Hotel-Investor hat große Pläne in Reit im Winkl

Anstelle des in die Jahre gekommenen „Hambergers Posthotel“möchte der Investor DAixKo aus Aachen im Ortszentrum von Reit im Winkl ein neues Vier-Sterne-Superior-Hotel mit 150 Zimmern bauen.
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Anstelle des in die Jahre gekommenen „Hambergers Posthotel“möchte der Investor DAixKo aus Aachen im Ortszentrum von Reit im Winkl ein neues Vier-Sterne-Superior-Hotel mit 150 Zimmern bauen.

Mitten im Dorf liegt es: Das Hotel zur Post in Reit im Winkl soll erneuert werden. Eine Aachener Unternehmensgruppe will 2 Millionen Euro investieren. So viel Potenzial sehen Experten im Chiemgau.

Reit im Winkl – Mitten im Zentrum steht mit dem Neubau des Hotels zu Post eines der bedeutendsten Bauprojekte bevor: Mit seiner Lage ist es „quasi die Visitenkarten bzw. das Postkartenmotiv der Gemeinde“, sagt Christine Zaiser, Geschäftsführerin der Gemeinde Reit im Winkl. Deshalb gebe es auch „extrem hohe Anforderungen an die Planung“.

200 Jahre im Familienbesitz

Genau die sind es wiederum, die Caspar Hamberger Kopfzerbrechen und zum Teil bereits schlaflose Nächte bereitet haben. Seine Familie ist bereits seit mehr als 200 Jahren Besitzer von „Hambergers Posthotel“, wie das Drei-Sterne-Haus aktuell heißt. Bereits seit zwölf Jahren hat er sich als Besitzer darum bemüht, einen geeigneten Investor für das in die Jahre gekommene Hotel mit 38 Zimmern zu finden.

Zweistelliger Millionenbetrag

So gut wie jetzt standen die Chancen offenkundig noch nie für einen echten Durchbruch. Nachdem in den vergangenen Jahren immer wieder neue Planungen und Varianten aufgekeimt und geplatzt waren, will seit 2019 die Unternehmensgruppe DAixKo aus Aachen für einen zweistelligen Millionenbetrag in Reit im Winkl Nägel mit Köpfen machen.

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Sie plant auf rund 15 400 Quadratmetern ein Vier-Sterne-Superior-Hotel mit 150 Betten samt Wellnessbereich mit 850 Quadratmetern und Swimmingpool, Tagungsbereich und hoteleigenem Biergarten. Ein Zwischenbau mit großzügiger Lobby und Empfang soll die drei Gebäudeteile mit drei bis vier Geschossen verbinden. In ihnen ist auch ein Restaurant mit 180 Sitzplätzen untergebracht. Für die Gestaltung zeichnet das Stuttgartner Planungsbüro blocher partners veratwortlich.

Woran es aktuell noch hakt, sind „die Lamellen, die über mehrere Geschoße durchlaufend geplant waren, der Sichtbeton und die Ausführung der Balkone“, wie Zaiser erläutert.

Genehmigung im Frühjahr 2021?

Bereits im Dezember 2019 war das Projekt in der Gemeinde vorgestellt worden. Nach der folgenden Bürger- und Trägerbeteiligung wurde ein überarbeiteter Planentwurf vorgelegt, der nun wieder ins Verfahren gehe. „Es ist realistisch, es im Frühjahr 2021 abschließen zu können“, sagt Zaiser.

Verzögerung durch Corona

Auf Seite des bisherigen Besitzers wächst dagegen die Ungeduld. „Nach dieser Sommersaison sollten bereits die Abbrucharbeiten beginnen. Durch Corona hat sich alles stark in die Länge gezogen“, sagt Caspar Hamberger. Allein durch ausgefallene Busreisen habe er eine fünfstellige Summe eingebüßt, dazu seien Einreiseprobleme von Angestellten aus Osteuropa gekommen. Trotzdem will er nach der Übergabe an den neuen Eigentümer noch bis März weitermachen: „Dann ist endgültig Schluss.“

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Dass im Frühjahr 2021 das Bebauungsplanverfahren abgeschlossen wird und endlich die Abbrucharbeiten beginnen können, hofft auch Dunja Kahlen. Sie ist die Geschäftsführerin des Investors DAixKo. Rund zwei Jahre Bauzeit hat das Unternehmen für das Hotel zur Post veranschlagt. Wie sie erläutert, ist der Investor ein Zusammenschluss zweier mittelständischer Unternehmer aus Aachen, die die gesamte Wertschöpfungskette von der Projektentwicklung bis zum schlüsselfertigen Bau abbilden.

Steigerung bei Übernachtungszahlen

Zahlreiche namhafte Hotels, Business Center, Wohnquartiere oder Boardingshouses finden sich in der Referenzliste. „Im Unterschied zu Business Hotels in Ballungszentren boomt die Ferienhotellerie gerade in touristisch interessanten Regionen“, sagt Kahlen. Trotz der Ausnahmesituation in Coronazeiten zeige ein vom Unternehmen in Auftrag gegebenes Gutachten „viel Potenzial in Reit im Winkl“.

Größere Hotels fehlen noch

Das kann auch Florian Weindl, Leiter der Tourist-Info bestätigen. „Reit im Winkl hat in den letzten Jahren im Sommer eine deutliche Steigerung bei den Gäste- und Übernachtungszahlen zu verzeichnen“. Neben dem sehr guten Angebot an Ferienwohnungen und Privatunterkünften „fehlen noch zwei, drei größere Hotels“, weil hier die Nachfrage speziell bei Kurz- und Gruppenaufenthalten steige.

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