BAYERNKREATIVTAG AM 3. JULI

„Große Innovationskraft in der Region“

Überblick über die elf kreativen Branchen. Bayern innovativ/Thoma
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Überblick über die elf kreativen Branchen. Bayern innovativ/Thoma

Rosenheim – Wie kann ich meine kreativen Ideen unternehmerisch umsetzen?

Zu welchem Preis lassen sich Leistungen anbieten? Wie können auch kleine Kreativunternehmen wachsen? Zu Fragen wie diesen können sich Gründer, Freiberufler und Unternehmer aus der Kultur- und Kreativwirtschaft am Dienstag, 3. Juli, beim „bayernkreativTAG“ im Landratsamt Rosenheim kostenfrei von Oliver Wittmann, Experte vom Bayerischen Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft, beraten lassen (siehe Infokasten).

Herr Wittmann, Sie beraten regelmäßig in Rosenheim. Wie schätzen Sie die Kreativszene in der Region ein?

Ich konnte die Kreativszene in den vergangenen zwei Jahren besser kennenlernen und war immer wieder von der Innovationskraft vieler Unternehmen angetan. Insgesamt habe ich eine ausgewogene Mischung erleben dürfen, sei es betreffend der Altersstruktur oder der Teilmärkte der Kultur- und Kreativwirtschaft.

Sie helfen Kreativen dabei, sich optimal zu vermarkten. Was können Kreative dabei vor allem lernen, wo sind ihre Schwachstellen?

Das ist von Fall zu Fall höchst verschieden. Erst recht, wenn man sich vergegenwärtigt, dass wir auch ganz grundsätzliche Marktzugänge und Marktpositionierungen besprechen. Eine auffällige Gemeinsamkeit besteht allerdings darin, dass die meisten Kreativschaffenden eine große Verbundenheit zu ihren Produkten und Dienstleistungen fühlen, was bei der Vermarktung Vorteile, aber auch Nachteile mit sich bringen kann.

Ohne Akquise läuft nichts beim kreativen Selbstständigen. Wie funktioniert Akquise heute für Sie? Löst Netzwerken und Empfohlen-Werden die klassische Akquise ab?

Nach meiner Wahrnehmung ist in der Kultur- und Kreativwirtschaft die ganze Bandbreite von klassischen Akquise-Instrumenten bis zu hochmodernen, digitalen Kundenansprachen sichtbar – das macht für mich gerade den Reiz der Branche aus. Die Wirksamkeit des gewählten Akquiseinstruments hängt wiederum vom Einzelfall ab.

Welches sind die größten Fallstricke, wenn sich heute jemand im künstlerisch-kreativen Bereich selbstständig macht? Was die Chancen?

Leider sind Fallstricke in der Selbstständigkeit in Deutschland immer ein „treuer Begleiter“ und liegen da oft im Organisatorischen. Dazu haben Kreativschaffende oft noch die Herausforderung zu stemmen, ihre potenziellen Kunden von dem oft immateriellen Mehrwert ihrer Leistung zu überzeugen. Ist dies jedoch gelungen, liegen in den dann möglichen Kooperationen ungeahnte Potenziale. Interview: Elisabeth Sennhenn

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