IHK-STANDORTUMFRAGE

Gute Noten für den Standort Rosenheim

Der Zugangzum Schienen- und Güterverkehr wird von den Unternehmen negativ bewertet. hon
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Der Zugangzum Schienen- und Güterverkehr wird von den Unternehmen negativ bewertet. hon

Unternehmen in Stadt und Landkreis Rosenheim sind in der Region mit ihrem Standort am zufriedensten. Mit einer Note von 1,9 für die Stadt und 2,0 für den Landkreis stellen die teilnehmenden Firmen ihm ein gutes Zeugnis aus. Dennoch sehen sie Handlungsbedarf.

Rosenheim – Das gilt in der Stadt insbesondere für den Bereich Standortkosten mit den Schwerpunkten Büro-/Gewerbemieten sowie der Gewerbe- und Grundsteuer. Aber auch beim Faktor Bürokratie sehen die städtischen Unternehmen laut IHK-Standortanalyse Luft nach oben. Unzufriedenheit herrscht neben dem Bereich Gewerbeflächen und Grundstückspreise bei der Anbindung an den Flugverkehr sowie dem Angebot an Wohnraum.

Die höchste Zufriedenheit herrscht hingegen im Bereich der Standortattraktivität: Genannt wird hier das Sport- und Freizeitangebot auf Rang drei sowie das Image des Standorts, das auch als eine Stärke der Stadt ausgemacht wird. Die Anbindung an den Fernstraßenverkehr bewerten die Unternehmen ebenfalls positiv – neben der Loyalität und Motivation der Mitarbeiter eine weitere Stärke des Standorts.

Für die teilnehmenden Landkreisunternehmen lag die Priorität im Bereich des Handlungsbedarfs bei der Verfügbarkeit von beruflich qualifizierten Fachkräften, denn häufig würden Stellen lange unbesetzt bleiben. Allerdings hat für IHK-Geschäftsstellenleiter Wolfgang Janhsen mit Blick auf die Duale Ausbildung eine Bewusstseinsänderung seitens der Politik stattgefunden. „Bei Eltern merken wir nach wie vor eine große Skepsis.“ Weiteren Handlungsbedarf sehen die Landkreisunternehmen bei der Breitbandversorgung und einer bürokratieärmeren Verwaltung. „Ein Unternehmer hat rund 100-mal mehr Kontakte mit der Verwaltung als Privatpersonen“, so Jansen. Und die Wirtschaft sei darauf angewiesen, dass Prozesse schnell und zuverlässig laufen, fügte Andreas Bensegger, Vorsitzender des IHK-Regional ausschusses hinzu. Aus diesem Grund sollte ein Fokus auf eine Standardisierung für Unternehmen statt Privatpersonen gelegt werden. „Wenn es für Unternehmen läuft, läuft es auch für Privatpersonen.“

Für Unzufriedenheit sorgen ausschließlich Infrastrukturfaktoren: die Anbindung an die Schiene, den Güter- sowie den Luftverkehr und das Angebot des ÖPNV. Als Stärken werden hingegen die Energieversorgung, die Loyalität und Motivation der Mitarbeiter sowie die Anbindung an das Fernstraßennetz genannt, wobei auch das Freizeit- und Sportangebot eine hohe Zufriedenheit erfährt.

Insgesamt bewerten in der Stadt Rosenheim 91 Prozent der Unternehmen ihren Standort als „gut“ oder „sehr gut“. Im Landkreis sind es 80 Prozent. Die guten Noten sind für Bensegger jedoch kein Grund sich auszuruhen. „Der Markt ändert sich schneller als früher. Die Einschätzung der Firmen zu ihrem Standort ist eine Basis, an der wir gezielt weiterarbeiten müssen.“ Insgesamt ist das Ergebnis für Bensegger jedoch ein klares Bekenntnis zum Standort Rosenheim.

An der Umfrage zur Standortanalyse haben sich insgesamt in Stadt und Landkreis 240 Unternehmen beteiligt – die meisten von ihnen mit einer Mitarbeiterzahl zwischen 1 und 49. Während sich in der Stadt Rosenheim 85,4 Prozent der Betriebe wieder für eine Ansiedlung an ihrem Standort entscheiden würden, sind es im Landkreis 79,9. nk

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