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SO WIRD IN DER REGION GETESTET

Im Kampf gegen das Coronavirus: Unternehmen aus dem Mangfalltal setzen auf Nasenbohrer

Nasebohren erwünscht: Corona-Tests in Betrieben sollen unter anderem die Arbeitsabläufe sichern.
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Nasebohren erwünscht: Corona-Tests in Betrieben sollen unter anderem die Arbeitsabläufe sichern.
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  • Eva Lagler
    Eva Lagler
  • Kathrin Gerlach
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  • Ines Weinzierl
    Ines Weinzierl

Testen, testen, testen – das ist eine der wichtigen Strategien, die zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ausgegeben worden ist. Doch werden die Mitarbeiter in den Firmen überhaupt auf eine Coronavirus-Infektion getestet? Die OVB-Heimatzeitungen haben bei Unternehmen im Mangfalltal nachgefragt.

Bad Aibling – Die Stadtwerke Bad Aibling starten laut ihrem Leiter Stefan Barber im Elektrizitäts- und Wasserwerk sowie in der Verwaltung ab kommender Woche mit den Testungen, nachdem man während der Osterferien aufgrund der wieder verstärkten Corona-Pandemie versucht wurde, nur eine Minimalbesetzung aufrechtzuerhalten

„Die Tests haben wir geordert. Sie werden Anfang nächster Woche geliefert und vom Arbeitgeber bezahlt.“ Es sei geplant, den Mitarbeitern in den Folgewochen, jeweils zu Beginn der Arbeitswoche und vor der Aufnahme der Arbeit, die Testung auf freiwilliger Basis zu ermöglichen. „Ob wir die Häufigkeit verändern und dabei dauerhaft bei Selbsttests bleiben oder uns einer Dienstleistung bedienen, ist noch nicht sicher. Die jetzt georderten Selbsttests sind Speicheltests und werden voraussichtlich für vier Wochen reichen.“

Viele Mitarbeiter in Kurzarbeit

Viele der 58 Mitarbeiter befänden sich aktuell aufgrund von 100 Prozent Kurzarbeit in der Therme sowie Osterurlaub in den anderen Sparten ohnehin nicht im Betrieb. Die anderen Mitarbeiter arbeiteten in Einzelbüros (Verwaltung) oder im Schichtbetrieb (Elektrizitäts- und Wasserwerk) in festen Gruppen. „So stellen wir sicher, dass auch bei Ausbruch einer Infektion in einer Arbeitseinheit innerhalb einer Gruppe jederzeit die sichere Versorgung der Bürger mit Wasser und Strom gewährleistet ist.“

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Anfang März hat die BayWa für alle ihre Standorte in Deutschland 200 000 Selbst-Schnelltests organisiert – diese kommen auch den rund 60 Mitarbeitern der BayWa in Kolbermoor zugute, teilt das Unternehmen mit. „Wir empfehlen unseren Mitarbeitern ausdrücklich, Angebote wie Selbsttests zu nutzen, um sich und andere bestmöglich zu schützen. Da die Anwendung freiwillig ist und das Testen, regelmäßig empfohlen wird, können wir leider keine Aussage treffen, wie viele unserer Mitarbeiter sich wie häufig testen.“ Die Kosten der Tests trägt die BayWa AG.

Das Team der Firma TechDivision GmbH beschäftigt aktuell rund 135 Mitarbeiter – rund 110 sind es in Kolbermoor. Es ist seit Mitte März 2020 ununterbrochen im Homeoffice, teilt Geschäftsführer Josef Willkommer auf Anfrage mit. Allerdings zieht die Firma in gut einem Monat in neue Büros in Kolbermoor: „Bezüglich der Testmodalitäten sind wir intern derzeit am Abstimmen, möchten hier aber die nächsten Vorgaben der Politik – Stichwort: Lockdown – sowie die sich daraus ergebenden Ableitungen erst noch abwarten. Abhängig davon, werden wir ein Test- und sobald dies sinnvoll möglich ist, auch ein Konzept für die Rückkehr ins dann neue Büro erarbeiten“, so Willkommer.

Unvermeidbare Kontakte im Briefzentrum

Im Rosenheimer Briefzentrum sind rund 250 Mitarbeiter tätig, teilt Sprecher Dieter Nawrath mit. „Bereits seit Monaten führen wir in unseren Post- und Paket-Betriebsstätten freiwillige anlassbezogene Corona-Testungen durch und haben Mitarbeitern mit häufigen unvermeidbaren Kontakten auch wöchentliche PCR-Testungen angeboten, die zunehmend auf Schnelltests umgestellt wurden.“ Mittlerweile wurden bundesweit etwa 60 000 anlassbezogene Tests sowie rund 40 000 Selbsttests in den Betrieben organisiert. „Derzeit arbeiten wir an Konzepten, wie Schnell-/Selbsttests auch in regelmäßigen Abständen in unseren Betriebsstätten durchgeführt werden könnten.“

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Seit Eintreten der Pandemie hat für die Firma Frischpack in Mailling (Gemeinde Tuntenhausen) der Schutz der Mitarbeiter oberste Priorität. Aus diesem Grund wurde im März vergangnen Jahres ein Krisenteam gebildet, das Risikobetrachtungen entlang der Wertschöpfungskette durchführte und Präventivmaßnahmen festlegte. Dazu gehören Anweisungen zum Verhalten bei Dienstreisen, Hygiene, Desinfektion, Erkrankung und ein Leitfaden zum Umgang mit einer möglichen Corona-Virusinfektion. Zusätzlich hat das Unternehmen umfangreiche Vorkehrungen im Bereich der Personal-, Betriebs- und Produkthygiene getroffen.

Homeoffice-Möglichkeiten ausgebaut

Parallel dazu hat Frischpack die Homeoffice-Möglichkeiten kontinuierlich ausgebaut, sodass ein Großteil der Belegschaft von zu Hause aus arbeiten kann. Das Frischpack-Krisenteam beobachtet konsequent die aktuelle Entwicklung, um situativ weitere, eventuell notwendige Maßnahmen einzuleiten. „Wir halten uns seit Auftreten des Coronavirus streng an alle Regelungen, die seitens der Regierung vorgegeben werden“, erläutert Dieter Baur, Vorsitzender der Geschäftsführung der Frischpack-Gruppe. „In diesem Sinne unterstützen wir auch eine Teststrategie, sobald sie von politischer Seite für Unternehmen eingeführt wird.“

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In der Rofa Industrial Automation AG Kolbermoor entwickeln 180 Mitarbeiter Förderanlagen, Automatisierungstechnik, Intralogistik und Sondermaschinen. Das Unternehmen hat eine Corona-Task-Force mit Personalmanager Markus Hermanns an der Spitze eingerichtet. Seit zwei Wochen werden den Mitarbeitern Schnelltests zur Verfügung gestellt, mit denen sie sich montags und mittwochs vor Arbeitsantritt selbst testen können. Zwar biete die Rofa auch mobiles Arbeiten an, doch das sei nicht in allen Abteilungen möglich, erklärt Hermanns.

Deshalb biete man den Beschäftigten mit den Schnelltests ein Plus an Sicherheit. „Es ist ein Angebot, die Teilnahme an den Tests ist freiwillig“, erklärt Herrmanns. Bei einem positiven Schnelltest schließe sich ein PCR-Test an. Das sei aber bislang noch nicht vorgekommen. 1800 Tests hat das Unternehmen beschafft. Die Kosten von 7920 Euro trägt es selbst.

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