Ilse Aigner spricht bei Neujahrsempfang der Innung Spengler-, Sanitär- und Heizungstechnik

Landtagspräsidentin Ilse Aigner hielt die Festrede vor den Innungen aus Rosenheim, Traunstein und dem Berchtesgadener Land. Baumann

Die Innungen der Landkreise Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land aus dem Bereich Spengler-, Sanitär- und Heizungstechnik haben zum Neujahrsempfang geladen.Prominente Festrednerin dabei: Ilse Aigner. Sie ging auf die aktuelle Klimadebatte ein – wie auch andere Redner.

Von Johann Baumann

Söllhuben – Das Handwerk als stabilisierender Wirtschaftsfaktor – zog sich durch die Ansprachen beim Neujahrsempfang der Innungen für das Sanitär-, Heizungs- und Klima-Gewerbe im Gasthaus Hirzinger im Riederinger Ortsteil Söllhuben. Eingeladen hatten die SHK-Innungen Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land. Moderiert wurde der Neujahrsempfang durch den Innungsobermeister des Berchtesgadener Landes, Peter Schuhbeck, der die Redner und Rednerinnen vorstellte.

Mehr Jugendliche für Handwerksberufe

Die Festrede hielt Landtagspräsidentin Ilse Aigner: „Das Handwerk ist ein Stück weit auch Philosophie“ äußerte die Präsidentin des bayerischen Landtages, Ilse Aigner. Sie wies auf ihren beruflichen Werdegang als Spross eines Handwerksbetriebes hin. „Die eigentliche Stärke und Krisenfestigkeit unserer Wirtschaft ist das starke Unternehmertum durch das Handwerk“, konstatierte sie. Mit Blick auf den Nachwuchs- und Fachkräftemangel befand sie: „Die Ausbildung beginnt in den Köpfen der Eltern.“

Hart ins Gericht ging sie mit den Auswirkungen der Datenschutzgrundverordnung auf Vereine und Handwerksbetriebe. Und sie ging auf die Klimaschutzdebatte ein. Hysterie nicht weiter, sondern Maß und Mitte. „Für praktikable Lösungen brauchen wir das Handwerk“.+++

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SHK-Landesinnungsmeister Erich Schulz junior stellte die Klimagesetzgebung der Bundesregierung und die Auswirkungen der Klimadiskussion auf die Nachwuchskampagne „Zeit zu starten“ in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Es gelte, die Förderrichtlinien zu nutzen und gewinnbringend für die Kunden und die Betriebe und deren Wertschöpfung umzusetzen. „Für unser Klima bringt installieren mehr als demonstrieren“ stellte er abschließend fest.

„Das Handwerk ist der stabilisierende Faktor – auch in diesen Zeiten, in denen die Industrie zu schwächeln beginnt“ erklärte der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern, Franz Xaver Peteranderl, in seinem Grußwort. Er begrüßte die Wiedereinführung der Meisterpflicht für bestimmte Berufe und beklagte die Baukostensteigerungen durch staatliche Verordnungen.

„Starke Innungen bilden das Fundament für eine erfolgreiche Verbandsarbeit“ bekräftigte der Präsident des deutschen SHK-Zentralverbandes, Michael Hilpert. Die Digitalisierung sei kein Totengräber, sondern solle Aufbruchstimmung erzeugen im Hinblick auf die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit von Handwerk und Mittelstand. Ein Wermutstropfen sei das Nachwuchsproblem, denn immer mehr Jugendliche drängten in die Universitäten.

Tragende Rolle für regionale Wirtschaft

Der Traunsteiner Innungsobermeister, Josef Pflügl, sagte, es sei wichtig, dass der Dialog zwischen Wirtschaft und Politik weitergehe. So könnten Wohlstand und Friede im Lande erhalten bleiben. Riederings Bürgermeister Sepp Häusler lobte in seinem Grußwort: „Das Handwerk bleibt die tragende Säule des Mittelstandes und der gesamten Wirtschaft und Gesellschaft“.

Als wirtschaftliches Schwergewicht der Region bezeichnete der Rosenheimer Innungsobermeister Gerhard Hardrath die SHK-Branche. Bei der Energiewende habe man zu spät erkannt, dass nicht der Strom-, sondern der Wärmeverbrauch das größere Thema sei.

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