Chiemsee-Schifffahrt und die Coronakrise: "Die großen Auswirkungen kommen erst im Winter"

„Die Politik hat sich gut um uns gekümmert“, sagen Michael und Birgit Feßler (rechts). Die Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig hörte das sicher gern.
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„Die Politik hat sich gut um uns gekümmert“, sagen Michael und Birgit Feßler (rechts). Die Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig hörte das sicher gern.

Geschäfte, Restaurants und Hotels sind nach dem Lockdown wieder offen, und auch auf dem Chiemsee fahren die Dampfer wieder. Doch auch wenn Gäste kommen – die Auswirkungen der Corona-Krise werden viele Unternehmen erst im Winter richtig einholen.

Prien – Davon ist unter anderem die Chiemsee-Schifffahrt betroffen, erfuhr die Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig bei einem Besuch des Unternehmens.

Die Reserven sind früh aufgebraucht

„Normalerweise erarbeiten wir ins im Sommer das finanzielle Polster für den Winter“, so der Chef der Chiemsee-Schifffahrt Michael Feßler. „Dieses Mal sind wegen Corona schon vor dem Sommer die Reserven aufgebraucht. Jetzt haben wir zwar unseren regulären Fahrplan, doch es fehlen noch Gäste aus dem Ausland, die Tagungsgäste und die Busgruppen. Da können wir keine großen Reserven aufbauen. Die Krise ist bei uns noch längst nicht ausgestanden.“

Michael Feßler hat nur noch wenige Mitarbeiter in Kurzarbeit. „Wir mussten auch keine Finanzhilfen beantragen, obwohl uns das Ganze einen erheblichen finanziellen Verlust eingebracht hat. Jetzt fehlt uns noch ein Großteil des Umsatzes. Wir müssen bis auf Weiteres auf alle Veranstaltungen und Sonderfahrten verzichten, und auch die Busgruppen fehlen.

Ohne Kurzarbeit kein Weg aus der Krise

Trotzdem ist Feßler mit dem Start nach dem Lockdown einigermaßen zufrieden. „Die Leute sind sehr diszipliniert. Sie müssen auf dem Schiff den Mund-Nase-Schutz tragen, darauf achten auch unsere Mitarbeiter.“ Die Schiffe dürfen nur zu 60 Prozent gefüllt sein, damit Abstandsregeln eingehalten werden können.

Auch wenn das Unternehmen finanziell getroffen wurde – Michael Feßler und seine Schwester und Mitglied der Geschäftsleitung, Birgit, sind dankbar für die staatliche Unterstützung in der Krise. „Die Politik hat sich sehr gut um alles gekümmert. Die Kurzarbeit hilft uns sehr“, so Michael Feßler. „Ohne dieses Instrument hätten wir uns die Bewältigung dieser Krise nicht vorstellen können.“

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