IHK-Konjunkturumfrage: Wirtschaftliche Talfahrt beschleunigt sich Wagner: „Politik muss dringend Anr

IHK-Konjunkturumfrage: Wirtschaftliche Talfahrt beschleunigt sich Wagner: „Politik muss dringend Anreize für Investitionen setzen“

Berchtesgaden / Rosenheim / Traunstein – Die Stimmung in der südostoberbayeri-schen Wirtschaft hat sich im Vergleich zum Frühjahr dieses Jahres nochmals verschlechtert. Der Konjunkturindex der IHK für München und Oberbayern liegt in der aktuellen Herbstumfrage bei 112 Punkten. Das sind elf Zähler weniger als im Frühjahr. Er erreicht damit seinen niedrigsten Wert seit neun Jahren.

Die in den Landkreisen Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf am Inn, Traunstein sowie in Stadt und Landkreis Rosenheim beheimateten Betriebe sind mit ihrer Geschäftslage deutlich weniger zufrieden als noch im Frühjahr. Fast die Hälfte (45 Prozent) bezeichnet ihre aktuelle Geschäftslage als gut, sieben Prozent jedoch als schlecht. Der Saldo der Lageurteile fällt damit auf 38 Punkte und liegt nur noch wenig über dem langjährigen Durchschnitt von 32 Punkten. Im Frühjahr lag das Verhältnis der Lageurteile noch bei 51 zu 5.

Auch in den kommenden Monaten rechnen die Unternehmen mit einer weiteren Eintrübung der Lage. So sind die Geschäftserwartungen per Saldo um 13 Zähler auf -10 Punkte gefallen, ein Zehnjahrestief. Die Unternehmen in der Region sind damit noch skeptischer als die bayerische Wirtschaft insgesamt (Saldo -5 Punkte). Die Polarisierung hat gegenüber dem Frühjahr noch zugenommen: Der Anteil der Pessimisten hat sich auf 25 Prozent verdoppelt, der Anteil der Optimisten ist bei 15 Prozent konstant geblieben.

Auch die Unsicherheit hinsichtlich des weiteren Konjunkturverlaufs hat zugenommen: Im Vergleich zur Frühjahrsumfrage sind die Sorgen vor einer Eintrübung der Inlandsnachfrage von 36 auf 50 Prozent stark angestiegen. Auch die Entwicklung der

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Auslandsnachfrage beurteilen die Betriebe kritischer. Sahen hierin im Frühjahr

19 Prozent der Betriebe ein Risiko, sind es nun 27 Prozent.

Als Folge der schwachen Aussichten kürzen die Unternehmen ihre Beschäftigungsund

Investitionspläne. Der Saldo der Investitionspläne liegt mit fünf Punkten nur noch

knapp im Plus. Auch der Beschäftigungsaufbau läuft aus: Nur noch 13 Prozent der

Unternehmen möchten Beschäftigung aufbauen, 17 Prozent müssen Stellen

reduzieren. Der Saldo der Beschäftigungspläne fällt damit zum ersten Mal seit sechs

Jahren ins Minus, auf -4 Punkte.

Die schwächeren Beschäftigungspläne schlagen sich ebenfalls in den Risikobewertungen

nieder: Zwar wird der Fachkräftemangel weiterhin am häufigsten als

Risiko genannt, er verliert jedoch weiter an Brisanz: Nur noch 56 Prozent der

Unternehmen bezeichnen ihn als Risiko. Zuvor waren es 61 Prozent. Stark

zugenommen haben die wirtschaftspolitischen Sorgen: Mehr als die Hälfte der

Unternehmen (54 Prozent nach zuvor 45 Prozent im Frühjahr) sieht in den aktuellen

Rahmenbedingungen ein Risiko.

„Die Unternehmen in der Region spüren deutlich die konjunkturelle Eintrübung. Eine

schnelle Rückkehr zu höherem Wachstum erwarten sie nicht“, sagt Irene Wagner,

Sprecherin des IHK-Forums für die Region Südostbayern. „Die Politik muss deshalb

reagieren. Unsere Wirtschaft braucht Investitionsanreize, das heißt bessere

Abschreibungsregelungen, niedrigere Strompreise und auch die Digitalisierung muss

mehr gefördert werden.“ Als Sofortmaßnahme dafür empfiehlt Wagner wesentlich

kürzere Abschreibungszeiträume für die Anschaffung von Hard- und Software. Um die

Standortbedingungen insgesamt zu verbessern, mahnt Wagner außerdem eine

niedrigere Besteuerung der Unternehmen an. Deutschland sei ein Höchststeuerland,

so die Marktschellenberger Unternehmerin. Der Steuersatz für einbehaltene Gewinne

müsse daher dringend von derzeit über 30 Prozent auf das international übliche Niveau

von 25 Prozent gesenkt werden.

