IHK-Konjunkturumfrage: Regionale Wirtschaft kommt nicht in Schwung

Ganz aktuell hat Wacker Chemie angekündigt,1000 Arbeitsplätze abzubauen. Auch das Stammwerk in Burghausen ist betroffen. Wacker Chemie AG.
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Ganz aktuell hat Wacker Chemie angekündigt,1000 Arbeitsplätze abzubauen. Auch das Stammwerk in Burghausen ist betroffen. Wacker Chemie AG.

– Anhaltende Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft lassen die Wirtschaft in den Landkreisen Mühldorf und Altötting nicht in Schwung kommen.

Die Geschäfte laufen dem IHK-Konjunkturindex zum Jahresbeginn 2020 zufolge nicht so rund. Zwar ist rund jedes zweite Unternehmen in der Inn-Salzach-Region mit seiner Geschäftslage zufrieden. Allerdings beurteilten mit 14 Prozent der Betriebe vergleichsweise viele Unternehmen ihre Lage als „schlecht“, wie die IHK für München und Oberbayern mitteilt. Eine Folge für den Arbeitsmarkt: Der Beschäftigungsboom ist vorbei.

Die IHK geht aufgrund der Ergebnisse davon aus, dass ein höheres Wachstum in der Region vorerst nicht zu erwarten sei. Denn nur 18 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer Verbesserung ihrer Geschäfte, ebenso viele (19 Prozent) jedoch mit einer Eintrübung. Im Vergleich zum Saldo aus dem Herbst 2019 (minus 15 Punkte) sind die Aussichten der Unternehmer allerdings aktuell (minus einem Punkt) nicht mehr ganz so pessimistisch.

Mehr Unternehmen reduzieren Stellen

Die getrübte Stimmung der heimischen Wirtschaft wirkt sich auch auf die Beschäftigungspläne aus: Nur 14 Prozent der Unternehmen erklärten, ihr Personal aufzustocken. Ihr Personal reduzieren müssen dagegen 22 Prozent der Betriebe. Im Herbst hatten deutlich weniger (13 Prozent) erklärt, beim Personal einsparen zu müssen. Ein starker Abbau von Arbeitsplätzen drohe der Region aber nicht, prognostiziert die IHK. Fachkräfte würden dringend in den Unternehmen benötigt.

Denn bei der Wirtschaft in den Landkreisen Mühldorf und Altötting ist der Fachkräftemangel das am häufigsten genannte Risiko für die Entwicklung der Unternehmen. Im Herbst 2019 war in der Konjunkturumfrage noch die Inlandsnachfrage auf Platz eins der Risiken gelandet.

Aus Sicht der IHK dürften die insgesamt nur verhaltenen Aussichten der Betriebe unter anderem an den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen liegen. Mit 51 Prozent liegen diese bei der Erhebung auf dem zweiten Platz der Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung.

Die Preise für Energie und Strom sehen die Unternehmen in der Region zum Jahresbeginn deutlich kritischer als in den vergangenen Umfragen. Für 49 Prozent stellen die Kosten ein Risiko dar, dem höchsten Wert seit Beginn der regionalen Konjunkturauswertung im Jahr 2016. Gerade für die stromintensive Industrie in der Inn-Salzach-Region sind steigende Strompreise aus Sicht der IHK ein erheblicher Wettbewerbsnachteil. Eine Folge: Die Investitionen der Unternehmen verharren auf einem niedrigen Niveau.

Für die Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Altötting-Mühldorf und Vizepräsidentin der IHK, Ingrid Obermeier-Osl, sind die Ergebnisse des Konjunkturberichts ein Weckruf für die Politik. „Wir steuern immer mehr auf eine Investitionsschwäche zu. Um dies zu verhindern, müssen die Unternehmen jetzt entlastet werden.“ Die Unternehmerin aus Schwindegg schlägt daher vor: „Steuern müssen endlich gesenkt und Strompreise reduziert werden.“

Die IHK hatte für ihren Konjunkturbericht zahlreiche Unternehmen in den Landkreisen Altötting und Mühldorf befragt. Dreimal im Jahr wird der IHK-Konjunkturbericht vorgelegt.

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