Notwendige Änderungen waren das Thema von (von links) Romy Reichel und Jutta Müller, beide von der Agentur für Arbeit, Moderatorin Gisela Kayser, Franz Obermayer, Geschäftsführer der FOXGroup, Tabea Hoffmann, Koordinatorin der Taskforce FKS+, Obermeister Josef Pflügl, Wolfgang Werner, Ansprechpartner für den Landkreis Traunstein der Taskforce FKS+, und Moderator Stefan Neumann.

Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels begrüßte der Informationskreis der Wirtschaft Traun/Alz im Campus Chiemgau Interessierte zum Thema „Fachkräftesicherung“. Ein Umdenken der Gesellschaft zur Problemlösung scheint unerlässlich.

Rosenheim – Moderiert von Gisela Kayser und Stefan Neumann kam der erste Impuls von Franz Obermayer, Geschäftsführender Gesellschafter der FOXGroup: „Arbeiten Sie da, wo andere Urlaub machen!“.

Jutta Müller, von der Agentur für Arbeit, betont zu Beginn das Problem des Arbeitskraftmangels. Neben qualifizierten Fachleuten herrsche ebenso ein akuter Mangel an Arbeitskräften ohne besondere Vorkenntnisse. Im Gegensatz zur sehr geringen Steigerung der Zahl an Vollzeitarbeitskräften steige die Zahl der Teilzeitbeschäftigten stärker. Die Rahmenbedingungen der offenen Stellen seien daher kritisch zu hinterfragen und die Unternehmer zur Flexibilität und zur Anpassung an den Arbeitsmarkt zu motivieren.

Den Einstieg auch finanziell erleichtern

Ihre Kollegin Romy Reichel nannte als Maßnahmen zur Problemlösung oder -erleichterung beispielsweise die Ausbildungsförderung, bei der unter anderem der Einstieg in den beruflichen Alltag erleichtert werden kann. Auch für die Arbeitgeber bestünden viele Möglichkeiten der Förderung wie die Eignungsabklärung, bei der sich die Arbeitskraft und der Betrieb in wenigen Wochen kennenlernen können. Weiterbildungen oder Qualifikationen könnten gefördert oder ein Zuschuss für die Eingliederung beantragt werden, wenn die Arbeitskraft noch nicht die notwendigen Voraussetzungen für die Position besitzt.

Tabea Hoffmann, die Gesamtkoordinatorin der Taskforce FKS+ der Vereinigung der bayrischen Wirtschaft (vbw) appellierte, dass Arbeitgeber gemeinsam gegen das sinkende Arbeitskräfteangebot vorgehen sollen. Beispielsweise können Jugendliche, Studienabbrecher, junge Eltern, ältere Fachkräfte und Langzeitarbeitslose in die Arbeitswelt gebracht werden – möglicherweise auch in Teilzeit. In verschiedenen Projekten würden Menschen mit Behinderung oder Fluchthintergrund unterstützt.

In der Podiumsdiskussion diskutierten neben den drei Rednerinnen und Obermayer noch Wolfgang Werner, Ansprechpartner für den Landkreis Traunstein der Taskforce FKS+, und Josef Pflügl, Obermeister der Kreishandwerkerschaft und Inhaber der Pflügl GmbH & Co. KG, über das Thema Fachkräftemangel.

Laut Werner sind Quereinsteiger und die Substitution, bei der Arbeitskräfte durch die maschinelle Ersetzung frei werden, wahre Gamechanger. Konservatives Denken müsse abgeschafft werden, um das Potenzial des Bewerbers zu erkennen, und nicht die Lücken im Lebenslauf.

Umdenken muss schon früh ansetzen

Pflügl kritisierte vor allem das deutsche Schulsystem und die Erwartungen der Gesellschaft. So werde das Studieren nach dem Abitur attraktiver beworben als das Handwerk. Er forderte das Umdenken der Gesellschaft, vor allem der Lehrer und Eltern. Das Handwerk attraktiv zu machen, könnte viele Probleme lösen und junge Erwachsene wieder häufiger für eine Ausbildung in der handwerklichen Branche begeistern.

Weitere Artikel und Wirtschaftsnachrichten aus der Region Rosenheim, Mühldorf, Chiemgau finden Sie hier.

Obermayer ist vom akuten Mangel an Auszubildenden eher weniger betroffen – wahrscheinlich aufgrund des besseren Images der IT-Branche. Dennoch sei auch bei der FOXGroup trotz bestmöglicher Bedingungen und vieler Anreize die Suche nach Fachkräften an der Tagesordnung. Jedoch teile er die positiven Erfahrungswerte der permanenten Außendarstellung – die Vorteile und nicht die Nachteile der Branche betonen. Der Geschäftsführer erreicht über die Sozialen Medien vor allem auch die jungen und motivierten Fachkräfte. re/MN

Mehr zum Thema