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04.11.2019

IHK-Konjunkturumfrage: Wirtschaftlicher Abschwung verfestigt sich Obermeier-Osl: „Politik muss mit klugen Maßnahmen auf konjunkturelle Alarmsignale reagieren“

Altötting / Mühldorf – Die Stimmung der in den Landkreisen Altötting und Mühldorf ansässigen Unternehmen hat sich weiter eingetrübt, so die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK für München und Oberbayern. Nur noch knapp die Hälfte der befragten Betriebe (47 Prozent) beschreibt ihre aktuelle Geschäftslage als „gut“. Fast jedes zehnte Unternehmen (neun Prozent) äußert sich unzufrieden über seine Lage. Der Saldo aus positiven und negativen Lageurteilen fällt damit von 53 Punkten auf 38 Punkte. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der regionalen Auswertung.

Mit einer schnellen Rückkehr zu höherem Wachstum rechnen die Unternehmen nicht. Per Saldo fallen ihre Geschäftserwartungen von +4 auf -15 Punkte. Jedes vierte Unternehmen (zuvor 11 Prozent) rechnet mit einer wirtschaftlichen Eintrübung in den kommenden zwölf Monaten, nur noch jedes zehnte mit Wachstum. Die Unternehmen sind damit deutlich skeptischer, als es bayernweit der Fall ist (Saldo -5 Punkte). Das ist auf die Bedeutung der exportorientierten verarbeitenden Industrie für die Region Inn-Salzach zurückzuführen. In dieser Branche ist die Stimmung besonders schlecht.

Die schwachen Aussichten wirken sich auch auf die Personalplanungen der Unternehmen aus: Per Saldo fallen die Beschäftigungspläne von zehn Punkten im Frühjahr auf nun -1 Punkt. Zwölf Prozent der Betriebe möchten Stellen aufbauen, 13 Prozent hingegen reduzieren. Damit läuft der Beschäftigungsaufbau in der Region aus. Auch die Dynamik bei den Investitionen lässt massiv nach. Die Investitionspläne der Unternehmen fallen per Saldo von 13 Punkten auf -5 Punkte. Der Anteil der Unternehmen, die weniger investieren wollen, ist von acht Prozent auf 28 Prozent kräftig angestiegen.

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Auch in den Risikobewertungen der Unternehmen widerspiegelt sich die Verunsiche-rung der Unternehmen. Die Sorgen vor einer sinkenden Inlandsnachfrage steigen von 36 Prozent auf 58 Prozent sprunghaft an. Damit ist es das am häufigsten genannte Geschäftsrisiko. Auch die Sorgen um eine nachlassende Nachfrage aus dem Ausland wachsen. Dem gegenüber verliert das (Wachstums-)Risiko „Fachkräftemangel“ vergleichsweise an Bedeutung: Nur noch etwa die Hälfte der Unternehmen (52 Pro-zent) erkennt hierin ein entscheidendes Geschäftsrisiko, zuletzt waren es 57 Prozent.

„Die Politik muss jetzt dringend mit klugen Maßnahmen auf diese konjunkturellen Alarmsignale reagieren“, fordert Ingrid Obermeier-Osl, Vorsitzende des IHK-Regional-ausschusses Altötting-Mühldorf. „Das A und O sind Investitionsanreize. Dazu zählen zuallererst bessere Abschreibungsregelungen, niedrigere Strompreise und auch mehr staatliche Unterstützung, wenn es um die Förderung der Digitalisierung in den Unternehmen geht. Wir brauchen aber auch dringend flexiblere Arbeitszeitregelungen“, erläutert die Unternehmerin. Um die Standortbedingungen insgesamt zu verbessern, mahnt Obermeier-Osl außerdem eine niedrigere Besteuerung der Unternehmen an. „Als Höchststeuerland ist Deutschland auf dem besten Wege, sich mittelfristig ins Abseits zu manövrieren“, so die Vorsitzende. „Es ist daher dringend geboten, den Steuersatz für einbehaltene Gewinne endlich von aktuell über 30 Prozent auf das international übliche Niveau von 25 Prozent zu senken. Das wird den Unternehmen zusätzlichen finanziellen Spielraum für Investitionen verschaffen“, ist sich Obermeier-Osl sicher.

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